Wer sich so alles bei ntv äussert!

Medienkritik (Foto: Collage)

Nachrichten im Fernsehen? Auf einem privaten Sender?

Von Hardy Voss

ntv berichtet am 13.11. über die von den „Wirtschaftsweisen“ der Bundesregierung geforderten „flexibleren Arbeitszeiten“, Begrenzung auf 48 (statt 40) Stunden pro Woche, nur noch geforderte 9  (statt 11) Stunden Ruhezeit pro Tag.

Da nun ntv in „gewohnter Form journalistisch sauber“ arbeiten will, befragt man einen „Experten“ dazu.

Dieser „Experte“ heißt Holger Schäfer und arbeitet im DIW, also dem Institut der deutschen Wirtschaft in Köln.

In diesem Interview behauptet nun der „Senior Economist“, der Wirtschaftswissenschaften in Bremen studierte (ob mit oder ohne Abschluss ist mir nicht bekannt), Arbeitszeitregelungen seinen Sache der Tarifparteien und damit hätte der Gesetzgeber nichts zu tun!

Beispiel: Die Arbeitszeiten für Kraftfahrer sind im Arbeitszeitgesetz (ArbZG) und dem Gesetz zur Regelung der Arbeitszeit von selbständigen Kraftfahrern (KrFArbZG) geregelt.

Durch die BAG (staatliche Einrichtung) wird das durch § 11 Abs. 2 Nr. 3 lit. a GüKG kontrolliert.

Meines Wissens nach können Gesetze nur von der Judikative, also dem gesetzgebenden Bundestag erlassen werden und nicht von Arbeitgebern oder Gewerkschaften.

Also sagt der „Experte“ die Unwahrheit?

Entweder

  • will der eine künftige Bundesregierung samt Bundestag von vornherein exculpieren, oder
  • er weiß es einfach nicht besser (aber er ist „senior Economist“ beim DIW) oder
  • er wird von Arbeitgeberverbänden bezahlt.

ntv hat diese Aussage weder kontrolliert noch kommentiert!

Die denken wohl, wer vom DIW eine Aussage der „Wirtschaftsweisen“ kommentiert, hat immer recht.

Da verdummt man doch lieber mal wieder den Zuschauer!

Wandere aus, solange es noch geht!
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