Die dreiste Lüge des Mathias Döpfner

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Vorstand und Ramschladen (Foto: Collage)

Dass ausgerechnet der Mann, der dafür gesorgt hat, dass seine Untertanen die Bürger medial auf den muslimischen „Massenansturm“ einzustimmen, dass ausgerechnet der Mann, der die AfD als einzige wirklich islamkritische Partei durch seiner Handlanger in der „Welt“ und „Bild“ verteufeln ließ, nun den Zeigefinger hebt, ist im Prinzip lächerlich – obwohl er mit fast allem Recht hat.

Mathias Döpfner schreibt in der Welt. Es geht um das Frankfurter Urteil, die Beförderung eines israelischen Passagiers sei für eine kuwaitische Airline nicht „zumutbar“, dass für nur  wenig Empörung sorgte. Den Springer-Boss erinnert es an Auschwitz und Entebbe 1976:

…Der eigentliche Skandal aber ist die mangelnde Empörung. Deutschland – so scheint es –, hat Wichtigeres zu tun. Und hier spätestens ist nicht nur asymmetrische Intoleranz, sondern auch asymmetrische Gleichgültigkeit festzustellen.

Man stelle sich einmal vor, wie die Empörung hierzulande ausfallen würde, wenn ein deutsches Gericht einer westlichen Airline das O. K. geben würde, türkische Staatsbürger nicht mehr zu befördern. Zu Recht würde von Rassismus und Ausländerfeindlichkeit gesprochen, auch von Muslimfeindlichkeit. Und vor deutschen Flughäfen würden Lichterketten gebildet. Wer darauf hoffte, dass es nun auch nur ansatzweise so viel Empörung gegenüber dem Urteil aus Frankfurt geben würde, sah sich getäuscht.

Das Klima ist ungut. Als gäbe es eine unterschwellige Allianz von rechtem und linkem Rassismus, gilt im Umgang mit muslimischen und jüdischen Sensibilitäten zweierlei Maß.

Vor wenigen Tagen wurde auf RTL Karl Lagerfeld wegen einer provozierenden Bemerkung zur Einwanderungspolitik vorgeführt, weil „es der Modekönig in einer Fernsehshow gewagt“ hat, Angela Merkel zu kritisieren. Die Begründung, die RTL liefert, ist eine handfeste antisemitische Verschwörungstheorie „Tatsächlich ist das Unternehmen Chanel, für das er (Lagerfeld) arbeitet, fest in jüdischer Hand. Eigentümer ist die Familie Wertheimer.“

Im Klartext war gemeint: weil Lagerfeld für Juden arbeitet, kritisiert er die Massen-Einwanderung von Menschen aus muslimischen Ländern. Man kann Lagerfelds Position auseinandernehmen. Aber sicher nicht wegen der jüdischen Eigentümer-Familie von Chanel. Und auch in diesem Fall: von öffentlicher Empörung keine Spur.

Die ersten, die über diesen Skandal berichtet hatten, waren wir auf JouWatch, das vergisst Herr Döpfner natürlich zu erwähnen. Und das hier ist eine dreiste Lüge:

 In den großen überregionalen Zeitungen war das Thema – bis auf „Bild“ – am Tag danach nirgendwo auf Seite 1. 

Falsch Herr Döpfner. Auf JouWatch war das ebenfalls ein Thema für die Seite 1. Aber macht ja nichts. Irgendwann wird auch Herr Döpfner schnallen, dass es auch neben dem Springer-Verlag ein mediales Leben gibt.

 

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