Entertainment: Katrin und Cem von den Grünen über das Ende der Sonde

Foto: Screenshot/Video
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Allgemein kennt man mich als einen humorvollen Menschen. Man sagt, Comedy erkennt keinereiner schneller als meinereiner. Die Erkenntnis.

von Max Erdinger

Die Grünen haben, nachdem sie wussten, wie das Ende der Sonde aussieht, in ihrer großen Not beschlossen, die Politik sein zu lassen und künftig Comedy zu machen. Das glauben Sie nicht? Ich habe den Beweis: Dieses Video. Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt zum Scheitern der Sondierungsgespräche. Comedy vom Feinsten.

Nehmen Sie sich die Zeit, sich dieses Video zweimal anzuschauen. Einmal ohne Ton, um sondierungsmäßig durch die bloße Konzentration auf Gestik und Mimik Vermutungen darüber anzustellen, was die Beiden wohl gesagt haben müssen, um dabei so unauthentisch aus der Wäsche zu schauen. Dann schalten Sie den Ton an und überprüfen Ihre Vermutungen. Sie werden sehen: Die Beiden übertreffen Ihre Erwartungen bei weitem.

Katrin über ein Erlebnis: „Wir haben erlebt, daß die FDP nicht mehr bereit war, weiter zu reden über die Frage, ob man eine gemeinsame Regierung bilden kann.

Was für ein Erlebnis. Ist wahrscheinlich auch traumatisierend gewesen, das Erlebnis. Nach vier Wochen sagt jemand, daß es ihm jetzt reicht mit Gerede und Erlebnis. Schande über die FDP, friedliebenden Redenden solche Erlebnisse zu bescheren.

Katrin über das Mögliche: „Wir waren der Auffassung, das ist möglich, die CDU und die CSU waren der Auffassung, das ist möglich. Wir hatten noch nicht alles geeint – klar.

Warum soll diese Nochnichteinigung nach vier Wochen klar sein? Weil man in vier Wochen nichts besprechen kann? Ich meine, in vier Wochen vor den eigentlichen Koalitionsverhandlungen? Bei Sondierungsgesprächen? Die Wahrheit ist doch wohl die: Alle hätten sie gerne an die Macht gewollt – und alle hatten sie einen Heidenschiß davor, daß sie der jeweils andere über den Tisch ziehen könnte. Die FDP, die als einzige der vier Koalitionäre in spe Grund zu der Annahme hat, daß ihr Neuwahlen kaum schaden werden, erkannte für sich keinen Sinn mehr im Weitersondieren. Zugegeben, ich hätte meinen Skalp darauf verwettet, daß Lindner der letzte ist, der die Sondierungsgespräche beenden würde. Wenn man aber bedenkt, daß er sich, so, wie die Sondierungsgespräche verlaufen sind, zuletzt eingestehen musste, daß Merkel den Grünen alles in den Rachen werfen wird, während sie die FDP mit einem Knochen abspeisen will, hat er eine sehr realistische eigene Rechnung aufgemacht.

Katrin über das Reden und die Demokratie: „Wir hatten noch Punkte, über die wir hätten weiter sprechen müssen. Aber das ist so in der Demokratie, daß man weiter miteinander reden können muß, daß man weiter miteinander spricht.

Kann man machen in der Demokratie. Muß man aber nicht, es sei denn, man verwechselt die Demokratie mit einer Zwangslaberatur. Ich bin sicher, Christian Lindner wird sich auch in Zukunft noch mit Frau Göring-Eckardt unterhalten. Nur eben nicht über eine gemeinsame Regierungsbildung. Ach ja, „wir hatten noch Punkte“. Genauer: Grüne Punkte hatten wir. Den Gelben war das aber egal. Waren ja keine gelben Punkte. Das ist wahrscheinlich wieder so ein Erlebnis gewesen, daß sich der Lindner für die grünen Punkte nicht so interessiert hat wie für die gelben.

Katrin über den Mut und die Selbstlosigkeit: „Wir haben uns ganz am Anfang entschieden, auch eine schwierige Konstellation zu versuchen und wir sind dabei geblieben, immer wieder Angebote zu machen, Kompromissangebote zu machen bis an die Schmerzgrenze. Manche, das wißt ihr, bis über die Schmerzgrenze hinaus, weil wir Verantwortung für dieses Land empfinden und weil wir glauben, daß diese Situation vermeidbar gewesen wäre.

Heldenhaft versuchten die Grünen also eine schwierige Konstellation. Wunden trugen sie davon bei ihrem Versuch. Schmerzgrenzen haben sie überschritten. Weil sie Verantwortung empfinden für Deutschland … äh … moment: Hat sie Deutschland gesagt? Nein, sie hat gesagt, die Grünen empfinden Verantwortung für „dieses Land“. Wie heißt denn dieses Land, Katrin? Außerdem: Sollst du lügen? Gerade du tust es doch sonst nicht unterhalb von „Verantwortung für den Planeten und die ganze Menschheit“!? Auf einmal empfindest du Verantwortung für „dieses Land“, das du noch nicht einmal bei seinem Namen nennen kannst? Dieses Land heißt Deutschland, Katrin. Und wer für Deutschland auch nur noch einen Funken Verantwortung empfindet, der nennt es erstens auch so und zweitens tut er alles dafür, daß ihr empfinden könnt, was ihr wollt, so lange ihr keine politische Macht mehr bekommt. Was grüne Sensibelchen für „diese oder jene Länder“ empfinden, ist der Realität völlig egal.

