Die bitteren Tränen der Martina Fietz (Focus)

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Die FDP ist schuld, das Merkel nicht weiter machen kann. Wo bleibt da die staatsbürgerschaftliche Verantwortung, fragt sich Focus-Kommentatorin Martina Fietz

Von Volker Kleinophorst

Normalerweise erfreut Martina Fietz, Leiterin der Parlamentsredaktion des Focus ihre Leser immer zum Wochenende mit ihrer Kolumne „Fietz am Freitag“, in der Fietz ihren Lesern regelmäßig erklärt, wieso Angela Merkel doch ein Segen für das Land sei.

Als Merkel-Fangirl muss man aber auch mal eine Extraschicht schieben. Kaum hatte Christian Lindner das Ende der unseligen Jamaika-Schwampel verkündet, eilte Martina Fietz an ihren Schreibtisch und war schon um 1.37 Uhr heute Morgen mit ihrer Analyse draußen.

Die FDP hat sich und Deutschland keinen Gefallen getan.“ Denn es sei ein Projekt gescheitert, dass sich als zukunftsweisend hätte erweisen können.

Da ist man ja gespannt, oder?

An welcher Stelle dieser nicht lebensfähige Schwampel-Homunkulus zukunftsweisend sein könnte, bleibt selbstredend offen, es sei denn, das soll darauf ein Antwort sein: „Das zähe Ringen … hat verschüttet, was ein Leitgedanke dieses Bündnisses hätte werden können: Die Versöhnung von Ökonomie und Ökologie in einer globalisierten Welt.“

Das hört sich doch nun wirklich an, als wäre es Merkels Mund entronnen.

Man habe in Streit um Details das große Ganze aus dem Blick verloren, findet Martina Fietz. Das sei mangelnde staatspolitische Verantwortung. Die die SPD übrigens auch gezeigt habe, in ihrer Verweigerung einer weiteren großen Koalition.

Also nicht die Rechtsbrüche der aktuell noch geschäftsführend regierenden Merkel-Junta mit ihren Alleingängen auf nationaler und internationaler Ebene haben dem Land geschadet. Nein, wer da nicht mehr mitmachen will, der ist der vaterlandslose Geselle. Interessantes Demokratieverständnis.

Begründung Fietz: Von Neuwahlen profitiere ja allein die AfD und die sind ja keine „etablierte Partei“, also ganz was Schlimmes: „Denn das Scheitern von Jamaika wird in der Bevölkerung als Beleg dafür gelten, dass die etablierten Parteien es eben nicht schaffen, das Land gut zu regieren.“

Wenn man mal aus dem Berliner Parlamentsbüro heraustritt, sieht man jeden Tag, wie gut ja täglich besser das Land regiert wird: Einfach mal U-Bahn fahren. Kleine Reportage über einen Spaziergang im Tiergarten in der Dämmerung. Shopping im Wedding.

Doch gut regiert wird das Land in der Fietz-Welt nur mit Kanzlerin Merkel, weswegen sie sich auch Sorgen um den Ansehensverlust macht – „für die Kanzlerin und für Deutschland“.

Was ich bei diesem Artikel und auch schon bei einigen anderen Kommentaren von Frau Fietz auffällig finde: Kaum einer Kommentator teilt die Positionen von Frau Fietz. Das muss man doch mal merken, dass es da auch noch deutlich anderen Ansichten gibt.

Denn die Focus-Leser sagen einhellig: „Danke FDP.“

Ein Beispiel von Vielen:

 

Und auch die Umfrage, die auf der Seite eingebettet ist, im Ergebnis nicht gerade pro Merkel.

Wieso hält den denn nun Frau Fietz so unbedingt an Merkel fest? Ihre Verbindungen zur Konrad Adenauer Stiftung sind jedenfalls bei einer Neutralität, die man von einer politischen Kommentatorin verlangen könnte, nicht hilfreich.

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