ARD: Das Erste oder das Allerletzte?

Die Ersten werden die Letzten sein. (Foto: Screenshot Facebook)

SWR-Intendant (ARD) Peter Boudgoust verwahrt sich gegen die Forderung, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk abzuschaffen. Wie er das begründet, erinnert schwer an jenen U-Boot-Kapitän, der sich für einen Jetpiloten hielt und seiner Mannschaft deshalb einen lehrreichen Vortrag über die Gefahren von Seitenwind beim Abtauchen hielt. Eine Medienkritik.

Von Max Erdinger

Zitat: „SWR-Intendant Boudgoust hat vor einer Debatte über die Abschaffung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gewarnt. Das Öffentlich-Rechtliche biete ein politisch und wirtschaftlich unabhängiges Gegengewicht.

Wir wären nicht in Deutschland, wenn nicht jeden Tag gewarnt, gefordert oder ein Zeichen gesetzt werden würde im Kampf. Leberwurst ist fettfrei und ihr dauernder Konsum führt zu Gewichtsverlust und Traumfigur. Es ist nicht zu fassen.

Der SWR: „Bei einer Sitzung des Landesrundfunkrates Baden-Württemberg hat sich SWR-Intendant Peter Boudgoust gegen „Druck“ aus der Zeitungsbranche gewehrt. Wenn dort etwa von „Zwangsgebühren“ oder einem „Staatsrundfunk“ gesprochen werde, sei das eine maßlose Verrohung der Sprache.

Gottverdammich, was für eine Scheiße das aber auch ist mit dieser maßlosen Verrohung der Sprache. Da hat der Herr Boudgoust schon recht. Öffentlich-rechtliche Propagandalügen kommen löblicherweise noch immer in wohlgesetzten Worten daher, meine sehr verehrten Damen und Herren.

Der Intendantenpeter: „Boudgoust kritisierte, dass inzwischen eine „Parallelwelt“ entstanden sei, die sogar die „Tagesschau“ für überflüssig halte. „Dabei schießen gerade die verbal gegeneinander, die zusammenhalten sollten: Journalisten gegen Journalisten“, sagte der Intendant des Südwestrundfunks.

Jessersmarianjosef! Parallelwelten sind entstanden, in denen sogar die Tagesschau für überfüssig gehalten wird? Sogar die!? Wo kommen wir hin? Wenn noch nicht mal mehr die Journalisten zusammenhalten, dann braucht man sich über die hohe Scheidungsquote und die Zweifel am anthropogenen Klimawandel auch nicht zu wundern. Hader und Zwietracht, so weit das Auge reicht. Vielfalt ist zwar klasse, Meinungsvielfalt aber das Allerletzte.

Es wird völlig unglaublich – SWR: „Er (Anm.: Boudgast) appellierte an die Rundfunkräte, in der Gesellschaft deutlich zu machen, was die öffentlich-rechtlichen Sender leisten. Sie seien „politisch und wirtschaftlich unabhängig“ und als Kulturgut Teil der Demokratie. Geld sei damit zwar nicht zu verdienen. Aber nur ein mit Gebühren finanziertes Programm könne etwas für jeden bieten, mahnte er.

Politisch und wirtschaftlich unabhängige, öffentlich-rechtliche Sender sind einfach der Wahnsinn. Ungefähr so wahnsinnig, wie von Hunden gelegte, viereckige Eier. Jessers, und Kulturgut sind sie auch noch? Gut, daß er es mal sagt. Ich hätte sie glatt für kulturschlecht gehalten. Wir lernen: Wirtschaftliche Unabhängigkeit liegt dann vor, wenn die eingenommene Kohle nicht „Eintrittsgeld“ oder „Fahrpreis“ heißt, sondern „Gebühren“. Wie nennt eigentlich der schiefe Claus vom ZDF sein ungebührliches Jahresgehalt von über 600.000 Euro? Ob es ihm wohl freiwillig gespendet worden ist? Ist Klebers Jahresgehalt am Ende gar eine mildtätige Gabe der dankbaren Zuschauer?

Zitat: „Nur wir bieten ein Gegengewicht.

Das ist allerdings wahr. Das Gegengewicht zur wirtschaftlichen Not der privat finanzierten Medien, die nicht von Millionen und Milliarden an Zwangsgebühren im Geiste so fit und am Körper so schlank gehalten werden wie ARD oder ZDF. Gegengewicht ist ein gut gewählter Begriff gewesen, alle Achtung.

