Italien: Jugend verarmt

Foto: Durch Africa Studio/shutterstock
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Italien – Einer von zehn Italienern im Alter zwischen 18 und 24 lebt inzwischen im „extremer“ Armut, teilte die katholische Hilfsorganisation Caritas mit.

Die Zahl der jungen Menschen, die in den Caritas-Zentren Lebensmittel, Kleidung oder auch nur Schutz suchen würden, steige immer weiter an.

Die Armutsrate unter Jugendlichen sei in den letzten zehn Jahren von 2 auf nun 10 Prozent gestiegen, die Altersarmut dagegen leicht gefallen.

Demnach leben 1.2 Millionen italienischer Jugendlicher in „absoluter Armut“.

„Vor der Wirtschaftskrise haben besonders die über 65-Jährigen gelitten, seit fünf Jahren trifft es immer mehr junge Menschen und Jugendliche“, so die Caritas in ihrem Bericht.

Seit dem Ausbruch der Wirtschaftskrise in 2008 bekommt Italien das Problem der Jugendarbeitslosigkeit, die höchste in ganz Europa, nicht in den Griff.

Allein im vergangenen Jahr verließen fast 50.000 junge Italiener ihr Heimatland. Tausende illegale Einwanderer und sogenannte Flüchtlinge, die meisten von ihnen Männer, rücken nach.

Das Problem sei nicht nur die materielle Armut, die grassiere, sondern auch, dass die jungen Menschen keine Möglichkeit mehr haben, ihre Zukunft und ein eigenes unabhängiges Leben zu planen, warnt Monsigore Nunzio Galantino.

Insgesamt haben sich im vergangenen Jahr über 200.000 Menschen an die Caritas um Hilfe gewandt, 22 Prozent von ihnen waren zwischen 18 und 34 Jahre alt. (MS)

 

 

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