SPD… Karneval das ganze Jahr

Foto: JouWatch
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Pünktlich zum Auftakt des Karnevals, sorgt die SPD für die ersten (unfreiwilligen) Lacher. Dies lässt hoffen, dass die Partei endlich in den politischen Ruhestand verabschiedet wird. Auf SPIEGEL ONLINE konnte man lesen, dass sich Unmut über den Kurs von „Kim-Jong-Schulz“ breit macht. Daher wagt sich jetzt auch Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, aus der Deckung und wirft „100%-Maddin“ vor, bei seinen Reformplänen die Interessen von Frauen zu vernachlässigen und keine Angebote für Wählerinnen zu machen.*

Von Nils Kröger

„In unserem Leitantrag findet sich bislang nichts zu dem Versprechen, dass die SPD weiblicher werden muss. Das ist ungenügend“, sagte Schwesig dem SPIEGEL.*

Frau Schwesig, Herr Schulz wird schon wissen warum (noch weiblicher geht gar nicht). Spätestens mit dem Abgang von Gerhard Schröder ist die SPD vollends verweiblicht. Da sind höchstens noch ein paar männliche Spurenelemente zu verorten.

„Wir brauchen jetzt konkrete Maßnahmen, wie wir Frauen auf allen Ebenen der Partei stärker beteiligen und ihre Lebensrealitäten besser abbilden.“*

Warum müssen Politiker eigentlich immer so geschwollen quatschen? Soll sie doch einfach sagen, dass es innerhalb der Partei eine Frauenquote geben soll. Dann würden sich aber wahrscheinlich wieder andere „Unterrepräsentierte“ diskriminiert fühlen.

In einer Überarbeitung des Papiers hat die Regierungschefin von Mecklenburg-Vorpommern nun an mehreren Stellen Änderungswünsche hinterlassen. „Die SPD hat vor allem in den vergangenen Jahren Zuspruch und Rückhalt bei Wählerinnen verloren. Bei der Bundestagswahl 1998 haben noch 41 Prozent der Frauen ihr Kreuz bei der SPD gemacht, am 24. September 2017 waren es nur noch 21 Prozent. Besonders verheerend: Bei den 18- bis 44-Jährigen haben nur noch 18 Prozent der Frauen für die SPD gestimmt“, heißt es in Schwesigs Überarbeitung. „Das Vertrauen der Frauen wiederzugewinnen, muss zentrales Ziel des Erneuerungsprozesses sein.“*

Das hieße ja, dass bei den 18-44jährigen Frauen ganze 82 Prozent „ihre Lebensrealität“ reflektiert haben und somit der SPD einen bestimmten Finger zeigten. Warum das so ist, Frau Schwesig? Weil 1. die SPD, wenn sie an der Regierung beteiligt war (ziemlich oft), ihrer eigentlichen Klientel, in den Allerwertesten trat (dazu gehören auch Frauen) und 2. eine gewisse Frau, die von der SPD unterstützt, 2015 meinte, Schutz der Grenzen und somit innere Sicherheit und Ordnung (wichtig für Frauen und Männer) für obsolet zu erklären. Daher wird die SPD sicherlich nicht das Vertrauen der Frauen zurückgewinnen. Leider geht aus dem Artikel nicht hervor ob Frau Schwesig Lösungsansätze zur angesprochenen Problematik aufzeigt. Deshalb spricht sie lieber über die mögliche Zukunft der Partei.

Schwesig fordert unter anderem, im Willy-Brandt-Haus eine Stabsstelle für Gleichberechtigung einzurichten, die den Einfluss von Frauen in der SPD gewährleisten und steuern soll. Zudem will sie „familienfreundliche Sitzungszeiten“ und „Fortbildungen zum Thema Gender“. „Wenn die SPD Volkspartei bleiben will, muss sie vielfältiger denken“, sagt Schwesig.*

 Spätestens bei diesem Absatz schlägt mein Kopf hart auf die Tischplatte. Mir wird schwarz vor Augen. Als ich zu mir komme, durchfährt mich die Erkenntnis, dass diese Vorschläge eine Revolution in der Parteienlandschaft sind. Die SPD sollte sich beeilen, bevor Frau Merkel davon Wind bekommt. In der Ferne höre ich die Jubelarien der SPD-Mitglieder und von Millionen Frauen in diesem Land. Die SPD wird dadurch bei den nächsten Landtagswahlen und der Bundestagswahl die absolute Mehrheit gewinnen und endlich wieder Volkspartei sein. Aber auf einmal rüttelt bei der SPD-Party eine Frau an meiner Schulter und ruft: Aufwachen, aufwachen! Meine Augen öffnen sich, meine Freundin schaut mich an und fragt erbost, warum ich mich mit diesen unsinnigen Aussagen von Manuela Schwesig beschäftige. Wie recht sie hat.

Gute Nacht, SPD.

 

 

 

 

 

 

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