Sag zum Abschied leise Servus!

Symbolbild: JouWatch
Dunkelheit (Symbolbild: JouWatch)

Nach dem Ausstieg aus der Atomenergie will Deutschlands Kanzlerin und zukünftige Jamaika-Dschungel-Queen Angela Merkel nun der Kohle Servus sagen. Und das, obwohl derzeit 40 Prozent des Stroms aus der Kohle stammen. Wird also rund ums Berliner Regierungsviertel demnächst jede zweite Lampe ausgehen im reichen Land der 850 000 Obdachlosen, in dem jedes vierte Kind in Armut aufwächst? Konsequent – mal zynisch gesprochen – wäre es für Mutti schon, denn sie hat ja keine eigenen Kinder und liebt uns sicher alle.

Von Schlaglicht

Aber jetzt kommt erst einmal die Feinstaubklage aus Brüssel gegen deutsche Städte. Dann darf ohnehin nur noch jedes zehnte Auto in die Innenstädte. Jänschwalde wird abgeschaltet, 20 000 Arbeitsplätze in der Lausitz einem neuen Zweck zugeführt. Dort dürfen die Anwohner „in der Krise eine Chance sehen“, wie es den Rausschmeißer-Anwälten  bei Abfindungsgesprächen immer so locker über die Lippen geht. Aber vielleicht lässt man einfach die Abbaugebiete voll laufen und legt sich dann an den Strand?

„Auch wenn der Wind nicht weht gibt es keine Versorgungslücken.“ „Wir haben genug Strom und können jederzeit auf Kohlekraftwerke verzichten.“ Das sagen uns in Zeiten der Pariser Klimakonferenz immer mehr zweifelhafte Fachleute.

Bleiben wir zur Abwechslung bei den Fakten. Selbst wenn das stimmen würde, gäbe es immer noch ein gewaltiges, ungelöstes Transportproblem, das uns Verbraucher noch Mrd kosten wird. Gerade mal 500 Kilometer Starkstromnetze haben wir von 8000, die gebraucht werden. „Ein funktionstüchtiges Stromnetz ist das Rückgrat einer gelungenen Energiewende.“ So verspricht es die Industrie und reibt sich schon die Finger. Insgesamt müssen in den nächsten Jahren über 7.500 Kilometer im Übertragungsnetz optimiert, verstärkt oder neu gebaut werden.  Und über die Kosten schweigt Mutti eisern. Die neuen Netze für den Stromtransport müssen auch Gegenverkehr bewältigen. Denn der Ökostrom fließt nicht immer in eine Richtung.

Bleibt zu hoffen, dass der Kohlestromausstieg nicht genauso erfolgreich durchgeführt wird, wie die Mietpreisbremse, die Abschaffung der kalten Steuerprogression, die zeitgerechte Anschaffung von Fliegern bei der Bundeswehr, etc, etc.

Sonst folgt neben der schwarzen Null demnächst der Blackout. Wohlstand und Arbeitsplätze sind ersetzbar. Schließlich sind wir ein reiches Land und hatten mal nen Kaiser. Die Erderwärmung ist wohl manchen wirklich zu Kopf gestiegen. Man kann nur noch auf Neuwahlen hoffen und dann hoffentlich der Dame zum Abschied leise Servus sagen.

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