Poudgast meinte dann – Zitat: “ … dass es auch Zuschauer gebe, die mit „Nackt-Kuppelei, Castingshows und amerikanischen Serien“ im Privatfernsehen nichts anfangen könnten.

Gar nicht zu reden von allen denjenigen, die mit der Gehirnwäsche der Öffentlich-Rechtlichen nichts anfangen können, weil sie ohnehin schon ganz sauber im Kopf sind.

Zitat: „Boudgoust warnte davor, dass ohne öffentlich-rechtliches Angebot die Preise für zahlungspflichtige Medienangebote in die Höhe schnellen könnten.

Worüber er sich den Kopf aber nicht zu zerbrechen braucht, weil die zahlungspflichtigen Medienangebote erstens viel Zahlungspflicht einfordern können, bis sie einmal bei der Höhe der GEZ-Gebühren angelangt sind – und zweitens, weil die zahlungspflichtigen Medienangebote, die nicht ARD und ZDF heißen, ihre Kinokarten nur an diejenigen verkaufen, die tatsächlich ins Kino wollen, während die Kinokarten von ARD und ZDF unter Androhung von Gewalt auch von denjenigen gekauft werden müssen, die eine natürliche Abneigung gegen zwiegelichtrige Lichtspielhäuser haben.

Der SWR: „Sparkurs wird fortgesetzt„.

Das ist zu begrüßen. Es sollte eigentlich auch klappen. Schließlich wurden erst kürzlich weitere Erhöhungen der GEZ-Zwangsgebühren gefordert. Bei steigenden Einnahmen ist jedes Sparen bei den Ausgaben ein wahres Kinderspiel. Schade ist nur, daß die Gebührenzahler von den Einsparungen nichts haben werden. Aber wer will schon ungnädig werden. Wenn wenigstens ARD und ZDF etwas einsparen …. – die Sparsamkeit ist ja schon für sich etwas Schönes, egal, wer etwas davon hat.

Zitat: „Der Vorsitzende des Landesrundfunkrats, Volker Stich, unterstrich die Aussage des Intendanten, dass sich die Rundfunkräte zunehmend für das System des öffentlich-rechtlichen Rundfunks rechtfertigen müssten. Dies sei ein grundsätzlicher Prozess.

Grundsätzlicher Prozess, aha. Sich rechtfertigen zu müssen dafür, daß man sein propagandistisches Schmarotzertum über Zwangsgebühren finanziert bekommt, ist freilich eine arge Zumutung für Jeden, der sich an die leistungsentkoppelte Zuwendung gewöhnt hat. Das Negative an grundsätzlichen Prozessen ist oft, daß sie erbarmungslos sind. Es ist ganz schrecklich.

Der SWR in eigener Sache: „Der SWR stelle sich den Herausforderungen und setze auch seinen Einsparungskurs fort, sagte Boudgoust bei einer Haushaltsdebatte. Als Beispiel nannte er die Berichterstattung über die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland 2018, die erstmals zentral von Baden-Baden aus produziert werde – für ARD und ZDF. „Wir ziehen nicht mehr mit großem Besteck, Personal und Equipment nach Russland.“ Noch nie hätten ARD und ZDF so eng zusammengearbeitet.

Was man nicht so alles erfährt beim SWR, ganz erstaunlich. Wer hätte das gedacht, daß in einem Quasi-Einparteienstaat auch die staatlichen Propagandasender eng zusammenarbeiten? Da wäre ohne den SWR von alleine niemand draufgekommen. Das ZDF wurde schließlich als Gegengewicht zur ARD gegründet, damals, in vordemokratischen Zeiten, als das Demokratische an der einheitlichen Berichterstattung noch nicht so bekannt gewesen ist. Hoffnung keimt auf. Vielleicht kommt irgendwann nicht nur die Berichterstattung über die russische Fußball-WM aus Baden-Baden, sondern die ganze russische Fußball-WM. Das gäbe Einsparungen! Die meisten davon beim Intendanten-Gelaber. Ich kann mir partout nicht vorstellen, daß Putin einen Poudgast irgendwoanders arbeiten lassen würde als beim russischen Staatszirkus. Als deutschen Clown.

Wandere aus, solange es noch geht!
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