Exklusiv-Interview: Hagen Grell über seine YouTube-Sperre

Hagen Grell: "Die konservativen YouTuber zählen zu den Besten."

Am 14.11.2017 wurde der YouTube-Kanal des freien Journalisten und konservativen Bloggers Hagen Grell mit 42.698 Abonnenten und 11.128.405 Aufrufen gesperrt. JouWatch sprach heute exklusiv mit Hagen Grell.

Interview von Collin McMahon

In kurzer Zeit folgten letzte Woche 2 Strikes aufeinander für Videos, welche die Antifa kritisierten. Das erste Video war ein Bericht über eine US-amerikanische, gewalttätige Antifa-Aktivistin. Dieses Video wurde wegen „Cybermobbing“ zensiert. Das zweite Video war ein Skype-Gespräch mit dem Identitären Martin Sellner über die selbsthassenden Tendenzen von Antifa und Multikulti-Fanatikern. Dieses Video wurde als Verstoß gegen die Hatespeech-Richtlinien von YouTube deklariert. Bei einem dritten Verstoß droht die Kanal-Löschung.

Sie sind einer der führenden deutschen konservativen YouTuber. Wie würden Sie sich politisch einordnen?

Ich verstehe mich als werttraditioneller moderner Konservativer. Das heißt, ich glaube im Gegensatz zu den relativistischen 68ern und ihren Erben, dass es Werte gibt, die unerlässlich sind für ein erfülltes, produktives Menschenleben. Werte, welche die Grundlage für unsere moderne Zivilisation bilden und die uns ermöglichen werden, sie jetzt erneut zu reformieren. Zu diesen Werten zähle ich: Mut, Fleiß, Ordnung, Besonnenheit, Beharrlichkeit, Treue, Authentizität und viele andere Tugenden, die von den 68ern verteufelt wurden.

Wie sind Sie zum YouTuben gekommen? Wurden Sie ge-redpilled oder waren Sie schon immer konservativ?

Ich habe die „rote Pille“ auf den neuen Montagsdemos zur Ukraine-Krise 2014 genommen. Ich war Moderator in Leipzig. Als mir bewusst wurde, dass die Staatsmedien normale Bürger, Kinder, Renter, Arbeitstätige, auch Linksalternative, Konservative und alle sonstigen Anwesenden als Nazis diffamierten, dämmerte mir, wie groß die Lüge sein könnte, in der wir leben. Aber schon 2011 beschäftigte ich mich mit dem verkorksten Bildungswesen und gründete mein damaliges Blog und meinen YouTube-Kanal. Aber erst im August 2015 entschied ich mich, Vollzeit-Journalist auf YouTube zu werden. Der Grund: 79.000 „Flüchtlinge“ im Juli. Und die Politik klatschte Applaus. Das kann rechnerisch nicht gutgehen, dachte ich. Hier steckte eine andere Agenda dahinter.

Wie viel kann man damit verdienen? Wie funktioniert das?

Als politischer YouTuber kann man sich mit Werbeeinnahmen nicht mehr über Wasser halten. Seit der „Werbe-Apocalypse“ auf YouTube („Adpocalypse“ ) trifft dies auch viele der englischen Kanäle. Ich selbst finanziere mich durch Spenden und Dienstleistungen, die ich gelegentlich anbiete. Ein guter Video-Macher mit Alleinstellungsmerkmal kann das zum Hauptberuf machen. Man sollte allerdings dringend auf mehreren Plattformen präsent sein, damit man nicht abgeschaltet werden kann. Empfehlungen, die ich bekommen habe und jetzt in Ruhe prüfen werde: Steemit/DTube, BitChute, Dailymotion, VimeoVid.meMinds.com, rutube.

Milo Yiannopoulos und James Damore haben YouTube vorgeworfen, konservative Inhalte zu zensieren. Was ist Ihre Erfahrung damit?

