Kein Grund zum Feiern: Deutschland seit 50 Jahren in verordneter Pubertät (1968 – 2018)

Damals trifft heute (Foto: Von Paul David Doherty (User:PDD) - own work (taken with Canon PowerShot A650 IS), CC BY-SA 2.5-2.0-1.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3968189
Damals trifft heute (Foto: Von Paul David Doherty (User:PDD) - own work (taken with Canon PowerShot A650 IS), CC BY-SA 2.5-2.0-1.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3968189

Da kommt ein interessantes Jubiläum auf uns zu. Anlass für JouWatch die Party zu stören, denn hier gibt es eher Grund zur Trauer. Erinnern wir uns: „Die Pubertät der Republik“ war einst als Buch ein Szene-Bestseller der beiden Autoren Nikolaus Jungwirth und Gerhard Kromschröder. Der Großband mit vielen Bildern aus der Nachkriegszeit beleuchtete eine scheinbar in moderner Abwicklung befindliche Epoche – das vorweg genommene Ende der Nachkriegszeit mit Nierentisch, Petticoat und sonstigen Attributen eines hauptsächlich von den USA geprägten Wirtschaftswunders.

Von Hans S. Mundi

Es war aber nicht der Stolz auf die Aufbauleistung im freien, westlichen Teil des Landes, der hier so aufgesetzt locker in dem Buch kommentierte, hier schimmerte bereits einseitige Rechthaberei durch, die sich in den Tagen der „68er Revolution“ dann mitsamt einer Außerparlamentarischen Opposition (APO) lautstark Bahn brach – was auch andere Schriften aus der linken Verlagsszene noch über Jahrzehnte verstärkten bzw. reflektierten.

Die Deutschen ergaben sich unter wachsendem Druck linker Kräfte geradezu masochistisch einer ständig zelebrierten Hitler-Psychose und verloren darüber ein natürliches Selbstbewußtsein, einen normalen Nationalstolz und einen gewöhnlichen Patriotismus, so wie ihn z.B. Franzosen, Engländer, Russen, Griechen, Ungarn oder Amerikaner praktizieren.

Unter linker Kuratel verkrochen sich die Menschen im Land in Nischen. Deutsche (West) wurden zwar dank Wirtschaftswunder und dem Gütesiegel „Made in Germany“ wirtschaftliche Riesen, doch klein gehalten durch das Gehabe der als Pseudoeltern auftretenden politischen Klasse stieg das einstige Volk der Dichter und Denker zu politischem Zwergentum herab – auch nach der 89er Wende änderte sich daran nichts. Im Gegenteil. Ein völlig absurdes „Gutmenschentum“ entstand und übertönte die einstigen „Wir sind das Volk“-Rufe der Ex-DDR-Staatsknastinsassen – von einem Extrem ins andere. Wo eben noch NS-Herrenmenschen und dann DDR-Helden der Arbeiterklasse das Leben in deutschen Diktaturen geprägt hatten, steht nun heute der politisch korrekte Gartenzwerg, der oft peinliche Musterschüler, der ewige Mitläufer, der noch immer den Ausgang aus Bevormundung und Unfreiheit sucht – und nicht findet!

Alliierte Entnazifizierung reichte nicht, die Linken wollten das Sagen haben!

Die erste Ausgabe über „Die Pubertät der Republik“ erschien noch in den 1970ern im ultralinken West-Berliner Elefanten Press Verlag, der eng mit dem West-Berliner Ableger der Sozialistischen Einheitspartei West-Berlin (SEW) verbunden war – eine Art „fünfte Kolonne“ der benachbarten DDR und ihrer SED, die gefährlich in den Westen hinein agitierte.

Das erwähnte Buch aber lieferte ungewollt einen Slogan für die Zukunft, den es jetzt wieder aufzugreifen gilt. Denn weder Konrad Adenauer noch Ludwig Erhardt plus der kulturelle Einfluß der Amis als „Besatzer“ markierten als Phase neudeutscher Demokratie eine vermeintlich noch restaurative und infantile „Pubertät“ – das übernahmen in Wahrheit von Adorno bis Dutschke sämtliche radikalen Kräfte eines sich neu formierenden linken Spektrums, die der Bundesrepublik eine Dauerpubertät mitsamt der angeblichen Notwendigkeit permanenter „Entnazifizierung“ verordneten.

Somit steht die heutige linke Hegemonie, die wie Mehltau über Medien und Gesellschaft liegt und bis ins zunehmend kontrollierte und zensierte Internet hineinreicht, in unheilvoller Kontinuität eben dieser 1968er. Die unter Angela Merkel nach „links“ geschubste Republik hat dabei nun endgültig jedes Maß und Mitte verloren, nach 12 Jahren Merkel gilt die sachlich falsche und diffamierende Faschismus-Definition der eigentlich untergegangenen DDR nun auch für den einstigen Westen.

Eine glatte Lüge aus Zeiten von Stalin und Honecker, ein politisches Verbrechen gegen die Wahrheit: Denn demnach gab und gibt es nur „rechten“ Faschismus, bei den Linken lediglich entschuldbare „Verfehlungen“. Damit hat der Geist der DDR in weiten Teilen der Öffentlichkeit nun Einzug gehalten, verbrüdert mit Sekten, Gruppierungen aller Art sowie teils mächtigen Förderern, aber vor allem in einem fatalen Bündnis mit einer dritten Variante eines real existierenden Faschismus, dem fundamentalen religiösen Extremismus des weltweit agierenden politischen Islam. Die Ergebnisse dieser altlinken Kaderpolitik und fieser Verschwörungen sind bereits heute zu besichtigen – sage keiner, er hätte doch von all dem nichts gewußt (das sagen die Deutschen immer wenn das Kind schon zehnmal tief in den Brunnen gefallen ist).

