Nur in Sachsen – der Buß- und Bettag

Unter dem Kreuz (Foto: Pixabay)

In Sachsen gehen die Uhren tatsächlich mitunter etwas anders. Das erkennt man nicht nur an den fabelhaften Wahlergebnissen der AfD, sondern auch an anderen „Kleinigkeiten“. Zum Beispiel am Buß- und Bettag. Seit 1995 ist er nur noch in Sachsen gesetzlicher Feiertag. In allen anderen Bundesländern nicht mehr. Es geht bei diesem Tag um eine Buße im religiösen Sinne, also um Reue für begangene Sünden und eine Besinnung auf den Gottesglauben.

Der Staatsfunk, in diesem Falle der mdr fragt in unnachahmlicher linker Art und Weise: „Warum hält Sachsen daran fest und wie könnten Alternativen zu diesem Feiertag aussehen?“ Die Antwort wird immer mitgeliefert. Das werde von der Politik geregelt und nicht von der Kirche. Dafür zahle man in Sachsen auch einen höheren Anteil der Pflegeversicherung. Bundesweit läge dieser bei 2,35 Prozent. In Sachsen sei er 1,625 Prozent höher. Der Arbeitgeber beteilige sich jedoch nicht daran.
Eine „ökonomische Begründung“ versuchte auch schon Sachsens ehemaliger Ministerpräsident Kurt Biedenkopf im November 1994 zu liefern : „Wenn wir einen Feiertag streichen, streichen wir den nicht zulasten der Arbeitnehmer, sondern zulasten der gesamten Bevölkerung. Das heißt, die Kinder müssen in die Schule gehen, die Freiberufler müssen arbeiten, die Händler müssen ihre Geschäfte offenhalten, obwohl die alle mit der Pflegeversicherung gar nichts zu tun haben.“

In allen anderen Bundesländern soll demnach mehr gearbeitet werden? Warum haben sich nur in Sachsen auch die Gewerkschaften für die Erhaltung des Feiertags ausgesprochen? Geht es ihnen nur um einen zusätzlichen freien Tag?

Die sozialistische Giordano Bruno Stiftung schlägt natürlich eine Alternative für christliche Feiertage vor. Es wäre eine angebrachte Antwort im 21. Jahrhundert, die christlichen Feiertage nicht ersatzlos abzuschaffen sondern durch frei bewegliche Urlaubstage zu ersetzen, die sich jeder individuell nehmen kann. In Berlin und Bayern gäbe es bereits einen humanistischen Feiertag. Rein christliche Feiertage seien nicht mehr zeitgemäß. Es sähe zudem nach einem Strukturwandel aus, nicht nur, weil es heute auch um die Einführung muslimischer Feiertage ginge. Deutschland sei keine homogene Kulturnation mehr, die einen rein christlichen Feiertag rechtfertigen würde.

In Sachsen hat aber die Evangelische Landeskirche noch 700.000 Gemeindemitglieder. Fast 25 Prozent der sächsischen Bevölkerung sind also christlich.
Diese Zahlen erinnern ein wenig an die Prozentpunkte, die die AfD in Sachsen erreicht hat. Ohne den Buß- und Bettag wären es bestimmt weniger. Und gemessen an allen anderen Zahlen, die im Zusammenhang mit der unkontrollierten Migration laut werden, ist dieser christliche Feiertag offensichtlich aus der Portokasse bezahlbar. Wenn man es eben will und für wichtig hält. Jouwatch wünscht allen Sachsen einen besinnlichen und schönen Buß- und Bettag. (RH)

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