Das wahre Gesicht der Evangelischen Kirche

(Bild: Screenshot)
EDK entzieht idea die finanzielle Unterstützung (Bild: Screenshot)

Bonn – Die Evangelische Nachrichtenagentur idea wurde nun von der „EKD“ (Evangelische Kirche in Deutschland) abgestraft.

Die EDK beschloss auf ihrer Synode am Mittwoch in Bonn – ohne nähere Angabe von Gründen, oder einer Aussprache – dem Nachrichtendienst
„idea“ die zukünftige finanzielle Unterstützung zu entziehen. In den kommenden zwei Jahren  kürzt die EKD dem journalistischen Dienst die Zuschüsse von bislang 132.000 Euro auf 60.000 Euro zusammen. Ab 2020 gibt’s dann gar nichts mehr von der Evangelischen Kirche. Das Vergehen des abgestraften Nachrichtendienstes: Berichterstattung  weit ab vom Neigungsjournalismus.

Gefälligkeitsjournalismus per Geldhahn

„Ausgerechnet im Lutherjahr: Gefälligkeitsjournalismus per Geldhahn statt Freiheit eines Christenmenschen. Und das in Bonn, der Stadt unseres Grundgesetzes, das nach der Hitler-Diktatur Presse- und Meinungsfreiheit zum Menschenrecht erklärte. Ich fasse es nicht!“, so die berechtigte Entrüstung des Fernsehmoderators Peter Hahne in einem Idea-Kommentar zur EKD-Entscheidung. Es sei ein feiger Anschlag auf die Pressefreiheit, weil noch nicht einmal eine wirkliche Begründung geliefert worden sei und feige – weil die einzige „Gegen“-Stimme eine Enthaltung war. Nur Dank idea kennen tausende von treuen Kirchensteuerzahlern überhaupt die EKD-Synoden, weil seit Jahrzehnten idea mit einem kleinen, unterbezahlten, engagierten Team, das nicht in Luxushotels logieren kann, darüber berichte, so der Bestsellerautor wütend.

Die Forderung, der politisch unkorrekten idea-Redaktionsstube das Wasser abzugraben, tauchte immer wieder auf. So rief Ulrich Kasparick, evangelischer Pfarrer und als ehemaliger SPD-Funktionär als Parlamentarischer Staatssekretär tätig, auf seinem Blog dazu auf, idea das Geld zu nehmen. „Ich wünsche nicht, dass „idea“ weiterhin mit meinem Geld unterstützt wird„ so die Headline von Kasparicks Empörungsaufsatz, in dem er idea unterstellt, gegen die Landeskirchen zu agieren. Besonders ärgere er sich darüber, dass der Nachrichtendienst eine „klar anti-muslimische Grundhaltung“ einnehme, die in zahlreichen Texten deutlich werde und „eine Instrumentalisierung der Not der zahlreichen Flüchtlinge in Europa für ihre  anti-muslimischen Ansichten“ darstelle.

Der evangelischen Beliebigkeit verfallenen, arbeitet sich der Pfarrer an idea dahingehend ab, dass er behauptet, diese unterhalte Kontakte zur „rechtsextremistischen Jungen Freiheit“, die durch Beiträge im hetzerischen Tonfall auffalle. Seine Bitte, die Synodalen der EKD-Synode möge die weitere Finanzierung von „idea“ einzustellen, wurde nun ja endlich erhört.

EKD hat ihr wahres Gesicht gezeigt

Mit dem benannten Beschluss habe die EKD ihr wahres Gesicht gezeigt, so Hahnes Wertung. Mit der Vielfalt der Publizistik sei es für den EKD nun vorbei. Der Mainstream dulde niemanden, der den Gleichschritt störe. idea solle nach Hahnes Ansicht an die „Kandare genommen“ und auf „Linie gebracht werden“, oder der Geldhahn ist eben zu. Offen sei darüber seit langem von hochrangigen, auch evangelikalen Synodalen in den „assozialen Netzwerken“ debattiert worden. Auf der Synode jedoch kein Wort dazu, was Hahne wiederum als „feige“ bezeichnet und der EKD in der Konsequenz nicht klar sei, in welcher Gesellschaft sich diese befinde.

Als Negativbeispiel wartet der Mainstreamler Hahne mit Orban und Trump auf, um im Fortlauf seines Kommentars den ehemaligen Bildchef Kai Diekmann zu loben, der 2009, als die linke taz in finanzielle Schieflage geriet – edel wie Diekmann nach Hahnes Ansicht nun einmal sei – Geschäftsanteile der linken Postille erwarb um angeblich die „Pluralität im Journalismus zu fördern“. An dieser Stelle sei Hahne kurz an Nicolaus Fest, den ehemaligen stellvertretenden Chefredakteur der Bild am Sonntag erinnert, der es wagte den Islam zu kritisieren. Der Jurist und nun AfD-Politiker durfte erfahren, was Diekmann und Co. unter „Pluralismus im Journalismus“ konkret verstehen.

Hahne ruft, ohne auf die Anpassungsfähigkeit der Evangelischen Kirche an den Mainstream zu erwähnen oder kritisch auf die Islamverliebheit der Evangelischen einzugehen, dazu auf, dem „Modell Diekmann/taz“ zu folgen. Er beginne mit 50.000 Euro, die er als seinen Beitrag zur Unterstützung der Meinungsfreiheit sehe. (SB)

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