Huffington Post-Autorin: Islamische Kopftücher machen Frauen schön!

(Foto: Durch Elnur/Shutterstock
Was ist schöner? Die Frau oder das Kopftuch? (Foto: Durch Elnur/Shutterstock)

Das Kopftuch ist und bleibt ein islamisches Symbol, dass muslimische Frauen Zeit ihres Lebens in ein mobiles Gefängnis steckt. Wie schwer es ist, sich als Frau aus diesem „Stoff-Knast“ zu befreien, zeigt die iranische Frauengruppe „MyStealthyFreedom“, die sich seit 2014 gegen das Verschleierungsgebot auflehnt und sich unter großer Gefahr ihrer „Kopftuchwindeln“ auf Fotos und Videos öffentlich entledigen.

Von Marilla Slominski

Unterstützt werden die mutigen Frauen von „MyStealthyFreedom“, die gerade den mit 10.000 Schweizer Franken dotierten Schweizer Freidenkerpreis 2017 gewannen, unter anderem von der Huffington-Post.

Doch in Deutschland fährt die HuffPost mit ihrer Autorin Meltem Yurt den gegensätzlichen Kurs und versucht, das Kopftuch als neues Schönheitsideal zu verkaufen. Vollkommen verwirrt textet sie die Schlagzeile „Diese Fotos zeigen, wie schön und einzigartig Frauen mit Kopftuch sind“ und freut sich in ihrem Jubelartikel über das „Verschleierungsprojekt“ der Fotografin Ilayda Kaplan und der Filmemacherin Nilgün Akinci. Die beiden „Künstlerinnen“ wollen mit ihrer Fotoreihe  „Shades of Persistence“ beweisen, dass Frauen, die sich unter islamisch korrekter Kleidung verbergen, „schön“ sein können.

Die HuffPost-Autorin schlussfolgert „hochintelligent“: „Die Portraits zeigen bewusst: Die Frauen könnten unterschiedlicher nicht sein. Sie sind unterschiedlich alt, haben eine andere Hautfarbe oder einen anderen Kleidungsstil.“

Als wenn jemand in Abrede stellen würde, dass sich unter verhüllenden bodenlangen Gewändern Frauen unterschiedlichen Aussehens oder Alters verbergen würden.

HuffPost Autorin Meltem Yurt sieht weiter „ganz klar“ und kommt zu dem Ergebnis, das Kopftuch sei: „In vielen Köpfen ein Symbol für die Unterdrückung der muslimischen Frau im Islam, für unfreiwillige Entscheidungen und erst recht kein Zeichen für Feminismus.“ Wer Schuld an diesem „Eindruck“ hat, ist für die Kämpferin für die Vollverschleierung auch klar: „Die Medien“ helfen dabei, „negative Vorurteile“ bei Menschen zu verbreiten, die sich nicht genug mit dem „Thema auseinandersetzen“ würden.

Der „negative Eindruck“ ist für Millionen Muslimas weltweit gelebte Wirklichkeit und mitnichten ein Eindruck. In Saudi-Arabien und Iran ist ein Hidschab für Frauen aufgrund staatlicher Gesetze verpflichtend. Bei Nichtbeachtung drohen empfindliche Strafen bis hin zur körperlichen Züchtigungen. In vielen muslimischen Staaten besteht für Muslimas praktisch die Verpflichtung zum Hidschab, etwa im Jemen, im Oman und den anderen kleinen Golfstaaten sowie in Afghanistan und, seit der Machteroberung durch die Hamas 2007, auch im Gaza-Streifen, wo Frauen ohne Kopftuch bedroht werden. Im Irak werden Frauen, die kein Kopftuch tragen, oder sonst „unislamisch“ gekleidet sind, zunehmend Opfer von Gewalttaten bis hin zu Mord. Auch Angehörige anderer Glaubensrichtungen, etwa Christinnen, werden zum Tragen des Kopftuchs gezwungen.

Bei der islamisch korrekten Verschleierung und dem westlichen Schönheitsideal des wallenden Frauenhaars prallen zwei vollkommen konträre Weltsichten aufeinander, die auch mit so viel Schönfärberei nicht miteinander vereinbar sein werden.

Merke: Ein Kopftuch macht eine Frau nicht schöner, sondern unsichtbarer. Das ist Sinn und Zweck dieser frauenverachtenden Verhüllung. „Progressive Frauenrechtlerinnen“ wie die HuffPost Autorin Meltem Yurt argumentieren immer wieder gerne mit der „freiwilligen Entscheidung“ für oder gegen versteckte weibliche Schönheit. Doch wie schnell es mit der Freiwilligkeit vorbei ist, führt der Islam in jedem Land der Welt vor, in dem er dominiert.

Für Millionen muslimischer Frauen stellt sich die Frage der „Freiwilligkeit“ nicht. Sie haben nicht das Recht zu entscheiden, ob sie den Wind in den Haaren spüren wollen oder nicht. Solange dass die Wirklichkeit ist, machen sich Autorinnen wie Meltem Yurt mit solchen islamischen Propaganda-Artikeln zu willfährigen Handlangern der Korangläubigen, die mit Begriffen wie Gleichberechtigung und Feminismus herzlich wenig anfangen können.

Sie stellt sich mit ihrem Feldzug für das Kopftuch gegen die mutigen Frauen von „MyStealthyFreedom“ und gegen die neueste iranischen Bewegung „White Wednesday“, bei der Männer und Frauen jeden Mittwoch zum Zeichen für das Recht auf Nichtverschleierung weiße Schals und Armbänder tragen. Sie fällt all den Frauen in den Rücken, die in der islamischen Welt oftmals unter Lebensgefahr für Gleichberechtigung kämpfen.

Nicht umsonst sorgten im Februar dieses Jahres die bekopftuchten Politikerinnen der „feministischen“ schwedischen Regierung bei ihrem Iran-Besuch für einen Aufschrei der Empörung unter den Kämpferinnen gegen die Zwangsverschleierung: „Wenn westliche Frauen dem Kopftuchzwang gehorchen ohne es herauszufordern, heißt das für das iranische Regime, dass es den Druck auf die iranischen Frauen noch erhöhen kann. Westliche Frauen legitimieren das diskriminierende Kopftuchgesetz, wenn sie ihm widerspruchslos folgen. Können sie stattdessen nicht mit uns gemeinsam dagegen aufstehen?“, fragte die mittlerweile in New York lebende Gründerin von „MySteathyFreedom“ Masih Alinejad laut.

Diese Antwort bleiben Scharia-konforme Autorinnen wie Meltem Yurt schuldig. All die heuchlerischen Islam-Streiterinnen, die sich so vehement dafür einsetzen, in der westlichen Welt das Kopftuch tragen zu können, sollten lieber ihre „Glaubensschwestern“ dabei unterstützen, es ablegen zu dürfen. 

So lange die vielen selbsternannten „Feministinnen“ nicht begreifen, dass sie sich für die falsche Seite engagieren, steht dem  fortschreitenden Trend, Frauen und ihre Schönheit zu verbergen und in den Mantel der Unsichtbarkeit zu hüllen, nichts mehr entgegen – freie Fahrt also für Hidschab und Co.  

 

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