Sondierung: Wahlkampf überflüssig.

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NIcht ins Loch zu bekommen: Angela Merkel Foto: Collage

Sondieren bis der Arzt kommt! Donnerstag, den 16ten sollte laut Kanzlerin um 18 Uhr Schluß sein. Wir haben jetzt Sonntag, den 19ten, 19:30 Uhr. Anderthalb Stunden nach dem Schlußtermin, den Lindner von der FDP am 17ten gesetzt hatte. Gerade eben läuft das große Palaver im ZDF. Man sei kurz vor Schluß, könne aber nicht sagen, wann Schluß sei. Was kommt als nächstes? – Elfmeterschießen?

Ein Kommentar.

von Max Erdinger

Wer sich dieses Sondierungstheater noch länger bieten läßt, braucht sich nicht zu wundern, wenn die nächsten Bundestagswahlen erst dann stattfinden, wenn sich die Politiker auf einen Termin geeinigt haben. Und wenn die Einigungsgespräche hundert Jahre dauern. So lange wird dann halt nicht gewählt. Man könnte auch diskutieren, ob eine 30-minütige Verlängerung nach einem Unentschieden bei Fußballweltmeisterschaften eigentlich 32 Minuten lang sein muß. Wegen der Formel 30 = 32.

Man könnte sich auch fragen, ob es vielleicht völlig bescheuert ist, seinen Kopf mit der Hartnäckigkeit eines Spechts gegen die Realität zu klopfen. Von allem Anfang an diktierte diesen Sondierungsgesprächen die absolute Unmöglichkeit den Verlauf. Es geht wegen der Einlassungen im Wahlkampf bei jeder der beteiligten Parteien einzig und allein darum, einen faulen Kompromiss zum Zwecke einer Regierungsbildung zu finden. Verhandelt wird, welche Partei prozentual wieviel des Gesamtgesichtsverlusts einer Jamaika-Regierung zu übernehmen hat. Wenn dieses Regierungsbündnis kommt, haben sich alle zukünftigen Wahlkämpfe erledigt. Sie sind dann zu einer lächerlichen Überflüssigkeit verkommen.

Es ist eine schier unfassbare Frechheit der Koalitionäre in spe, daß sie einerseits die eminente Wichtigkeit ihrer Amtsausübung nicht müde werden zu betonen, sich andererseits aber herausnehmen, endlos Zeit zu verplempern, um sich gegenseitig die Bauchnäbel zu inspizieren, obwohl sie ihre verdammten Bauchnäbel bereits aus dem FF kennen. Hier wird nicht anhand politischer Notwendigkeiten sondiert, sondern an den Notwendigkeiten vorbei – und das auch noch mit einer Chuzpe, welche die Welt noch nicht gesehen hat.

Notwendig waren bereits am Donnerstag, dem 16ten, 18:01 Uhr, – Neuwahlen! Das war der Termin, den die Kanzlerin gesetzt hatte. Ist die Kanzlerin noch Kanzlerin? Zählt ihr Wort noch etwas? Muß es noch irgendwen interessieren, was die Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland an Daten und Terminen verkündet, wenn es sie schon selbst keine 24 Stunden lang mehr interessiert? – Anscheinend nicht. Wozu hält sich die Bundesrepublik Deutschland diesen mißglückten Mann in seinem Hosenanzug dann überhaupt noch? Wozu äußern sich diese Koalitionäre in spe überhaupt noch in der Öffentlichkeit? Wenn nichts von dem zutrifft, was sie verkünden, noch nicht einmal mehr Termine und Uhrzeiten, dann sollten sie es besser bleiben lassen, weil ihre Lautäußerungen unter „vermeidbare Geräuschbelästigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz“ fallen.

 

Wandere aus, solange es noch geht!
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