Sarah Silverman hat sich „in Trump-Wähler verliebt“

Wagte sich aus ihrer linken Blase: Sarah Silverman / YouTube/Screenshot

Die linke Komikerin Sarah Silverman hat für ihre neue Show die USA bereist und mit vielen Trump-Wählern gesprochen. Erstaunt stellte sie nun fest, „Ich fühlte mich bei ihnen wohl.“

von Collin McMahon

Sarah Silverman wurde berühmt mit einer saukomischen und völlig tabulosen Comedy, die auch vor Geschmacklosigkeit, Judenwitzen, Holocaust-Humor, sowie Fäkal- und Gossensprache keine Scheu hatte. In jüngster Zeit hatte sie sich jedoch dem eher unkomischen, politisch korrekten Feminismus– und Anti-Trump-Lager zugewandt.

Im Wahlkampf 2016 hatte sie Bernie Sanders unterstützt, der sie in einem Interview erstaunte, als er sagte, „Nicht alle Trump-Wähler sind Rassisten. Ich glaube, das ist ein großer Fehler, so zu tun. Da sind viele dabei, die zweimal Obama gewählt haben.“

Nun hat auch Silverman begonnen, ihre eigenen Vorurteile in Frage zu stellen. Für ihre Hulu-Show „I Love You, America“ bereiste sie viele „Republikanische“ Gegenden und sprach dort mit „ganz normalen“ Menschen, darunter viele Trump-Wähler. Im „Hollywood Reporter“ stellte sie nun erstaunt fest:

„Wenn man sich von Angesicht zu Angesicht mit jemandem unterhält, der politisch anders denkt, dann fahren die Igel-Stacheln wieder ein“, so Silverman. „Das Erstaunliche war, ich habe mich in diese Menschen verliebt. Ich hatte echt viel Spaß mit ihnen, und fühlte mich bei ihnen wohl. Ich möchte offen sein. Ich habe festgestellt, wenn ich mich mit jemandem unterhalte, der wütend auf mich ist, oder allgemein wütend, und diese Wut auf mich kanalisieren kann, dann ist das oft eine sehr gute Erfahrung, denn was wir alle gemeinsam haben ist, wir möchten wahrgenommen werden. Wir möchten das Gefühl haben, zu existieren. Wir sollten unseren Selbstwert eigentlich nicht von außen bekommen, aber es ist trotzdem wichtig, wahrgenommen zu werden. Dann fällt das alles von einem ab, und wir sind alle wieder bloß Menschen.“

An Trump selber ließ Silverman immer noch kein gutes Haar. „Wir warten alle darauf, dass er ganz unten aufschlägt. Aber es gibt kein ganz unten bei ihm. Es geht nur immer weiter abwärts.“

Collin McMahon ist Autor („Lukas und Skotti“) und Übersetzer („Gregs Tagebuch“). Er schreibt gerade an einem Buch über Donald Trump. Hier unterstützen.

 

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