100.000 Polen feiern ihren Glauben und ihre Unabhängigkeit

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Für die linke Hasspresse ist Gottesfürchtigkeit gleich Nazi! (Foto: Screenshot/Youtube)

PolenIn Warschau haben gestern „60.000“ Menschen den Unabhängigkeitstag gefeiert. Für die britische Tageszeitung The Independent steht fest, hier haben sich zehntausende „xenophobe“ Faschisten getroffen, um für die weiße Übermacht zu demonstrieren. Der Veranstalter selbst spricht von mehr als 100.000 Teilnehmern.

Von Marilla Slominski

Vereint unter dem Motto des alten polnischen religiösen Liedes „Boże, coś Polskę“, was übersetzt „Wir wollen Gott“ heißen soll, hätten sich laut The Independent „60.000“ rechtsextreme „Neo-Heiden“ unter dem Deckmantel eines „identitätsstiftenden Christentums“, dass heute für eine anti-islamische Haltung stehe, versammelt. Laut Anti-Extremismus Sprecher Rafal Pankowski hätten nicht nur polnische rechtsextreme Organisationen wie Ruch Narodowy, die Allpolnische Jugend und die Partei Nationalradikales Lager sondern auch Rechtsextremisten aus Schweden, Ungarn, der Slowakei und anderen Ländern teilgenommen.

Auch das Wall Street Journal zeigt sich entsetzt angesichts soviel Nationalbewusstseins.

„Tausende nehmen an der Unabhängigkeitsparade teil, die von der Jugendbewegung veranstaltet wird, die ein ethnisch reines Polen will“ , twittert die auflagenstärkste Zeitung der USA.

Auch für deutsche Nachrichtensender wie n-tv ist klar: Die Nationalisten marschieren durch Warschau und beschwören „Patriotismus, Abschottung und Fremdenhass.Deutlich werde das durch Slogans wie „Gott, Ehre, Vaterland“ und „Polnische Industrie in polnische Hände“, weiß n-tv. Dumm nur, dass sich unter den feiernden Demonstranten „allerdings auch Senioren und Familien mit kleinen Kindern“ befanden und Teilnehmer erklärten, nicht aus politischen oder religiösen Gründen gekommen zu sein: „Ich bin hier, um mich wieder als Polin zu fühlen“, sagte eine Demonstrantin, die in den vergangenen vier Jahre in einem britischen Hotel gearbeitet hatte.

Ausgerechnet Al Jazeera läßt den Veranstalter des Unabhängigkeitsmarsches, der jedes Jahr am 11. November stattfindet, zu Wort kommen: „Wir wollen die „kämpfende“ Kirche wieder auferstehen lassen, die seit Jahrhunderten ein Grundpfeiler und das Fundament Europas war. Wir wollen zeigen, dass der Katholizismus kein Glaube der Schwäche, sondern der Glaube starker Menschen ist,“ so Robert Bakiewicz gegenüber Al Jazeera. Auf einer vorausgegangenen Pressekonferenz hatte Bakiewicz erklärt, man wolle sich mit der Veranstaltung auch dem „atheistischen Europa“ und der „Masseneinwanderung“ entgegenstellen.

Am 11. November wird in Polen an Wiedererlangung der Unabhängigkeit 1918 nach 123 Jahren der Teilung durch Preußen, Österreich-Ungarn und Russland erinnert. 1937 fand der Feiertag zum ersten Mal statt. Nachdem die Kommunisten ihn auf den 22. Juli verlegt hatten, wird er seit 1989 wieder am ursprüngliche Datum begangen.

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