„Zentrum für private Stasi-Ermittlungen“

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Dumm wie Beton: Morius Enden (Foto: Imago)

Die selbsternannte „Künstlergruppe“, die für politische Schönheit eintritt, spielt gut auf dem Medienklavier. Weil man sie lässt. Denn Substanz ist da nicht, aber viel Krawall.

Von Volker Kleinophorst

„Der Schoß ist noch fruchtbar, aus dem das einst kroch“ dieses Zitat passt sehr schön zu den sogenannten „Aktionen“ des „Zentrums für politische Schönheit“ (ZPS). Denn Stasi oder Gestapo, so groß scheint der Unterschied nicht zu sein, auch wenn sich das ZPS lieber als „Künstler“ (kann ja jeder sein) oder „Aktivisten“ (ein anderes Wort für linksradikaler Vollidiot) bezeichnen.

Nun haben die „Künstler“ es mit der Errichtung eines Nachbaus des Holocaust-Denkmals im Nachbargarten des AfD-Landtagsabgeordneten Björn Höcke wieder geschafft, einen ihrer kalkulierten „Schocker“ deutschlandweit zu platzieren, wie ja bei „Tiger frisst Flüchtlinge“ und anderen Geschmacklosigkeiten. ZPS-Gründer Phillip Ruch in der TAZ: Man baue ja „moralische Hochdruckkammern. Da dürfen auch mal Köpfe platzen, ja.“ Viel Marketing, wenig Verstand.

Denn die Höcke-Aktion sagt mehr aus über das ZPS als über Höcke.

Kurz zusammengefasst:

Eine selbsternannte Künstlergruppe, die in der Kunstwelt allenfalls belächelt wird, mietet sich neben ihrem „Lieblings-Gott-sei-bei-uns“ Björn Höcke ein, bespitzelt ihn und seine Familie monatelang und baut ihm eine Nachbildung des Berliner Holocaust-Denkmals in den Nachbargarten.

Das habe doch „nichts mit Kunst zu tun“, findet auch der thüringische Landtagspräsident Christian Carius (CDU). Er bat den thüringischen Innenminister Georg Maier, im Landtag gegen diesen „moralisch kaschierten Psychoterror“ vorzugehen:

„Das Abhören und Ausspionieren von Abgeordneten und ihren Familien gleicht den Zersetzungsmethoden der Staatssicherheit. Es ist durch nichts zu rechtfertigen. Die Aktion ist ein Angriff auf die Freiheit des Mandats, die Unversehrtheit von Familie und ein ungeheuerlicher Eingriff in das Leben eines Menschen.“

Als „gut gemeint und schlecht gemacht“ lehnte auch der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde, Reinhard Schramm, das Vorgehen der Künstler gegenüber MDR THÜRINGEN ab. Es erinnere ihn an die Sippenhaft in der Nazizeit. Ein bisschen Nachtreten muss aber noch sein: „Bei aller Bösartigkeit von Höcke als Politiker sollten sein Privatleben und seine Familie tabu bleiben.“

Na, mehr war wohl nicht zu erwarten.

Dabei ist „Denkmal der Schande“ nicht einmal auf Höckes Mist gewachsen. Rudolf Augstein hat den Begriff bereits 1998 in seiner Kolumne „Wir sind alle verletzbar“ benutzt:

„Nun soll in der Mitte der wiedergewonnenen Hauptstadt Berlin ein Mahnmal an unsere fortwährende Schande erinnern. Anderen Nationen wäre ein solcher Umgang mit ihrer Vergangenheit fremd. Man ahnt, dass dieses Schandmal gegen die Hauptstadt und das in Berlin sich neu formierende Deutschland gerichtet ist. Man wird es aber nicht wagen, so sehr die Muskeln auch schwellen, mit Rücksicht auf die New Yorker Presse und die Haifische im Anwaltsgewand, die Mitte Berlins freizuhalten von solch einer Monstrosität.“

Denn der Begriff ist mehr als geläufig.

So steht in der Drucksache 14/3126 des deutschen Bundestages vom 6.4.2000 auf Seite 4/5:

Denkmäler der Schande und der Trauer, des Stolzes und der Freude sind notwendige Grundsteine des neuen Deutschland und der neuen Bundeshauptstadt.