Die Zensur auf YouTube ist definitiv spürbar. Und „Project Veritas“ hat das bereits an Einzelfällen und mit Geheimaufnahmen von Gesprächen nachgewiesen. Allerdings werden alle Meinungen zensiert bzw. behindert, die nicht dem Narrativ der Leitung von YouTube entspricht. Die Geschäftsführerin ist übrigens Feministin und „Kämpferin für soziale Gerechtigkeit“.

Wie gehen Sie mit Trollen um? Müssen Sie oft rechtsextreme oder rassistische Kommentare löschen, Nutzer sperren?

Es wäre mir gar nicht möglich, alle Trolle zu sperren. Mir fehlt die Zeit. Und ich denke, jeder sollte selbst entscheiden, was er mit Trollen oder unangenehmen Meinungen macht. Ich persönlich ignoriere sie oder trolle selbst die Trolle. Natürlich nur wenn ich die Zeit dafür habe.

Warum eignet sich YouTube so gut für konservative Inhalte?

YouTube hat einen Vorteil seit seiner Gründung: das Prinzip der Meritokratie. Das heißt: Leistungsherrschaft. Die besten YouTuber mit den besten Inhalten, Ideen, Meinungen und/oder dem saubersten Journalismus und den anziehendsten Persönlichkeiten landen ganz oben. Offensichtlich gehören viele Konservative zu den Besten. Meiner Meinung nach wegen der menschlichen Werte, die sie verkörpern. In letzter Zeit versucht die neue Leitung von YouTube, dieses meritokratische Prinzip abzuschaffen. Aber sie sind noch nicht erfolgreich damit, weil sie damit die Kernidee von Youtube selbst korrumpieren würden.

In USA gibt es schon Konferenzen wie VidCon für YouTuber. Trifft sich die Szene in Deutschland auch?

VidCon ist eine Konferenz für alle YouTuber, besonders die größten Unterhalter. Auch in Deutschland gibt es solche Konferenzen. Aber weniger für die patriotische Szene. Patrioten waren lange die „Schmuddelkinder“ in Deutschland. Das ändert sich langsam. Und daher bekommen Konferenzen wie die von „Compact“ immer mehr Zulauf. Die Esoterik-Szene wiederum hat auch ihre eigenen Konferenzen. Doch speziell die patriotischen YouTuber zu versammeln, hätte sich bisher nicht gelohnt. Durch die Entwicklungen der letzten Monate wird das allerdings zunehmend eine Möglichkeit.

Haben Sie YouTube kontaktieren können? Was war die Antwort?

Ich habe YouTube kontaktiert und habe mit einem „Falk“ geschrieben. Man bekommt keine Nachnamen. Ich weiß nicht einmal, ob „Falk“ nicht ein Chat-Programm ist, das mir automatisch antworten sollte. Die Antworten waren pauschal und abwimmelnd. Ich suche aber gerade auch über andere Wege Kontakt zu YouTube. Darüber werde ich später genauer berichten.

Wie stellen Sie sich ihre zukünftige Karriere vor?

Nach der aktuellen Entwicklung ist meiner Meinung nach Unternehmergeist gefragt. Die Patriotenfeindlichkeit auf YouTube ist auch eine Chance, etwas Eigenes aufzuziehen, das nicht nur mir, sondern der gesamten Szene ein neues Sprungbrett verschafft. Genaueres werde ich öffentlich ankündigen. Man darf aber gespannt sein!

 

Hagen Grell kann ab 28.11. wieder Videos hochladen, will sich aber nicht einschüchtern lassen und bedient daher auf seinem Zweitkanal „Hirnticker“ weiter sein Publikum: https://www.youtube.com/hagenshirnticker

Grell kündigte an, sich gegen die Zensurversuche zur Wehr zu setzen und ist zuversichtlich, auch auf seinem Hauptkanal bald zurückkommen zu können.

 

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Collin McMahon ist Autor („Lukas und Skotti“) und Übersetzer („Gregs Tagebuch“). Er schreibt gerade an einem Buch über Donald Trump. Hier unterstützen.

 

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