Die Zeit, der Soros und der Israelhass

Foto: Collage
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Wie gestern berichtet, recherchiert die „Zeit“ die Hintergründe von Journalistenwatch.com. Andere Autoren haben bereits versucht, jouwatch in die rechtsradikale oder antisemitische Ecke zu rücken. Dabei ist es die „Zeit“, die ein Problem mit Israelhass und dem israelfeindlichen Politaktivisten George Soros haben könnte.

von Collin McMahon

(Achtung: Dieser Artikel argumentiert aus pro-israelischer Sicht. Leidenschaftliche Israelhasser werden hier nicht glücklich werden.)

Wie jeder auch nur oberflächliche jouwatch-Leser weiß, setzen wir uns regelmäßig für den Staat Israel und gegen Antisemitismus ein. Die Vorwürfe, die Esther Scheiner und Clemens Heni geäußert haben, sind absurd und entbehren jeder sachlichen Grundlage. Andere deutsche Mainstream-Medien nehmen es dagegen mit ihrer zwanghaften „Israel-Kritik“ nicht so genau.

Der Chefredakteur der „Zeit“ Giovanni di Lorenzo engagiert sich im „Recherche-Netzwerk“ Correct!v, das „Aufklärung“ gegen sogenannte „Fake News“ macht. Correct!v wurde im Jahr 2017 bis zum 31.8. von der Open Society Foundation des linken Aktivisten George Soros mit 132.138,62 Euro unterstützt. Correct!v erhielt bis August dieses Wahljahres außerdem 300.000 Euro der Brost-Stiftung, die der SPD-nahen WAZ-Gruppe nahesteht, 210.000 Euro von Googles Digital News Initiative, und 100.000 von einer nicht weiter bekannten Cassiopeia Foundation aus Düsseldorf, die keinen Internetauftritt hat. Unter der genannten Adresse residiert eine Treuhand, der Telefonanschluss ist abgeschaltet.

Correct!v funktioniert dabei nach dem Vorbild der U.S.-Lobbygruppe Media Matters for America, die nach der Lewinsky-Affäre von Clinton-Intimus John Podesta und George Soros gegründet wurde, um linke Meinungen in die Medien zu tragen. Die Open Society Foundation ist außerdem dafür bekannt, viele „pro-Palästinensische“ und „Israel-kritische“ Organisationen zu unterstützen, die sich u.a. für „anti-Zionismus“ einsetzen und den Staat Israel als „Apartheidregime“ diffamieren.

2016 gab Open Society laut NGO Monitor 27,8 Millionen Dollar im Nahen Osten für solche Gruppen aus. „Die Finanzierung ist völlig intransparent“, beklagen die NGO-Wächter. „Es werden keine Zahlen oder Empfänger in den Jahresberichten genannt.“ Das Israelische Außenministerium warf George Soros im Juli 2017 vor, „die demokratisch legitimierte Regierung Israels zu untergraben“, sowie „den jüdischen Staat zu diffamieren und ihr das Recht auf Selbstverteidigung zu rauben.“ Laut dem konservativen Autoren Dinesh D’Souza hat Soros in einem Interview mit CBS‘ renommiertem ’60 Minutes‘ 1998 zugegeben, als 14-jähriger im besetzten Ungarn im Auftrag der Nazis mitgeholfen zu haben, andere Juden zu enteignen.

Deshalb fragten wir gestern bei „Zeit“ Chefredakteur Giovanni di Lorenzo nach, was seine Verbindungen und die der „Zeit“ zu Correct!v, Open Society und den politischen Aktivitäten von George Soros genau sind. Leider haben wir bis jetzt noch keine Antwort erhalten.

(Wir hatten Giovanni di Lorenzo bereits am 11.7. geschrieben, nachdem der „Zeit“-Autor und Antifa-Aktivist Sören Kohlhuber die Menschenjagd auf unschuldige Journalisten beim G20 angestiftet hatte. Auch damals haben wir keine Antwort erhalten, die Zeit musste sich jedoch von Kohlhuber distanzieren und ihn entlassen.)

Bei einer eingehenden Lektüre der Israel-Berichterstattung der „Zeit“ muss man jedoch feststellen, dass – wie leider in vielen deutschen Medien – die zwanghafte Israel-Kritik und das Schönreden des radikalislamischen Terrors an der Tagesordnung sind. Israel wird regelmäßig als „Besatzungsmacht“ bezeichnet und die Israelis als „Siedler”. Dabei gibt es keine dauerhafte israelische Präsenz außerhalb der Gebiete, die gemäß dem Oslo II Abkommen unter israelischer Hoheit liegen. Es ist sogar verboten für Israelis, „palästinensische“ Gebiete der Zone A zu betreten, geschweige denn dort zu „siedeln“. Was die deutschen Medien gerne als „illegale Siedlungen“ diffamieren, sind in Wahrheit einfach Häuser in Gebieten, die per Vereinbarung zwischen Jitzhak Rabin und Yasser Arafat aus dem Jahr 1995 von Israel regiert werden. Seitdem verweigert die palästinensische Seite weitere Verhandlungen, auch wenn Israel immer wieder darum bittet.

