Sind linke Studenten radikaler geworden als ihre Altvorderen?

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Ein Linker bei der Arbeit (Foto: JouWatch)

Das möchte man gerne glauben, angesichts der derzeitigen Querelen an deutschen Universitäten und Fachhochschulen. Man kann sich des Verdachtes nicht erwehren, dass zwischenzeitlich die in der „ASta“ organisierten „Studierenden“, flankiert vom üblichen linksgrünen Parteinachwuchs darüber bestimmen, welche Inhalte und Kompetenzen in den Hörsälen vermittelt werden – und nicht etwa die eigentlich dafür vorgesehenen Dozenten mit ihren Lehrplänen. Die Selbstverwirklichungsrechte der Übelgesinnten stehen bereits so manches Mal über den Hochschul-Paradigmen.

Der jüngste Fall um die Professorin Gisela Müller-Brandeck-Bocquet an der Uni Würzburg, die es doch tatsächlich gewagt hatte, eine Kopftuchträgerin hinsichtlich ihres verhüllten Hauptes an die Einhaltung westlicher Werte und Sitten zu ermahnen und auch die schon seit langer Zeit andauernde „Jagd“ auf den Historiker Jörg Baberowski verdeutlichen dies einmal mehr. Auch die geifernde Hetze von soziopolitisch aufgeladenen Studenten gegen den, an der Berliner Humboldt-Uni tätigen Politikwissenschaftler Herfried Münkler, der sich erdreistete die Sinnhaltigkeit von „Gendern“ in Frage zu stellen, sind noch in aller Ohren. Offen eingeforderte Bußrituale sind hierbei noch das Mindeste, was die Professoren und Dozenten anlässlich ihrer Rehabilitation zu leisten haben.

(von cantaloop)

Ebenso gibt es keine Kunst-Ausstellung mehr in den Hallen der Göttinger Universität, nachdem die allgegenwärtige Grüne Jugend, die Jusos und linke Studentenwerke in den Bildern der Künstlerin Marion Vina Sexismus, Hass sowie Diskriminierung erkennen konnten und sogleich die zuständigen „Gleichstellungsbeauftragten“ alarmierten, welche die Bilder natürlich stante pede abhängen ließen.

Man stelle sich vor; junge Leute in ihren libidinös aktivsten Lebensjahren echauffieren sich über angeblichen Sexismus auf Kunstwerken. Offenbar waren die eifrigen studentischen Kollaborateure  noch nie zuvor mit den Werken von Renoir, Rubens, Goya oder gar Michelangelo konfrontiert.

Dies zeigt sehr deutlich eine geradezu pathologische Weltfremdheit und die Sorge davor, etwas falsch zu machen – im linksgeprägten Alma-Mater-Mikrokosmos. Noch vor nicht allzu langer Zeit kam es vor, dass auf dem Campus solch ausschweifende Partys gefeiert wurden, dass diese den Protagonisten lebenslang in Erinnerung blieben. Gleichwohl treibt diese neuzeitlichen „Jakobiner“ mittlerweile eher Sorge um, ob nicht ein paar gemalte sekundäre Geschlechtsmerkmale eines weiblichen Wesens ihre Kommilitonen verwirren, brüskieren oder gar diskriminieren könnten.

Erzspießige, verklemmte und vollkommen humorbefreite Moralapostel maßen sich an, darüber zu richten, was andere sehen, lernen und für richtig empfinden dürfen. Und dies größtenteils schon als Anfangszwanziger, wohlgemerkt.

Nicht selten erfahren sie hierbei auch noch Unterstützung von der Universitätsleitung. So wie auch im Falle der Alice-Salomon Hochschule im Osten Berlins, an deren Fassade ein Gedicht des Bolivianers Eugen Gomringer mit dem Titel „Ode an die Schönheit der Frau“ auf Drängen der studentischen Moralisten wieder entfernt werden musste. Ein weiterer Pyrrhussieg der Studiker über die Kunstfreiheit. Da möchte man sich erst gar nicht vorstellen, wie sich diese Menschen wohl verhalten werden, wenn sie an Lebensjahren und an sozialistischer Indoktrinierung noch weiter zugelegt haben.

