Nur noch irre – ARD: AfD instrumentalisiert den Volkstrauertag durch Anwesenheit!

Foto: Imago
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Die Zeiten werden härter. Das hat nun auch die Bundestagsvizepräsidentin und Grünenurgestein in Personaleinheit, die Grüne Claudia Roth, erfahren müssen. Waren die letzten Jahre im Bundestag doch eher gemütlich und von Nettigkeiten innerhalb der Blockparteien geprägt, scheint jetzt „Schluss mit lustig“ und „Schicht im Schacht“ zu sein.

Claudia Roth auf jeden Fall mag den Tonfall nicht, der jetzt im Parlament herrscht. „Man merkt, es ist ein anderer Sound in manchen Reden“, sagte die Grünen-Politikerin am Mittwoch im SWR. Manchmal fühle man sich wie auf dem Exerzierplatz. Mit Blick auf die AfD sagte die grüne Funktionärin, die es sich über die Jahre hinweg gemütlich in ihrem Berufspolitikertum eingerichtet hat: „Es ist laut, es ist manchmal auch zu laut, zu anklagend, von dieser sogenannten Alternative.“

Roth dürfte sich nicht nur vom Ton, sondern auch vom pedantischen Verhalten der AfD-Bundestagabgeordneten gestört fühlen. So waren doch bei der zentralen Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag 38 AfD-Abgeordnete im Bundestag anwesend. Von der Union tauchten ganze sieben, von der SPD sechs, von der FDP drei MdBs und von den Linken gerade mal einer auf. Von Claudia Roths grünen Genossen fanden acht Parlamentarier es angebracht, der Kriegstoten zu gedenken.

Roth wird mutmaßlich auch nichts an der Wertung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu meckern haben. Denn das ARD Hauptstadtstudio stellte fest, dass die AfD den Bundestag durch pure Anwesenheit am Gedenktag instrumentalisierte.  Und das auch noch mit Ansage! Denn: Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios waren alle Fraktionen über das drohende Ungleichgewicht informiert und gebeten worden, die eigene Präsenz bei der Gedenkveranstaltung noch einmal zu überdenken. Die MdBs – die nach Ansicht der ARD sicherlich gewichtige Gründe hatten, nicht zu erscheinen – haben jedoch das getan, was sie in der geruhsamen Vor-AfD-Zeit auch taten: Am Freitagnachmittag frühzeitig die heiligen Hallen verlassen und bei „Pille-Palle-Veranstaltungen“ erst gar nicht auftauchen.

Die Aktion am Volkstrauertag habe laut ZDF-Korrespondent Matthias Deiss gezeigt: „Union, SPD, FDP und Grüne müssen künftig sensibler agieren, wenn sie von konzertierten Aktionen der AfD im Parlament nicht überrascht werden wollen und der Alternative für Deutschland das Hohe Haus für populistische Aktionen überlassen“.

Wie es scheint, ist nicht nur Claudia Roth davon platt überrascht, wenn Politiker das tun, wofür Politiker bezahlt werden. Harte Zeiten, Frau Roth. Harte Zeiten! (SB)

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