Neues aus dem Gender-Irrenhaus: Die falsche Haut

Foto: Durch Christian Mueller/Shutterstock
Irgendetwas fährt diesen Tuk Tuk (Foto: Durch Christian Mueller/Shutterstock)

Adam fühlt sich schon länger als Frau. Doch jetzt stellte sie fest. Er ist eine philippinische Frau. Kein Witz. Diversität.

Von Volker Kleinophorst

Und wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Spinner her. Man muss sich halt ranhalten, wenn man im Wettbewerb „Wer ist die schrägste Minderheit“ mithalten und in der LGBT-Gemeinde herausstechen will. Doch dieser weiße Amerikaner hat die Zeichen der Zeit erkannt. „Ja Du“, geboren als ein weißer Mann namens Adam, sieht sich jetzt als Philippino, berichtet die US-Webseite wkyc.com.

Er fährt jetzt ein Tuk Tuk, eines dieser in ganz Asien beliebten Dreiräder mit Dach und ist Teil einer kleinen, aber wachsenden Gemeinschaft, die sich als transracial bezeichnet. Sie sind in einer Rasse geboren, identifizieren sich aber mit einer Anderen.

„Ja Du“ sagt, er wuchs mit philippinischen Essen, Veranstaltungen und der gesamten Kultur auf:

„Wenn ich mit der Musik um das Essen herum bin, fühle ich mich wie in meiner eigenen Haut.“

„Ich habe den Geschichtskanal manchmal stundenlang beobachtet, ob etwas zu den Philippinen kommt. Weil mich nichts mehr fasziniert, als die philippinische Kultur.“

TV-Zeitschriften kennt „Ja Du“ wohl nicht.

Natürlich findet sich auch eine Psychologin Dr. Stacey Scheckner, die weiß: Total normal.

„Wenn jemand das Gefühl hat, dass er sich mit einer bestimmten Religion, einer bestimmten Rasse, einer bestimmten Kultur zu Hause fühlt, denke ich, wenn es das ist, was sie wirklich im Leben fühlen, dann sollen sie herauszufinden, wer sie sind.“

Ja Du, der natürlich weiterhin auch noch transsexuell ist, Haare in Tuk Tuk rosa, hat es seiner Familie noch nicht erzählt, weil er glaubt, dass sie über die Idee, seine ethnische Zugehörigkeit zu ändern, lachen werden.

Würde ich auch so sehen. Muss man mit rechnen.

Viele würden „Ja Dus“ Absichten in Frage stellen oder sagen, dass er ein perfekter Fall der kulturellen Aneignung ist. „Ja Du“ weiß, dass das ein Problem sein kann, sagt aber, dass er nicht versucht, irgendetwas auszunutzen:

„Ich glaube, die Leute werden (den Vorteil ausnutzen) genauso wie andere Leute ihre Identität ausgenutzt haben, um ihren Weg zu finden, aber der Unterschied zwischen mir und ihnen ist, dass ich das nicht will. Ich denke, dass wir alle die Freiheit haben, auf unsere eigene Art und Weise nach Glück zu streben.“

Das er mit Transracial gegenüber einem durchschnittlichen Transsexuellen mehr Vorteile hat und in einigen Fällen für bestimmte Leistungen, Arbeitsplätze und Stipendien in Frage kommen, soll also nicht der Grund sein.

Denn Vorteile habe man wohl schon: Nach der schnellen Google-Suche nach ethnischen Stipendien stellten wkyc fest, dass ein philippinisches Stipendium die zweite Option war, die auftauchte.

Ethnische Stipendien sind übrigens kein Rassismus, so lange keine Weißen bevorzugt werden.

Wandere aus, solange es noch geht!
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