Derzeit wittern sie Morgenlauft, verspüren Macht und Rechtfertigung in ihrem Handeln. Das mag eine weitere Motivation bis hin zur Entwicklung von Spitzeln, Blockwarten und Sektierern innerhalb ihrer eigenen Kreise sein. Sie partizipieren hierbei in besonderem Maße an den zweifelhaften Errungenschaften und Negativ-Kompetenzen der Parteien „Die Grünen“ und natürlich „Die Linke“.

Gegen die sich derzeit entwickelnde Generation vom „Studiosus“ deutscher Provenienz, waren die erzkonservativ orientierten Prüderisten des stockreaktionär gefärbten Amerikas in den 50-er Jahren ein wahrer Ausbund an Frivoliät, Lebensfreude und Hedonismus.

Auch wenn es an Hochschulen auch in der Vergangenheit immer wieder heftig geführte Diskurse über Zusammenleben, gesellschaftliche Fragen und Regeln geführt wurden – und auch die gewahrte Form darüber mitunter beleidigend und unverhältnismäßig sein konnte, so ist die aktuelle Debatte doch von einer ganz besonderen Qualität geprägt – hinsichtlich von Hochmoral, Hypertoleranz und vor allem der „Überlegensheitsrhetorik“ ihrer linken, moralinsauren Ideologie.

Sie wähnen sich stets im Recht, denunzieren und verklagen hierbei sogar ihre „Lehrenden“ – und ersticken mit krampfhaften Verbalreflexen zuverlässig jede Gegenmeinung. Wenn es sein muss, auch mit Gewalt, die ausgeübt von Linken, ebenfalls im Dienste einer „guten Sache“ steht – und somit in ihren Augen ein legitimes Diskussions- Mittel, in Ermangelung von Argumenten, darstellt.

Somit wird einerseits an die Bevölkerung die These vermittelt, dass es in der von ihnen angestrebten „offenen Gesellschaft“ vollkommen normal sei, eingerahmt von Betonpollern, Personenalarm und Polizisten mit Maschinenpistolen auf Weihnachtsmärkte zu gehen, dass tagtäglich Gewalttaten im Namen einer ganz bestimmten Religion auf den Straßen und Plätzen verübt werden und es für Frauen lebensgefährlich geworden ist, nach Einbruch der Dunkelheit joggen zu gehen.

Dadurch ergibt sich folgende Konklusion: während die gesamte Sicherheit, Stabilität und Freiheit des Landes maßgeblich Schaden nimmt, kümmert sich die geistige Nachwuchselite des Landes innerhalb ihrer blasierten Zirkel um die wirklich vordringlichen Probleme, namentlich: Gender, Gleichheit, Minderheitenbevorzugung und vor allem um Eines; die politische, ethnische und islamische Korrektheit, bis hin in den letzten Winkel des gesamtgesellschaftlichen Diskurses.

Die richtige Gesinnung – und nicht etwa die Bildung, charakterliche Eignung und gar die Leistungsfähigkeit ist fortan maßgeblich für die zukünftige Karriere eines Uni-Absolventen. Zumindest dann, wenn ein Amt innerhalb der Administration des Staates angestrebt wird.

Sie gedeihen in regelrechten Biotopen der Weltfremdheit, unsere designierten Führungskräfte – und verkennen die reale Situation „da draußen“ so dermaßen, dass es mitunter ein hohes Maß an persönlicher Leidensfähigkeit bedarf, ihren politisch superkorrekten Sermon zu ertragen. Im Reizklima der gesellschaftlichen Verunsicherung angesichts der „Bevölkerungsumstrukturierung“ hat sich eine nur noch als schrill und hysterisch geführte Debatte entwickelt, die weder stringent noch zielführend ist – und darüber hinaus auch noch von den falschen Leuten geführt wird.

Nämlich jenen, die so gar nicht, oder nur peripher von den Konsequenzen ihrer Handlungen betroffen sind – und in ihren linken „Filterblasen“ darüber sinnieren, welche Bürden sie den Bürgern des Landes noch auferlegen können, um ihre Visionen von einer „besseren Welt“ realisiert zu sehen.

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