Dem Heinerhofbauern sein Knecht über Martin Schulz

Dem Heinerhofbauern sein Knecht (Foto: Pixabay)

Dem Heinerhofbauern sein Knecht ist Mitglied im örtlichen Heimatverein und weiß daher sehr genau, wie es früher unten im Dorf und auf den Einödhöfen der Umgebung zugegangen ist. Die Satire.

von Max Erdinger

Nach Martin Schulz´ Tweet von heute mittag, in welchem er der SPD-Parteibasis eine Abstimmung über eine eventuelle Regierungsbeteiligung zusicherte, machte ich mich auf den Weg, um dem Heinerhofbauern seinen Knecht zu besuchen. Ich wollte wissen, was einer dazu sagt, der Ehrenmänner wenigstens noch aus der Geschichte kennt. Dem Knecht sind die Gesichtszüge entgleist, als ich ihm die neueste Meldung über Schulz auf meinem Smartphone zeigte.

So einer wie der Schulz, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, würde im Dorf unten noch heute keine Maß im Wirtshaus bekommen. Wenn er doch eine Maß bekäme, sagt der Knecht, dann wäre sie nur zur Hälfte mit Bier voll. Den Rest hätte der Wirt höchstpersönlich in den Maßkrug gebrunzt. Oder die Stammtischbrüder. Die Hand würde ihm auch keiner mehr geben und ganz egal, was er sagt, er würde immer dieselbe Antwort zu hören bekommen: „Halt´s Maul, du Lump!“.

Im Dorf unten, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, schließen die Viehhändler ihre Geschäfte heute noch per Handschlag ab. Das sei so gut wie ein schriftlicher Vertrag. Viehhändler könnte einer wie der Schulz schon mal nicht werden, wenn er im Dorf leben würde. Einem wie dem Schulz, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, würde kein Bauer ein Stück Vieh verkaufen, selbst dann nicht, wenn er mit einem zehnseitigen Kaufvertrag in der Luft herumwedeln würde und einen guten Preis bietet. Wenn er sich´s recht überlegt, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, dann könnte einer wie der Schulz noch nicht einmal Brunzkartler werden.

Als ich ihn fragend anschaute, erklärte er, daß Brunzkartler so etwas wie Ersatzkartler sind, die dann zum Einsatz kommen, wenn einer der Spieler zum Brunzen muß. Damit das Spiel nicht dauernd unterbrochen wird. In aller Regel seien die Brunzkartler nicht die Hellsten, weswegen sie beim Schafkopfen nur als Notlösung zum Einsatz kommen. Gut am Brunzkartler sei, daß der echte Kartler recht schnell wieder vom Pissoir zurückkommt, weil er Angst hat, daß der Brunzkartler sein Geld verspielt. Noch nicht einmal das würden sie einen wie den Schulz im Dorf unten machen lassen. Wenn einer noch nicht einmal als Brunzkartler gefragt ist, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, dann ist er eine ganz arme Sau.

Wenn einer wie der Schulz, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, im Dorf unten die Hauptstraße entlang laufen würde, würde jeder, der ihm begegnet, die Straßenseite wechseln, zur Seite schauen und verächtlich ausspucken. In die Kirche könnte er auch nicht gehen, weil ihn der Pfarrer jeden Sonntag vor der Gemeinde als schlechtes Beispiel bloßstellen würde. Weil das alles so ist, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, gibt es auch so jemanden wie den Schulz nicht unten im Dorf. Solche Leute wie der Schulz wären schon längst in die Stadt ausgewandert oder nach Amerika, wo sie kein Mensch kennt in ihrer ganzen verlogenen Schlechtigkeit, ihrer hinterfotzigen.

