#metoo: Ein Zickenkrieg geht um die Welt

Hollywood 2017 (Foto: Foto: Screenshot/Instagram/Shutterstock)

Wenn es im Filmgeschäft nicht mehr so läuft, scheint die letzte große Rolle auf dem Boulevard der Dämmerung, die der Aktivistin zu sein. Auch da will jede die Beste sein.

Von Volker Kleinophorst

Wie sich die #metoo-Geschichte entwickelt hat, dazu hat ein Leser des Blogs von Hadmut Danish eine interessante „Theorie“:

Rose McGowan und Alyssa Milano hatten früher gemeinsam eine Serie, “Charmed”, die in Deutschland unter “Zauberhafte Schwestern” gelaufen ist. Und zwischen den beiden herrschte immer eine Diven-Rivalität um die Gunst des Publikums.“

So weit, so nicht überraschend. Doch bei beiden neigt sich die Karriere langsam dem Ende zu. Der Job als Aktivistin ist sozusagen die Anschlussverwendung, wenn es in Hollywood nicht mehr läuft. Denn nach vielen erfolgreichen Jahren, allein ihrer optischen Attraktivität geschuldet, ist klar, ab 40+ ist eben Schluss für ewige Girlies. Und als Charakterdarstellerin gibt es nur wenige Rollen und die beiden kommen da nicht in Frage.

So spielt jetzt Rose McGowan die nächste Rolle ihres Lebens. Aktivistin. Mit diversen feministischen Wutanfällen hat sie sich wieder in die Schlagzeilen gebracht, in dem sie zum Beispiel erklärte „Schwule Männer seien noch frauenfeindlicher als heterosexuelle Männer.“ Und dann kam die „Weinstein-Affäre“, die Rose McGowan ja mit Ashley Judd einer Kollegin, die ebenfalls nicht mehr so richtig angesagt ist, losgetreten hat und damit wirklich fett in die Schlagzeilen gekommen ist. Und Alyssa Milano sitzt in ihrer Villa und dreht am Rad.

Zitat Danish-Blog:

„Jetzt hat Rose in der Harvey-Weinstein-Affäre eine Speerspitzen-Position.

Das hat Alyssas Eifersucht so angestachelt, dass sie den Hashtag #metoo eingerichtet hat um eben auch in der Affäre wichtig zu sein. Ist Rose’ Name in aller Munde, darf Alyssas nicht gänzlich fehlen!

Das ist kein bot, das ist Hollywood-Zickenkrieg auf Rächer-der-Enterbten-Ebene!

Kein Blödsinn, so simpel verlief in Wahrheit die Geburt des Hashtags #metoo!

So grotesk es auch klingt!“

Nun so grotesk klingt das gar nicht. Denn schließlich sind solche Eifersüchteleien zwischen „Stars“ oder „Ex-Stars“ nicht selten. Die Serie „Charmed“ war ja immer in den Schlagzeilen mit irgendwelchen Streitereien zwischen den drei Hexen. Hexe Shannen Doherty wurde wegen ihres exaltierten Verhaltens gefeuert und durch McGowan ersetzt, was die beiden lange zu „Todfeindinnen“ machte. (Alyssa Milano und Holly Marie Combs waren in allen Staffeln vertreten)

Doch als Aktivistin steht man da jetzt drüber und „ganz feministisch“ trifft sie auch keine Schuld:

„Als junge Frauen wurden wir (McGowan und Doherty) zur Freude der Gesellschaft gegeneinander ausgespielt. Die Regeln des Hollywood-Engagements, die wir in unsere Gehirnwäsche trugen, waren wirklich abscheulich. Die Männer und gehirngewaschenen Frauen in unserem Geschäft machten es so, dass wir keine Freunde sein konnten, das bereue ich.“

Eigenverantwortung Null.

Sie haben also lange Jahre allein vom angeprangerten Sexismus gut und gern gelebt, sich überall ausgezogen, wo es der Karriere dienlich war, um dann als männerhassende Megären eine neue Karriere anzupeilen.

Doch was macht eigentlich die dritte Hexe, Holly Marie Combs, an welcher Front kämpft sie?

Sie hat mit dem Hexenleben abgeschlossen. Combs, die ja auch die „vernünftige“ Hexe der Serie war, scheint sich auch ein bisschen lustig zu machen, über ihre Mithexen.

Auf Instagram nahm sie Stellung zu Gerüchten, die Serie könnte noch einmal aufgelegt werden und postet ein Foto inklusive kleinem Seitenhieb auf die Kolleginnen:

Foto: Screenshot/Instagram
Foto: Screenshot/Instagram

„Es tut mir leid zu sagen, dass alle Gerüchte über einen Neustart sind nur Gerüchte. Aber hier ein Bild unseren Tagen als Waldnymphen. Zu unserer Verteidigung war es sehr heiß, also wollten wir möglichst wenig Kleidung tragen. Es war wirklich heiß. Das ist meine Geschichte und ich bleibe dabei.“ Frauen kämpfen ja zur Zeit an allen Fronten und setzen sich besonders für Gleichberechtigung ein. Doch auch wenn alle gleich sind, muss natürlich eine die Tollste sein. Als Mann bin ich nicht überrascht. Wieso man auch in Deutschland diese dünne Suppe aufkochen muss, die ein Hollywoodsternchen als Karriere Booster ausgebrütet hat, ist allerdings eindeutig: Damit man bloß nicht in die richtige Richtung guckt, wer hier belästigt und vergewaltigt. Und zwar dem Segen von Staat, Justiz und Medien.

Das kommt auch auf Twitters #metoo zu Ausdruck:  Erreicht aber unsere Erregungsmedien nicht. Wen wundert es.

Wandere aus, solange es noch geht!
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