Deutsche Bank Experte: „Müssen uns nach alternativen Geldsystem umsehen“

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Steuergeld für Libyen (Bild: pxhere.com)

„Wir werden uns nach einer Alternative umschauen müssen.“ So die Analyse des Deutsche Bank Experten Jim Reid, der – wie bereits viele ungehörte Mahner vor ihm– davor warnt, dass unser ungedecktes Papiergeldsystem in naher Zukunft ein Ende haben wird.

All jene, dies sich bereits mit diesem Geldsystem kritisch auseinander gesetzt haben, ist „Fiat-Money“ ein stehender Begriff. „Fiatgeld“ ist vom lateinischen fiat („Es werde“) abgeleitet und bezeichnet den Umstand, dass in unserem Zwangsgeldsystem Geld einfach ohne Wertschöpfungsprozess entstehen kann und eben nur solange funktioniert, wie der Glaube vorherrscht, für bunt bedruckte Papierscheine einen Gegenwert zu erhalten.

Die Herausgeber – die Zentralbanken – haben seit den 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, nachdem ihnen die Regierungen die Golddeckung entzogen haben – keine Einlöseverpflichtung in Gold, Silber oder Ähnlichem mehr. Seither können sie – wie es Mario Draghi seit Jahren praktiziert – beliebig Geld vermehren, was unter anderem die staatlichen Verschuldungsorgien und die Ausweitung des Sozialstaates ermöglichte und ermöglicht.

Fiat-Geld erweist sich früher oder später als wirtschaftliches, politisches und soziales Übel

Diese, dem Fiat-System immanente Eigenschaft mahnt Reid aktuell an und weist laut WeltOnline darauf hin, dass unser Geldsystem „in sich instabil und anfällig für Inflationsgefahren“ sei. „Wenn wir richtig liegen, wird das Geldsystem in der kommenden Dekade seinen ultimativen Test erleben, und wir werden uns nach einer Alternative umschauen müssen“, so Reid in seinen Ausführungen, die der Focus lapidar als „schüren neuer Ängste“ bezeichnet.

Reid weißt darauf hin, dass es möglich sei, dass die Inflation immer unkontrollierbarer werde. Die Ära des Fiat-Geldes sei in Gefahr, wenn das Vertrauen in Papiergeld schwindet, so der Finanzexperte.

Keine neue Erkenntnis

Namhafte Ökonomen wie Ludwig von Mises, Friedrich August von Hayek oder Murray N. Rothbard, wiesen bereits frühzeitig auf die nun von Reid nochmals benannten Gefahren des Fiat-Gelds hin. Im Zuge eines staatlich beherrschten Fiat-Geldsystems weitet sich der Staatsapparat ohne größeren Widerstand immer weiter aus, da durch das beliebig vermehrbare Geld eine immer größer werdende Zahl von Menschen von der angeblichen Finanzkraft des Staates abhängig gemacht wird. Beamte, Staatsangestellte und Bezieher staatlicher Renten- und Förderzahlungen, Bezieher öffentlicher Aufträge und all die Sparer, die ihre Lebensleistung in Form von Fiat-Geld angelegt haben, hängen an diesem Tropf. Die wertschöpfende Privatwirtschaft wird im gleichem Maße beschnitten und eingehegt.

Volkswirtschaften und deren politische Vertretungen, die sich des Fiat-Geldes bedienen – und das tun aktuell alle – laufen in eine Überschuldungsfalle, die sich durch das Bereitstellen von noch mehr Krediten und noch mehr Fiatgeld verschärft. Das Fiat-Geldsystem erzeugt eine politik-ökonomische Anreizstruktur, die die Weichen der Gesellschaftsentwicklung unweigerlich auf hohe Inflation oder gar Hyperinflation stellt.

Bereits Henry Ford erkannte dieses Zerstörungspotenial und bemerkte: „Eigentlich ist es gut, dass die Menschen der Nation unser Banken- und Geldsystem nicht verstehen. Würden sie es nämlich, so hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.“

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