#metoo rechtswidrig?

Foto: Durch Martin de Jong/Shutterstock
Foto: Durch Martin de Jong/Shutterstock

Eine Behauptung ist keine Tatsache. Wenn aber Behauptungen zur Existenzvernichtung eingesetzt werden, ist das weder #metoo noch #aufschrei, sondern Rufmord und strafbar

Von Volker Kleinophorst

Die #metoo Hetzkampagne geht um die Welt. Dabei wurde vielfach, auch hier auf jouwatch kritisiert, dass es sich im Wesentlichen bei allen breit getretenen Geschichten um unbewiesene Behauptungen handelt.

Und da ist man schnell beim Rufmord und Vorverurteilungen. Medienrechtler Prof. Thomas von Hoeren von der Universität Münster auf Telepolis: „Die derzeitige Hetzjagd von Prominenten erfolgt unter Missachtung rechtsstaatlicher Grundsätze.“ Man könne, „nur hoffen, dass das Thema wieder in sachliche Bahnen kommt“, weil sonst eine „unkontrollierte Verdachtsaktion mit Diffamierungen“ drohe, „die der McCarthy-Ära (Kommunisten-Hatz in den USA der 50er Jahre) entsprechen“.

Schon vor ihm hatte der gerne als Prominentenanwalt titulierte Christian Schertz im Deutschlandfunk geäußert, was unter #metoo läuft, ist „eindeutig rechtswidrig.“

„Wenn dir jemand etwas angetan hat, dann gibt es dafür die Institutionen. Das (sind) die Polizei und die Staatsanwaltschaft. Da kannst du hingehen und deine Strafanzeige stellen. Und dann wird diesbezüglich geprüft und ein Ermittlungsverfahren bei einem Anfangsverdacht eingeleitet. Jeden zu nennen, dort ist das und jenes passiert – das ist, ich kann es nicht ändern, rechtswidrig. Insofern sind die Folgen für den, dem das vorgeworfen wird, schon erheblich und eigentlich auch lebenslaufvernichtend, muss man ganz klar sagen.“

Besonders in den USA ist das zu beobachten, wo die bloße Behauptung, es hätte vor Jahren sexuelle Übergriffe gegeben, schon dazu führt, dass man aus einem nicht angelaufenen Film herausgeschnitten wird, wie bei Kevin Spacey. Auch bei allen anderen genannten ob Dustin Hoffman, oder Ed Westwick (Gossip Girl) müsse es ein ordentliches Verfahren geben. Ja auch bei Weinstein, selbst wenn der so schön unsympathisch aussieht. Unsympath reicht vor Gericht für eine Verurteilung nun mal nicht aus.

Strafrechtlerin Jenny Lederer aus Essen beklagt, das eine Vorverurteilung gerade über das Internet und die sozialen Medien „besorgniserregende Ausmaße“ annehme. „Nicht wiedergutzumachende Schäden, existenzvernichtende Folgen sind zu befürchten und bereits zu beobachten – ohne dass die Vorwürfe geklärt wären.“ Lederer ist Mitglied im Strafrechtsausschuss des Deutschen Anwaltvereins. „Für die Aufklärung von möglicherweise strafrechtlich relevanten Vorwürfen gibt es einen Strafprozess, mit seinen verfahrens- und verfassungsrechtlichen Garantien, unter anderem und hier vor allem: der Zweifelsgrundsatz.“ Eine faire Verteidigungsmöglichkeit im Rahmen der öffentlichen Vorverurteilung existiere kaum. „Das Urteil scheint schon gesprochen“, so Lederer.

Was allerdings erstaunlich ist. Bei diesen Uraltgeschichten haben in den USA Promis schnell Asche über ihr Haupt geschüttet, was höchstwahrscheinlich der Schadenbegrenzung dienen sollte. Denn was wäre denn die erste Reaktion auf, du vor 30 Jahren da und da?

Ich kann mich nicht erinnern, oder?

Bei Sylvester Stallone wurde jetzt behauptet, er habe vor 31 Jahren in Las Vegas mit einem Bodyguard Sex mit einer 16jährigen gehabt. Das würden angeblich Polizeiunterlagen aus der Zeit beweisen. Stallones Pressesprecherin Michelle Bega: „Das ist eine lächerliche, kategorisch falsche Geschichte.“ Zu keiner Zeit sei der Schauspieler von einer Behörde oder einer Person mit dem Vorfall konfrontiert worden. Geht also auch anders.

Beweise hat man nicht, also ist da auch Schluss mir der ganzen verlogenen #metoo-Geschichte, auf die ja auch unserer Erregungsmedien voll angesprungen sind.

Liebe #metoo-Hennen, es ist so traurig, rassistisch, menschenfeindlich…: Auch wenn Frauen etwas behaupten, sollte es beweisbar sein.

Sonst kommen wieder diese bösen alten Klischees hoch, dass Frauen lügen, wenn sie den Mund aufmachen. Und dann geht der #metoo-Schuss endgültig nach hinten los.

Aber vielleicht kümmert ihr euch ja dann mal darum, wo in unserer Gesellschaft die echten Probleme mit sexueller Belästigung liegen. #wirlassenjedenarschinsland

 

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