Kein Mitleid mit Deutschen – Jobcenter kürzt einem Bettler die Bezüge

Betteln um ein paar Euro Symbolfoto:Durch Dmitry Kalinovsky/shutterstock
Deutschland mag reich sein, die Bürger sind es nicht. Symbolfoto:Durch Dmitry Kalinovsky/shutterstock

Dortmund – Mitte des Monats wird das Geld für den Hartz IV- Empfänger Michael Hansen knapp. Dann sitzt er auf der Straße, lässt sich bepöbeln und bettelt sich den ein oder anderen Euro zusammen. Das missfällt dem Jobcenter, es kürzt ihm und seiner Frau kurzerhand die Bezüge.

Der stille Putsch
Jürgen Roth

Der 50-jährige hatte bisher nicht viel Glück im Leben. Als Heimkind großgeworden, ohne Ausbildung und mit gelegentlichen Jobs bei Zeitarbeitsfirmen versuchte er, sich über Wasser zu halten. Seit 2005 bezieht er mit kleinen Unterbrechungen Hartz IV. Eine Mitarbeiterin des Jobcenters beobachtete ihn im Januar des Jahres und „verpetzte“ ihn beamtenkorrekt bei ihrem Arbeitgeber. Das Jobcenter verlangte daraufhin Auskunft über seine diesjährigen Einkünfte und Einsicht in sein Einnahmebuch. Für das Jobcenter ist klar – Michael Hansen ist hauptberuflich „Bettler“ und somit „selbstständig“. Und so zog es Hansen und seiner Ehefrau Christa im August von ihren 760 Euro knallhart 300 ab. Die Anwältin des Ehepaares legte Widerspruch ein und so sollen es inzwischen „nur noch“ 90 Euro weniger sein. Viel Geld für das Paar.

Geht es nach dem Sozialgesetzbuch II. (Paragraphen 11 und 11a Abs. 5 SGB II), verhält sich das zuständige Jobcenter korrekt.

Bei einem vergleichbaren Fall in Göttingen in 2009 knickte das zuständige Jobcenter nach einem Sturm der Empörung ein und „verfolgte die Kürzung nicht weiter“. (MS)

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