Skandal: Denkmal für die Opfer vom Breitscheidplatz entsorgt

Entsetzen über den Umgang mit den Toten

Deutsche Erinnerungskultur: Das Mahnmal für die Opfer vom Breitscheidplatz wurde im Zuge des Weihnachtsmarkt-Aufbaus auf den Müll geworfen.

von Collin McMahon

Kritiker hatten schon bemängelt, dass bei dem Mahnmal jede Erwähnung des „islamistischen Terrors“ entfernt wurde. Nun wurden die Kerzen und Erinnerungen an die 12 Toten des islamistischen Massenmörders auf den Müll gekippt.

„Wir trauern um die 12 Toten des islamistischen Terroranschlags am 19.12.2016 am Berliner Breitscheidplatz“, stand auf der Gedenktafel, die von Angehörigen als Mahnmal aufgestellt worden war. Diese Tafel soll nun durch eine Inschrift ersetzt werden, auf der die radikalislamische Gesinnung des Täters verschleiert wird: „Zur Erinnerung an die Opfer des Terroranschlags am 19. Dezember 2016. Für ein friedliches Miteinander aller Menschen.“

Im September wurde die Sprecherin der Hinterbliebenen des Attentats Astrid Passin bereits aus einer Fernsehsendung mit Angela Merkel ausgeladenSie finde es „sehr schade und traurig, Frau Merkel meine Frage nicht stellen zu dürfen“, sagte damals Fr. Passin der Morgenpost. „Wir möchten schon gern wissen, warum sie sich als Bundeskanzlerin noch nicht die Zeit genommen hat, uns kennenzulernen, und warum von ihr nicht wenigstens ein persönliches Kondolenzschreiben kam.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Update 1 von Markus Hibbeler auf Facebook: „Es gibt daneben eine kleine neue Gedenkstelle, die sehr unauffällig ist und von den Angehörigen gestaltet wurde. Dort brennt für jedes Opfer eine Kerze.“

Update 2 – Statement der Gedächtniskirche: „Die auf dem Kirchenpodest der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche entstandene provisorische Gedenkstätte musste schon verschiedentlich aus organisatorischen Gründen verlegt werden. Zunächst weil an ihrem ersten Ort eine Baustelle eingerichtet werden musste und nun, weil ihr aktueller Ort im Hinblick auf die Einrichtung des Weihnachtsmarktes nicht mehr angemessen war. Natürlich müssen ausgebrannte Kerzen gelegentlich auch entfernt werden und werden nicht an den neuen Platz übernommen, den diese provisorische Gedenkstätte bis zur Eröffnung der baulichen dauerhaften Anlage zum Gedenken an die Opfer des Attentats vom 19.12.2016 im Bereich des diesjährigen Weihnachtsmarktes einnehmen wird. Die provisorische Gedenkstätte wurde nach vorne und von dem Bauzaun weggezogen und hat einen neuen Platz auf den Stufen gefunden, der hier zu sehen ist. Im Hintergrund ist zu erkennen, dass es jedenfalls bei Erstellung des Fotos noch nicht gelungen war, den alten Platz vollständig zu beräumen und den neuen Platz vollständig u.a. auch mit den bisherigen Erinnerungstafel vollständig einzurichten.“

 

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Collin McMahon ist Autor („Lukas und Skotti“) und Übersetzer („Gregs Tagebuch“). Er schreibt gerade an einem Buch über Donald Trump. Hier unterstützen.

 

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