Karriere als Kleinkrimineller „endet“ mit 90.000 Euro Entschädigung

Foto: Durch Collina/Shutterstock
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Einem 39-jähriger Somalier, auf dessen Konto 30 Verurteilungen und 13 Gefängnisaufenthalte gehen, wurde jetzt von einem britischen Gericht eine Entschädigung von mehr als 90.000 Euro zugesprochen. Auch um eine mögliche Abschiebung muss sich der Schwerstkriminelle keine Sorgen machen – die verbot der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte.

Von Bianca Hoe

Abdulrahman Mohammed, der 1996 als 17-Jähriger aus Somalia nach Großbritannien gekommen war, machte schnell eine steile Karriere als Krimineller. Bereits zwei Jahre nach seiner Ankunft gab es die erste Verurteilung zu gemeinnütziger Arbeit wegen Diebstahls. Dann ging es Schlag auf Schlag: Raub, Bedrohung, Beleidigung, Waffen- und Drogenbesitz, Körperverletzung und Betrug – alles was das „Berufsbild“ eines „Kleinkriminellen“ so zu bieten hat. Immer wieder stand Mohammed vor Gericht, dem er einmal seine kriminelle Laufbahn so erklärte: „Ich war ein kleiner Junge in einem neuen Land mit Freiheiten und einer Kultur, wie ich sie noch nie erlebt habe. Ich war zu so vielen Dingen hingezogen, die nicht gut für mich waren und ich wusste nicht, wie ich aufhören oder mir selbst Grenzen setzen sollte.“

Bildschirmfoto: http://www.dailymail.co.uk/news/article-5069669/Violent-Somali-criminal-wins-80-000-detention-payout.html
Bildschirmfoto: http://www.dailymail.co.uk/news/article-5069669/Violent-Somali-criminal-wins-80-000-detention-payout.html

Irgendwann verlor selbst das geduldige britische Innenministerium die Nerven und beantragte die Ausweisung. Zu dieser Zeit verbüßte Abdulrahman Mohammed eine Haftstrafe. Das Ausweisungsverfahren zog sich hin, die Haftstrafe war inzwischen verbüßt, doch die Behörden ließen den Somalier vorsorglich nicht mehr auf freien Fuß. Sein Anwalt bemühte den Europäischen Gerichtshof, der sprach ein Abschiebeverbot aus. Großbritannien muss den somalischen Kriminellen auch in Zukunft beherbergen, denn in seinem Heimatland drohe ihm Gefahr, befand der EGMR.

Der rührige Anwalt des Somaliers witterte „Money, Money, Money“ und zog erneut vor Gericht um seinem somalischen Schützling mit schwerer Kindheit und dem daraus resultierenden posttraumatischen Stresssyndrom, ein besseres Leben zu ermöglichen.

Der Fall landete auf dem Tisch von Richter Edward Pepperall, der ihm etwas mehr als 90.000 Euro Entschädigung – bezahlt vom britischen Steuerzahler – zugestand. 445 Tage habe er sich unrechtmäßig in Abschiebehaft befunden, stellte das Gericht unter Richter Peperall fest.

„Einige, die dieses Urteil hören, mögen wohl in Frage stellen, warum ein ausländischer Staatsbürger, der die Gastfreundschaft dieses Landes durch die Begehung schwerer Straftaten so gründlich missbraucht hat, Anspruch auf eine Entschädigung hat. Aber es gibt nun einmal Prinzipien, und in einer zivilisierten Gesellschaft ist es wichtig, daß niemandem seine Freiheit ohne rechtmäßige Autorität entzogen werden darf. Gerechtigkeit sollte allen Menschen gegenüber gelten.

Er ist nicht der böseste aller Menschen, aber seine Anwesenheit in Großbritannien ist nicht förderlich für das Gemeinwohl. Dennoch hat er in einer zivilisierten Gesellschaft das Recht auf Gerechtigkeit. Er hat insbesondere das Recht, nicht fälschlicherweise inhaftiert zu werden und … er hat nun Anspruch auf die Entschädigung, die ich gewährt habe.“

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