Wie die Israelis in dem Land „Siedler“ oder „Besatzer“ sein können, in dem Abraham schon vor 3000 Jahren in Hebron sein Volk „ansiedelte“, vermag keiner zu erklären. Die selben Medien würden Spanien niemals als „Besatzungsmacht“ in Katalonien, Frankreich auf Korsika, Schweden in Lappland, England in Nordirland, Italien in Südtirol, oder Deutschland in Schleswig und die dort lebenden Menschen als „Siedler“ bezeichnen. Deshalb verwenden pro-israelische Kreise wie z.B. Prinzessin Beatrix von Storch lieber den historischen Begriff „Judea und Samaria“ statt Kunstwörter wie „Westjordanland“ oder „besetzte Gebiete“

Zeit-Herausgeber Josef Joffe forderte am 22.1.2017 im ARD Presseclub „scherzhaft“ die Ermordung des US-Präsidenten Donald Trump.

Wir fragten Giovanni di Lorenzo warum die „Zeit“ solche anti-israelischen Kampfbegriffe wie „Besatzungsmacht“ und „Siedler“ benutzt, und was er tun will, um das zu ändern. Auch hier haben wir leider noch keine Antwort erfahren.

Die „Zeit“ zitiert in ihrer Berichterstattung oft Gruppen, die der radikalislamischen Terrororganisation Hamas nahestehen, selten jedoch die offiziellen israelischen Stellen. Noch im Juli 2015 wiederholte die „Zeit“ kritiklos die Behauptung der Hamas, 500 Kinder seien im Gazakonflikt 2014 gestorben, obwohl der offizielle Israelische Militärbericht im Mai 2015 diese Zahl längst auf 369 korrigiert hatte. Die kranken Hamas-Fanatiker hatten im Frühjahr 2014 begonnen, tausende iranische Raketen auf Israel abzufeuern und beim israelischen Gegenangriff oft Kinder als Schutzschilde missbraucht, sowie Raketen in UNO-Schulen, Krankenhäusern, Moscheen und Wohnhäusern stationiert. Viele der angeblichen „getöteten Kinder“ waren außerdem radikalisierte Kämpfer.

Wenn „Zeit“ Reporter in den vom Hamas-Terror beherrschten Gazastreifen fahren, verlassen sie sich oft auf Auskünfte von „Hilfsgruppen“, die der Hamas und der Open Society Stiftung nahestehen. Nahost-Korrespondentin Andrea Böhm berichtete z.B. im August 2014 vom Gaza-Konflikt, und sprach mit Mahmud Abu Rahma vom Al Mezan Center for Human Rights. Der Name Al Mezan bedeutet Waagschale und bezeichnet die Waage, die Allah am Tag des jüngsten Gerichts benutzen wird, um die Taten der Guten und der Übeltäter zu messen.

Al Mezan steht der Hamas nahe und wird u.a. von der Open Society Foundation unterstützt. Al Mezan bezeichnet Israel als „Apartheidsstaat“ und „Kriegsverbrecher“ und feiert gewaltsame Gegner des Staates Israel als „Menschenrechtsaktivisten“. Die Hamas hat die Auslöschung des Staates Israel in ihrer Gründungscharta festgeschrieben und sagte in einem Flugblatt 1990: „Jeder Jude ist ein Siedler, und es ist unsere Pflicht, ihn zu töten.“

All das werden Sie bei der „Zeit“ jedoch nie erfahren. Sie sind zu sehr damit beschäftigt, im Rahmen von Correct!v den Deutschen zu erklären, was ihrer Meinung nach „Fake News“ sind.

 

Collin McMahon ist Autor („Lukas und Skotti“) und Übersetzer („Gregs Tagebuch“). Er schreibt gerade an einem Buch über Donald Trump. Hier unterstützen.

Der Autor distanziert sich von allen antisemitischen und rassistischen Kommentaren. Es ist völlig legitim, die Politik Benjamin Netanjahus und der Likud-Regierung zu kritisieren. Wer jedoch zwanghaft immer wieder ein bestimmtes Land und ein ganzes Volk anprangert, und dabei die Gräueltaten der anderen ausblendet, handelt rassistisch und – im Falle Israels – antisemitisch.

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