So, nachdem die Katrin zuerst etwas Hübsches aufsagen durfte, kommt jetzt der Cem an die Reihe. Das erste Wort haben bei den Grünen nämlich immer die Frauen. Bisher hat der Cem nur bedeutungsschwer in die Kamera oder auf die Katrin schauen dürfen. Cem erklärt uns nun, warum die FDP die Sondierungsverhandlungen abgebrochen hat.

Cem völlig grundlos: „Sie konnte es nicht wirklich begründen …

Wenn das tatsächlich so wäre, Cem: Hätte sie es denn begründen müssen? Hätte es Gespräche zum Ende der Sondierungsverhandlungen geben sollen? Und hat Lindner den Abbruch der Sondierungsverhandlungen nicht begründet? Doch, hat er. Kuckst Du Video. Mal so nebenbei gefragt, Cem: Was erzählt es mir über dich, daß du glaubst, mir erzählen zu können, Lindner habe nichts begründen können? Glaubst du ernsthaft, kein Mensch prüft nach, was du da erzählst?

Cem unverdrossen weiter: “ … nicht inhaltlich, sondern sie hat beschrieben, daß es etwas mit dem Gesamteindruck zu tun hat.

Tja, da ist jetzt dieses Lindner-Video natürlich ein bißchen dumm für dich.

Cem der Demokratiekundige: „Ich finde, es hätte sich gelohnt, die Extrameile zu gehen, denn die Demokratie lebt vom Kompromiss.

Also, jetzt paß´ mal auf, Cem, das weiß ich nämlich besser: „Extrameile gehen“ ist nichts weiter als ein schöner Euphemismus für „sich selbst verleugnen“. Natürlich hätten die Extrameile wieder die anderen machen sollen. Und jetzt sage ich dir mal, wer vom Kompromiss lebt: Der Politiker. Bei der Demokratie ist es anders. Die siecht an dem Kompromiss, von dem der Politiker lebt. Der Realität sind Kompromisse auch völlig egal. Wenn es keinen anthropogenen Klimawandel gibt, ist es realiter irrelevant, welche Kompromisse in dem Wahn geschlossen werden, daß es einen gebe. Nicht so schwer zu verstehen, oder? Weil das nun so ist und weil der Realist der natürliche Feind des Zivilreligiösen ist, mithin also politischer Opponent zu den Grünen, habt ihr mit den Realisten das getan, was ihr immer tut, wenn euch die Wahrheit nicht gefällt. Ihr habt die Realisten stigmatisiert, ein Hauptwort in die Welt geworfen wie die Sau ihre Ferkel: Der Realist ist jetzt ein Klimaleugner. Und was alle möglichen Leugner für welche sind, das weiß man nicht erst seit der ziemlich jungen grünen Inquisition. Mit euch eine Regierungskoalition einzugehen, ist abseits aller irrelevanten Fragen im Wahn zuvörderst eine der Selbstachtung. Mit Leuten wie euch als Begleitung würde meinereiner noch nicht mal seinen Lottogewinn abholen.

Cem in der Pose des Mahners: „Sie (die Demokratie, Anm.) lebt davon, daß alle sich auf einander zubewegen für das gemeinsame Ganze.

„Dieses Land“, das „gemeinsame Ganze“, die „Menschen, die schon länger hier leben“ (Merkel) – Dissens ist völlig undemokratisch, auf seinem Standpunkt zu beharren, ist undemokratisch, es tötet die Demokratie, denn sie lebt von – was-weiß-ich – wrschtpfrmpft vielleicht. Demokratie lebt, Menschen reden, sie setzen gemeinsam Zeichen, bewegen sich aufeinander zu und kämpfen für den mittigen Kompromiss, dieses irrelevante Parteidemokraturdeppenheiligtum. Cem, du hast etwas Essentielles nicht verstanden: Es gibt Gegnerschaft, ja Feindschaft in der Demokratie. Meinereiner ist zutiefst davon überzeugt, daß wahnhaftes, grünes Meinen & Finden, grünes Pastoralgetue & bigottes Scheinmoralisieren bei tatsächlicher Diffamierungslust und Vernichtungswillen dem politischen Gegner gegenüber (NetzDG Künast) derartig schädlich und überflüssig für die Demokratie sind, daß er sich lieber mit der Waldameise einigt, als ausgerechnet mit euch.

Meine demokratische Betätigung besteht darin, das zu tun, was Andere vor mir schon getan haben, anfangs der Dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts beispielsweise. Ich warne auf hochdemokratische Weise durch das Wort davor, sich mit euch auf irgendetwas einzulassen. Ich befürworte den Ausschluß der Grünen aus dem demokratischen Diskurs wegen erwiesener grüner Demokratieunfähigkeit. Ihr seid eng verbandelt mit der interventionistischen Linken, ihr besudelt mit dem Namen eurer parteinahen Stiftung den Namen eines großen deutschen Schriftstellers, Moslems würdet ihr in Massen in „dieses Land“ lassen, für selbsternannte Rohingyas würdet ihr euch einsetzen – und zur Entrechtung und der systematischen Ermordung von Weißen im südlichen Afrika fein säuberlich das pastorale Schandmaul halten. Mit euch gibt es nichts mehr zu bereden in der Demokratie.

Das Statement von Katrin und dir zum Ende der Sondierungsgespräche ist genau der Stumpfsinn, von dem Deutschland todkrank geworden ist.

 

 

 

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