Diese Bundesdrucksache ging an alle damaligen Abgeordneten. Ein Abgeordneter der AfD war nicht darunter, Höcke auch nicht. Merkel schon.

Aber es kommt eben immer darauf an, wer etwas sagt im Stasiland, um einen Skandal zu konstruieren. Kann man übrigens wissen, wenn man so ein Fass aufmacht wie das ZPS. Weiß man höchstwahrscheinlich auch. Stört aber einfach die innere Einfalt der Vielfaltspinsel.

Diese Höcke-Aktion hat aber nun möglicherweise ein juristisches Nachspiel. Während das ZPS, die private Überwachung eines gewählten Politikers  als  „die aufwendigste Langzeitbeobachtung des Rechtsradikalismus in Deutschland“ feiert, meint Polizeisprecher Fränze Töpfer zum MDR Thüringen, „sollte sich herausstellen, dass Höcke über Monate hinweg ausspioniert wurde, wäre das als Nachstellung – also Stalking – zu bewerten.“

Eine Legitimation hat der nebenamtliche Verfassungsschutz natürlich nicht. Aber braucht man ja nicht, bei dem Motto: „Wer schuldig ist, bestimmen wir.“

Für das ZPS schlage ich daher eine Umbenennung in „Zentrum der private Stasiermittlungen“ vor.

PS 1: „Man“ finanziert sich über Spenden und arbeitet ehrenamtlich. Da wüsste man doch gerne Genaueres. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man so genug zusammenbekommt:

Bisserl Staatsknete ist bei „links“ ja immer dabei.

Ehrenamtlich wage ich bei dem Aufwand zu bezweifeln. Denn eines weiß in Deutschland jedes Kind: Dass Rechnungen zu bezahlen sind.

Auch selbsternannte Aktivisten und Pseudokünstler müssen den Wein bezahlen, den sie trinken, wenn sie von Wasser predigen.

PS 2: Natürlich sind unsere Erregungsmedien von der „Kunstaktion mehr als begeistert:

„Aktivisten haben in einem thüringischen Dorf einen Ableger des Berliner Holocaust-Mahnmals errichtet – direkt vor dem Haus des AfD-Mannes Björn Höcke“, jubelt der „Spiegel“. Die „Sächsische Zeitung“ bezeichnet die Täter gar als „Künstlerkollektiv“. Zugleich wurde Höcke von dem so gelobhudelten Täterkreis zehn Monate heimlich (und illegal möchte ich hier einfügen) überwacht.

Dazu erklärt das sächsische AfD-Fraktionsvorstandsmitglied, André Wendt:

„Deutschlands allermeiste ‚Leit-Medien‘ haben bei der Berichterstattung über die illegale, zehn Monate währende, Bespitzelung in übelster Stasi-Manier nicht ein einziges kritisches Wort verloren. Im Gegenteil sie feiern mögliche Straftäter wie Volkshelden. ‚Die Aktivisten gründeten einen Zivilgesellschaftlichen Verfassungsschutz‘ jault der Spiegel voller Schadenfreude. Angeblich sei nun bekannt, wann ihr ungeliebter Nachbar Holz hackt, welche Verlage ihm Broschüren schicken, wie es seinen Schafen geht. Dies zynisch als Kunst zu bezeichnen, ließe auch den Schluss zu, Messerstechereien unter Asylbewerbern als solche zu deklarieren und zu befördern. Aufmerksamkeit um jeden Preis – und seien es Straftaten sind aber keine Kunst!

Hauptinitiator dieses widerwärtigen Treibens ist ein ausgerechnet aus Dresden stammender Ex-Student, der auf dem noblen ‚Weißen‘ Hirsch aufwuchs und dessen Eltern beide Psychologen waren. Heute lebt er – wie kann es anders sein – in Berlin. Der Fall scheint darum auch zu beweisen, dass gelangweilte Luxuskinder, denen es an tatsächlichen Aufgaben mangelt, solchen Spuk betreiben.

Die Süddeutsche Zeitung hat scheinbar als eine der ganz wenigen Gazetten erkannt, was die Folge solcher ‚Kunst‘ sein kann. ‚Ein politisches Geschenk an die AfD‘. Dem stimme ich zu. Denn erneut wird klar, dass sich der politisch-mediale Komplex nicht scheut, sich mit linken Straftätern gemein zu machen.

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