Verhindert wurde ein wirklich neues Deutschland ohne Untertanen und Staatsallmacht

Die Linken lieben es: Gängelung und Kontrolle, finanziert durch Spitzensteuersätze und Abgaben, das Volk als pubertierendes Subjekt, welches Aufsicht, Kontrolle und klare Vorschriften benötigt, aber niemals zu wirklich gravierenden Entscheidungen „seiner“ Regierenden befragt werden darf. Wenn Linke von „Demokratie“ reden, handelt es sich immer um ein Mißverständnis.

Denn schon zu den bahnbrechenden Themen „Aufklärung“ und „Humanismus“ hatten die Linken nicht nur in der DDR stets lediglich ein taktisches Verhältnis. Stasiterror in der Heimat von Angela Merkel, Archipel Gulag in der Sowjetunion, barbarische „Kulturrevolution“ in Rotchina – Leichen pflastern ihren Weg, was aber die laute Klappe des typischen linken Welterklärers nicht hindert, dem einfachen Volk immer wieder den Weg brüllend weisen zu wollen.

Das Volk, ein unreifes Mündel, dem man bis zu heutigen „Jamaika“-Verhandlungen mit drohendem Zeigefinger und Verbotstafeln begegnen muß. Kurz: Wir sollen die „Weisheit“ der Mächtigen und Regierenden nicht anzweifeln, wir sind das pubertierende Volk „da unten“, die „da oben“ sind unsere Eltern, unser uns erziehendes Aufsichtspersonal, unser Vormund. Ehrlich gesagt, diese „Pubertät“ der Deutschen ist eigentlich eine selbst verschuldete Unmündigkeit, es ist ein ewiger Untertanengeist, der die Deutschen leicht zur fetten Beute fieser politischer Strategen macht. Ob Hitler oder Honecker, sie alle hatten ein leichtes Spiel. Die APO hingegen war eine scheinheilige Opposition, wahrhaft pubertär und vollkommen verblendet, wie etwa Auswüchse wie die kaltblütigen Morde der RAF oder eine bis zuletzt von linken Westpolitikern verteidigte Trennung des Landes in BRD und DDR zeigten.

In Serie auf JouWatch: Die Pubertät der Republik (1968 – 2018)

Gehen wir der Sache auf den Grund. Erinnern wir uns. Reflektieren wir neu. 1945 verloren die Deutschen den Zweiten Weltkrieg und das Hitler-Regime wurde von den Alliierten zerlegt. Doch eine Ost-West-Konfrontation der Systeme verlängerte den Irrlauf der Deutschen durchs letzte Jahrhundert. Die Deutschen verpassten 1989 nach der Wende einen selbstbewußten Neustart als souveränes Volk in eine neue dynamische Zukunft, in klarer Überwindung von rechten und linkem (!) Extremismus, der Ursache zweier scheußlicher Diktaturen in einem Jahrhundert war. Hatte man noch die NSDAP nach 1945 klar verboten und sämtliche Strukturen zerschlagen sowie Nachfolgeorganisationen verboten, wurde es der SED und ihren Kadern erlaubt, sich zu häuten, Liegenschaften zu behalten und die dem Volk geraubten Gelder zu verstecken.

Als PDS kam schnell die Wiedergeburt, als Linkspartei dann der erneute Einzug in Regierungsämter – der NSDAP wurde so etwas nicht einmal ansatzweise nach 1945 von den Alliierten erlaubt. Der Geist von 1968 wehte danach durch das Land, er gab sich als Quasi-Alliierter aus, er besiegte tagtäglich Hitler und die Nazis – und sei es auch nur in den seit 70 Jahren gezeigten Filmen, Büchern und Dokumentationen des Schreckens mit den jeder Deutsche von der Schule bis zur Bahre gequält leben muß.

Genau dafür sorgen nun vereint alle linken Kräfte aus Ost und West, die sich nach 1989 neu fanden und auf unterschiedlichen Ebenen gegen das Erwachsenwerden verbündeten. Im Zeichen von 1968 blieb Deutschland bis heute eine pubertäre Republik, unmündig und gelenkt – mit fatalen Folgen, die aber so zumindest in einen größeren Erkenntniszusammenhang gebracht werden können. Die Pubertät muss endlich ein Ende haben, die Deutschen müssen sich von ihren Nannys und Gurus, von regierenden „Muttis“ und salbadernden „Vätern“ sowie medialen Predigern und politisch korrekten „Päpsten“ endlich befreien. Den Mächtigen die Macht entziehen, damit freie Bürger ihr Land endlich wieder entdecken und gestalten können. Das Land der Deutschen, welches von einer Frau aus der DDR mit offenen Grenzen für alle auf einen gefährlichen Weg gebracht wurde. Nichts neues in der Geschichte der Deutschen. Es könnte aber auch das letzte Kapitel werden. Dann hätten die 68er endlich ihren Endsieg.

Aufruf an die JouWatch-Autoren und Leser: Wie haben sie die 68er-Jahre erlebt, wie wurden Sie von diesen geprägt? Was ist bei Ihnen davon noch hängen geblieben? In welchen Bereichen Ihres persönlichen Umfeldes stecken noch die 68er-Jahre?

Schreiben sie uns: [email protected]

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