Solche Hallodris wie der Schulz, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, mißbrauchen alles, was man ihnen anvertraut, egal, was es ist. Wenn der Schulz jetzt daherkommt und sagt, daß er die Parteibasis abstimmen lassen will, ob die SPD sich an einer Regierung mit der Unaussprechlichen beteiligen soll, dieser Heimsuchung im Hosenanzug, dann tut er es nicht deswegen, weil er viel von demokratischen Entscheidungen hält, sondern weil er die Demokratie mißbraucht, so, wie er alles mißbraucht. Als der Schulz großmäulig angekündigt hat, er würde mitsamt seinen depperten Sozen in die Opposition gehen, hat er keine Abstimmung der Parteibasis dazu gebraucht, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht. Er hätte einfach behauptet, daß er keinen demokratischen Auftrag mehr habe, um sich an einer neuen Regierung der Heimsuchung zu beteiligen. Da ist die Demokratie auch ohne Abstimmung eine gewesen, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht. Und daß der Schulz sowieso einen rechten Scheißdreck daherredet, wenn er sagt, es gebe eine Abstimmung darüber, in welcher Form auch immer sich die SPD an einer Regierung mit der Heimsuchung im Hosenanzug beteiligen wolle. Weil, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, die Form einer Regierungsbeteiligung ist die Regierungsbeteiligung als solche. Wenn der Ochse im Stall geschissen hat, dann hat er im Stall geschissen, sagt dem Heinerhofbauer sein Knecht, egal, „in welcher Form auch immer“.

Dieser ganze verlogene Sozenseich, den der Schulz in einem einzigen Tweet untergebracht hat, sagt der Knecht, trieft nur so vor der Offensichtlichkeit des Versuchs, nicht als wortbrüchiger Haderlump dazustehen. „Abstimmung“, „in welcher Form auch immer“, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, zeigt nur, daß der Schulz ganz genau weiß, was für ein Haderlump er ist und daß er niemals in den Himmel kommen wird. Der rote Lügenbaron, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, bräuchte sonst diese ganzen saudummen Beschönigungen mit „Abstimmung der Parteibasis“ und „in welcher Form auch immer“ nicht. Vorher hätte er sein nichtsnutziges Wort von der demokratischen Opposition schließlich auch abgegeben, weil er Parteivorsitzender der verpeilten, roten Saubande ist. Einfach so. Ganz ohne „Abstimmung“ und „in welcher Form auch immer“. Im Dorf unten würden sie so einen wie den Schulz – gelobt sei der Herr, daß es einen solchen Haderlumpen im Dorf nicht gibt – noch nicht einmal innerhalb der Friedhofsmauern begraben, sondern außerhalb verscharren.

Und eines natürlichen Todes würde so einer sowieso nicht sterben. So einen wie den Schulz, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, würde man in aller Herrgotts Früh ersoffen und kopfüber in einem Jauchefaß steckend finden und alle wären sich einig, daß es einen gräßlichen Unfall gegeben hat, bevor er außerhalb der Friedhofsmauern verscharrt wird in einem namenlosen Grab, um das alle zukünftigen Generationen einen großen Bogen machen aus lauter Angst vor bösen Geistern.

So einer wie der Schulz, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, würde seinen letzten Spaziergang zum Heinerhof machen und bis ans Ende aller Tage würde keiner wissen, wo er danach hingegangen ist. Der wäre einfach weg. Futsch. Verschollen. Auf Nimmerwiedersehen.

Daß sich die Stadtmenschen einen wie den Schulz bieten lassen, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, zeigt außerdem, was die Stadt für eine schädliche Auswirkung auf den menschlichen Geist hat. Ein Jammer ist es, sagt der Knecht, daß die Politiker alle in der Stadt regieren, wo es einem nur den Charakter verbiegt, daß man jede Ehre verliert.

Auf dem Nachhauseweg war ich jedenfalls sehr nachdenklich. Daß sich dem Heinerhofbauern sein Knecht derartig in Rage reden kann, wußte ich bis heute nachmittag noch nicht. Jetzt weiß ich es.

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