AfD Bayern wählt Nachfolger für Petr Bystron

Bild: AfD / Bystron
AfD-Bayern wählt neuen Landesvorsitzenden (Bild: AfD / Bystron)

Greding/Bayern – Die AfD Bayern hat am Samstag im mittelfränkischen Greding einen Nachfolger für den bisherigen Landeschef Petr Bystron gewählt. Martin Sichert übernimmt als neuer bayerischer Landeschef die durch Bystron bestens aufgestellte Bayern-AfD.  Mit Video.

Am Samstag wurde der 37-jährige, aus Nürnberg stammende, Diplomkaufmann Martin Sichert als neuer Landeschef der Bayerischen AfD gewählt und wird diese in die Landtagswahlen 2018 führen. Sichert, der dem konservativen Flügel der bayerischen AfD angehört, trat nach einer längeren Satzungsdebatte gegen Werner Meier aus dem Kreisverband Starnberg an und wurde mit 250 Stimmen der rund 450 anwesenden Mitglieder gewählt. Der von Medien herbei geschriebene Richtungsstreit blieb am Samstag jedoch weitgehend aus.

Sichert, der für einem „transparenten und basisdemokratischen Landesverband“ vorstehen möchte, wird neben dem Landesvorsitz sein Bundestagsmandat beibehalten und zeigt sich zuversichtlich, beiden Aufgaben gerecht werden zu können.

Prügel für den durch Linksextremisten unterwanderten Bayerischen Rundfunk

Der ehemalige 44-jährige Landesvorsitzende Bystron ging in seiner Rede mit Karrieristen, die es seiner Ansicht nach im Landesverband gebe, ebenso hart ins Gericht, wie mit dem Bayerischen Rundfunk (BR), vor dessen perfidem Vorgehen er seinen Nachfolger insbesondere im anstehenden Landtagswahlkampf warnte.

Der BR sei  unter den der AfD feindlich gesinnten Medien eine Klasse für sich, da er das einzige Medium sei, das für die CSU einen politischen Gegner gezielt „platt“ mache. Der BR beschäftige zudem Linksextremisten als Mitarbeiter und setze diese gezielt dazu ein, um schlussendlich Fake News über die AfD zu produzieren. Der ehemalige Landesvorsitzende benannte zum einen den beim BR als freier Mitarbeiter tätigen Journalisten Thies Marsen und zum anderen Tobias Bezler, alias Robert Andreasch, laut Bystron „Koordinator der Münchner Antifa“. Über beide halte Jürgen P. Lang, Mitglied des BR24-Leitungsstabs, seine schützende Hand.

Durch solche Machenschaften, die die Glaubwürdigkeit der Medien zu Fall brachten, würde der BR zum einen die Arbeitsplätze hunderter redlicher Mitarbeiter und Redakteuren, die sich bemühten, eine objektive Berichterstattung zu machen, gefährden. Mit solchen Leuten wie Bezler, Marsen und Co. ruiniere der BR den Ruf des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und es sei kein Wunder, dass die Bürger so etwas nicht mehr mit ihren Zwangsgebühren bezahlen wollen. Der Erfolg der AfD-Initiative „GEZ-abschaffen“ zeige dies mehr als deutlich auf, so Bystron, der das Versprechen abgab, persönlich wie auch in der Parteiarbeit nicht ruhen zu wollen, bis dieses Begehren Erfolge zeitigt. „Wir werden Euch wegjagen“, so die kämpferische Ansage, die mit anhaltendem Applaus quittiert wurde.

AfD macht sich mit Leuten, die die Zukunft dieses Landes aufs Spiel setzen, nicht gemein

Seinen besonderen Dank richtete Bystron an die politischen Gegner für deren Hilfe. Insbesondere Horst Seehofer und selbst die bloße Anwesenheit von Angela Merkel, Ralf Stegner, Heiko Maas habe die Wähler in Scharen zur AfD getrieben. Stellvertretend für jene politischen Gegner, bei denen er sich explizit nicht bedanken wolle, nannte er die Integrationsministerin Aydan Özoguz (SPD), die es sich zur Aufgabe gemacht habe, „unsere Heimat abzuschaffen“.

Bystron verlas im Anschluss den Inhalt des Briefes, den er vom bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (CSU) nach seinem errungenen Bundestagsmandat erhalten hatte. Der AfD-Politiker wurde – mutmaßlich durch Herrmann initiiert, vom Verfassungsschutz beobachtet, nachdem er sich positiv über die patriotische Jugendinitiative „Identitären Bewegung“ geäußert hatte. Aufgrund seines errungenen Bundestagsmandates wird Bystron – wie jouwatch berichtete – nun nicht mehr vom bayerischen Verfassungsschutz überwacht.

Innenminister Joachim Herrmann

Der scheidende Landeschef bekräftige, dass die AfD angetreten sein, um eine knallharte Opposition zu betreiben. Mit Leuten, die die Zukunft dieses Landes aufs Spiel setzen, werde man keine gemeinsame Sache machen, so Bystron.

Bystron kandidiert für den AfD-Bundesvorstand

An den neuen Landeschef Sichert übergibt Bystron einen konsolidierten Verband. Bystron hatte 2015 die damals bei zwei bis drei Prozent Zustimmung liegende AfD in Bayern übernommen und bis zur letzten Bundestagswahl zum erfolgreichsten westlichen AfD-Landesverband befördert. Unter seiner Führung erzielte die AfD in Bayern bei der Bundestagswahl mit 12,5 Prozent das beste Ergebnis aller westlichen Bundesländer. Die Mitgliederzahl im Freistaat steigerte Bystron von rund 2200 auf knapp 4000.

Bystron hatte, wie jouwatch berichtete, vor zwei Wochen angekündigt, nicht mehr für den bayerischen Landesvorsitz kandieren zu wollen, da er als Bundestagsabgeordneter sich seinen Aufgaben in Berlin voll widmen wolle.

Zum Redeabschluss am Samstag teilte Bystron seinen bayerischen Parteikollegen mit, für den AfD-Bundesvorstand kandidieren zu wollen und somit die Interessen Bayerns im Bund zu vertreten. (SB)

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