Talkshow-Bilanz der letzten vier Wochen: Alles bleibt beim Alten und die AfD draußen

(Bild: Screenshot)
Bild mit Seltenheitswert. Ein AfD-Politiker in einer öffentlich-rechtlichen Politikshow (Bild: Screenshot)

Warum hat die AfD bei der Wahl so gut abgeschnitten? Diese Frage stellt sich immer noch so manch baff Erstaunter. Die Antwort des Mainstream: Die Medien hätten der AfD eine zu große Plattform geboten.  

Maybrit Illner, Flaggschiff der öffentlich-rechtlichen Polit-Plapperrunden hält dieser Behauptung entgegen, dass AfD-Politiker nur drei Prozent der geladenen Gäste ausgemacht hätten. Auch nach der Bundestagswahl, die sich durch Schmutz- und Verleumdungskampagnen auszeichnete, präsentieren sich die Politshows der öffentlich-rechtlichen Medienlandschaft in gewohnter Weise.

Einen Monat lang kein einziger AfD-Politiker in öffentlich-rechtlichen Plapperunden

Das Team von AfD- Bundessprecher  Prof. Dr. Jörg Meuthen hat sich die Besetzung der Talkshows im Zeitraum vom 8. Oktober bis zum 5. November genauer angesehen. Die Bilanz für die vier großen Polit-Talkshows – „Anne Will“, „Hart aber fair“, „Maischberger“, „Maybrit Illner“ – sieht wie folgt aus:

  • 33 Politiker wurden von den Redaktionen eingeladen und durften sich in den Sendungen ausgiebig äußern
  • mit 11 Teilnehmern kam genau jeder Dritte von der Union
  • acht kamen von den „Grünen“ (24,2%)
  • sieben von der FDP (21,2%)
  • fünf von der SPD (15,2%)
  • zwei von der SED-Nachfolgeorganisation „Die Linke“ (6,1%)

Von der AfD war dagegen kein einziger Vertreter eingeladen.

„Wie kann das sein in einem Konzept der repräsentativen Demokratie, bei dem die öffentlich-rechtlichen Sender zur Angemessenheit der Berichterstattung verpflichtet sind?“, fragt Prof. Dr. Meuthen.

Möglicherweise sei den Protagonisten des Staatsfunks noch gar nicht richtig bewusst, dass der 24.September 2017 zu einer Zäsur geführt hat, so die Vermutung. Denn: Die AfD wurde von fast sechs Millionen Bürgern mit der Wahrnehmung ihrer politischen Interessen beauftragt. Das waren 12,6 Prozent der Stimmen.

Es sei Zeit für eine angemessene Berücksichtigung von fast sechs Millionen Wählern

„Wie wäre es dann allmählich, uns auch in angemessener Art und Weise bei der Besetzung der Fernsehsendungen zu berücksichtigen, die zur politischen Information und Willensbildung beitragen?“, so Meuthen, der in diesem Zusammenhang nochmals auf das eingangs erwähnte Interview von der, noch 1986 in die SED eingetretene damaligen Journalismusstudentin Illner, hinweist. Die an der Karl-Marx-Universität Leipzig – auch „Rotes Kloster“ genannten Hochschule – Kaderschmiede des DDR-Journalismus – ausgebildete Illner rechtfertigte sich im Gespräch mit dem Magazin „journalist“, dass es vor der Bundestagswahl unausweichlich gewesen sei, überhaupt Teilnehmer der AfD einzuladen.

Der Hinweis Illners, dass gerade einmal drei Prozent AfD-Politiker als Talkgäste in ihrer Sendung saßen, darf als Rechtfertigung gegenüber den Vorwürfen aus den Reihen der Kartellparteien gewertet werden.  (SB)

 

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