Tausende Flüchtlinge an deutschen Unis erwartet

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Ein Platz für "Flüchtlinge"? (Foto: Durch maroke/Shutterstock)

Nanu… reichen schon die Turnhallen nicht mehr aus? Müssen jetzt auch noch die Universitäten Kapazitäten bereitstellen? Die reißerische Überschrift in einem Artikel der ZEIT suggeriert dies zumindest. Was wie eine Drohung klingt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Märchen aus Tausend und einer Nacht. Leider ist folgender Artikel dem Nachtschlaf abträglich.

 Von Nils Kröger

Im Jahr 2020 werden in deutschen Hochschulen mindestens 40.000 Flüchtlinge eingeschrieben sein. Das geht aus einer Studie des Stifterverbands und der Unternehmensberatung McKinsey hervor. Demnach könnten es auch doppelt so viele sein, wenn Faktoren wie fehlende Sprachkenntnisse, gesundheitliche Probleme und finanzielle Hürden behoben werden würden. „Die Motivation vieler Flüchtlinge in den ersten Monaten nach ihrer Ankunft in Deutschland ist besonders hoch“, heißt es in der Studie.*

Bevor man sich mit der Zahl und der „Motivation“ der „Flüchtlinge“ beschäftigt, sollte ein Blick auf diesen ominösen Stifterverband geworfen werden. Kein Geringerer als Frank-Walter Steinmeier wird einem als Schirmherr vom besagten Verband präsentiert. Weiterhin erhält man Auskunft, dass sich 3.000 Mitglieder, darunter DAX-Konzerne, Mittelständler, Unternehmensverbände sowie Stifter und engagierte Privatpersonen* zusammengeschlossen haben. Damit ist die Marschroute dieser Studie klar. Sollte diese Zahl (40.000) auch nur im Ansatz stimmen, ist das Märchen von den Fachkräften vollends widerlegt. Denn bei offiziell ca. 1,4 Mio. Flüchtlingen* seit 2015 sind also lediglich nur ca. 2,9 Prozent studierfähig?  Weiterhin würden demnach 40.000 Plätze für deutsche Studenten, die eigentlich darauf ein Anrecht hätten, fehlen. Scheint den Autoren aber egal zu sein. Der größte Unsinn ist allerdings die Behauptung, bei der Beseitigung o.g. Faktoren, würde sich die Zahl verdoppeln. Die aufnehmende deutsche Gesellschaft soll also Sprachkurse bezahlen, für die Sanierung der Zahnreihen sorgen und, neben Leistungen des Asylbewerberleistungsgesetzes, auch noch den Studienplatz finanzieren. Dass dieser Stifterverband nach dem Flop „Wir zusammen“* der deutschen Wirtschaft sich noch traut, solch eine Studie zu veröffentlichen, spricht wahrlich Bände. Seit Angela Merkel ist wirklich alles möglich.

 Die Autoren der Studie fordern, das Potenzial in der Zeit von der Einreise bis zur Aufnahme eines Studiums durch den Ausbau und die Förderung von studienvorbereitenden Sprach- und fachlichen Kursen an Hochschulen zu stärken. Die richtige Zuordnung von Flüchtlingen im Bildungssystem sollte durch eine Erfassung von Kompetenzen und eine frühzeitige Bildungsberatung sichergestellt werden. *

Bereits dieses Wort „fordern“ lässt einem das Blut in den Adern gefrieren. Wie oben erwähnt, soll der Steuerzahler für die Qualifizierung dieser „Neubürger“ noch mehr zur Kasse gebeten werden und die Unternehmer bedienen sich dann.

 Flüchtlinge und Zuwanderer könnten einen größeren Mangel an Arbeitskräften in Deutschland verhindern. Allein in den sogenannten Mint-Berufen sind in Deutschland fast 500.000 Stellen offen. Deutschland gewinne auch aus den Herkunftsstaaten vieler Flüchtlinge immer mehr Mini-Kräfte, teilte das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) kürzlich in einem Report mit. Waren 2012 erst 2.711 Menschen aus Eritrea, Irak, Afghanistan und Syrien in technischen Berufen beschäftigt, waren es im ersten Quartal 2017 schon mehr als 10.000. Über alle Mini-Berufe hinweg waren 8,4 Prozent der Stellen von Ausländern besetzt.*

Wer jetzt noch nicht vor Lachen vom Stuhl gefallen ist, wird bemerken, dass die Einleitung des Absatzes im Konjunktiv geschrieben wurde. Es handelt sich also um reine Kaffeesatzleserei. Dem möchte ich mich anschließen und eine kleine Textaufgabe stellen.

Innerhalb von fünf Jahren (2012-2017) hat sich, lt. IW, die Zahl der Menschen aus o.g. Ländern in technischen Berufen knapp vervierfacht. Im besagten Zeitraum kamen ca. 850.000 Asylbewerber aus Eritrea, Irak, Afghanistan und Syrien.* Frage 1: Wie lange würde es dauern, bis alle Stellen besetzt sind (keine europäischen Bewerber vorausgesetzt)? Frage 2: Wie viele müssen also nach Deutschland kommen um diese Nachfrage zu befriedigen? Die Antworten teilen Sie bitte dem IW mit.

Jetzt muss ich sogar eine Lanze für die ARD (!) brechen. Selbst jene sendete (anscheinend ungewollt) eine Dokumentation („Das Märchen vom Fachkräftemangel“)* zu diesem Thema. Damit aber niemand hellhörig wurde, natürlich während der Fußballweltmeisterschaft 2014. Zum Schluss offenbart der Artikel die Quellen dieser wunderbaren Studie bzw. des Reports des IW.

 Grundlage für die Studie sind Gespräche mit den Mitgliedsunternehmen des Stifterverbandes, Wissenschaftsorganisationen und Vertretern der Zivilgesellschaft. Der Report basiert auch auf jährlich erhobenen Daten des Statistischen Bundesamtes, des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Ein Teil der Daten stammt aus frei zugänglichen Veröffentlichungen der Institutionen. *

Pippi-Langstrumpf-Fazit: Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt.

 *Quellen:

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-11/fluechtlinge-studium-studie-bildung

https://www.stifterverband.org/ueber-uns/organisationsstruktur

http://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Publikationen/Flyer/flyer-schluesselzahlen-asyl-halbjahr-2017.pdf?__blob=publicationFile

https://www.journalistenwatch.com/2017/10/13/zusammen-gefloppt/

https://www.youtube.com/watch?v=Ug_dnxRyASs

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