Integrationsbeauftragter Berlin: „Ich will keine weißen Sheriffs“

(Bild: Stephan Röhl; CC BY-SA 2.0; siehe Link
Andreas Germershausen (Büro des Beauftragten des Sentas von Berlin für Integration und Migration) (Bild: Stephan Röhl; CC BY-SA 2.0; siehe Link)

Berlin – Die Vorwürfe ihm Rahmen der „Polizei-Affäre“ wiegen schwer und sind aktuell weder untersucht noch im Ansatz aufgearbeitet. Trotzdem beklagt der Beauftragte des Berliner Senats für Integration und Migration, Andreas Germershausen, nicht etwa die mutmaßlich vorherrschenden Zustände, sondern den angeblich rassistischen Ton in den vorgebrachten Beschwerden über Polizeischüler aus Zuwandererfamilien mit türkischem oder arabischem Hintergrund. Sein Problemlösungskonzept ist mehr als erschreckend.

In einem Interview mit dem Tagesspiegel zeigt sich Germershausen mehr als einseitig. Dies nicht unmotivert, da der Integrationsbeauftragter bereits seit 2001 beim Senat beschäftigt ist und vorher als Angestellter beim „Asian Research Center for Migration an der Chulalongkorn University in Bangkok„ sich mutmaßlich in seinem ganzen beruflichen Leben ausschließlich auf das Thema „Integration“ konzentrierte.

Polizei, ein weiteres Experimentierfeld der Integrationsindustrie

Nicht etwa die vorgebrachten Vorwürfe von Ausbildern über angeblich haltlose Zustände in der Berliner Polizeischule sorgen den hauptberuflichen Integrationsfunktionär. Gerade in Zeiten des „zunehmenden Rechtspopulismus“ frage er sich nach der Motivation der anonymen Beschwerdeführer, so Germershausen.

Die massive Zunahme von Menschen mit Migrationshintergrund in der Polizeiakademie – diese lagen 2016 bei 32 Prozent – sei ein großartiger Erfolg und kein Manko und zudem ein wichtiger „Integrationsmotor“. „Für die Polizei zu arbeiten, trägt zum Rechtsverständnis der Menschen bei, die hier in Rede stehen, also Menschen arabischer und türkischer Herkunft. Sie tragen den Rechtsstaat in ihre Communities hinein. Die Polizei spiegelt so die ganze Bevölkerung wider“, so die Einschätzung des Integrationsbeauftragten, der den Eindruck vermittelt, bei der Polizei handele es sich um ein weiteres Experimentierfeld der Integrationsindustrie. Germershausen bestätigt diese Vermutung mit der durchaus als „rassistisch“ zu bezeichnenden Aussage: „Ich will keine weißen Sheriffs.“

„Diversity-Trainern“ sollen die Polizeiakademie auf Linie bringen

Auf die Fragestellung im durchgängig unkritisch geführten Interview, wie seine Wertung aussehe, dass Dienstschwimmen von muslimischen Polizeischülern verweigert werde, weil in dem Becken vorher ein Unreiner geschwommen sein könnte“, entgegnet der Politfunktionär in wenig überraschender Art und Weise und konterkariert sein vorher Gesagtes. Er wolle nicht ausschließen, dass es solche „Probleme“ gebe. Er wolle nichts beschönigen und habe nach Bekanntwerden der Vorwürfe ja auch den Kontakt mit der Polizeiakademie intensiviert.

Die Lösung des „Problems“ scheint für den Integrationsbeauftragten des Senats nicht in der nahe liegenden Maßnahme zu bestehen, solche Typen sofort aus dem deutschen Polizeidienst zu entfernen und strenge Einstellungskritierein zu fordern. Germershausen will die Polizeiakademie von „ Diversity-Trainern“ beraten lassen und sich dann ansehen, was „dabei herauskommt“. „Meinen Schwerpunkt sehe ich nach wie vor darin, die Vielfalt in der Polizei zu fördern und nicht darin, sie anhand von bisher nicht geprüften Behauptungen in- frage zu stellen.“ (SB)

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