Zwangsgebühren für die „Lügenpresse“?

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Die Mainstream-Medien gehen den Bach runter - und das ist gut so (Foto: Collage)

Medienwissenschaftler Horst Röper macht sich Sorgen um den Mainstreamjournalismus. Zu wenig Geld. Seine Lösung werden die „Will Keiner mehr Lesen“-Medien gerne hören: Staatsknete zur Not Stiftungsgelder

Von Volker Kleinophorst

„Guter Journalismus“ in Deutschland braucht frisches Geld. Denn während die Öffentlich-Rechtlichen vom Gebührenpolster aus agitieren können, egal was Bürger von deren Inhalten denkt, straft der Markt die „Lügenpresse“ für ihre immer irrelevantere Propaganda ab. Auflagen im Keller, Anzeigenerlöse selbstredend auch.

Medienwissenschaftler Horst Röper bricht in einen Gespräch mit der Deutschen Presseagentur DPA anlässlich des DJV-Treffens in Würzburg eine Lanze für die Nanny-Medien. „Wir haben ein Problem mit der Finanzierung von Journalismus. Und das wird auch so bleiben.“ Das verändere die Einnahmesituation der Verlage und habe längst die Redaktionen erreicht. Durch den Geldmangel komme es zum Abbau von redaktionellen Strukturen besonders im Lokalen.

Der deutsche Journalismus brauche daher „neue, zusätzliche Finanzierungsmodelle“: „In Teilen wird es ohne Hilfe von Dritten nicht gehen.“ Als ein Beispiel nannte Röper Geld vom Staat. Das werde in anderen Ländern bereits praktiziert (Nordkorea?): „Deutschland hinkt da deutlich hinterher.“

Auch Gelder aus Stiftungen könnten ein Weg sein, Medien und Journalismus in Deutschland zu fördern. „Wir haben zwar große Medienstiftungen wie die Bertelsmann-Stiftung, aber die finanzieren nicht den Journalismus.“ In den USA dagegen flössen erhebliche Millionenbeträge von Stiftungen an die Medien.

In beiden Fällen sei es selbstverständlich wichtig, ein Finanzierungsmodell zu entwickeln, das sicherstellt, dass „Geldgeber keinen direkten Einfluss auf den redaktionellen Output“ haben. „Das ist eine Grundvoraussetzung, die muss gewährleistet sein“.

Wer würde denn auch Einfluss nehmen wollen, wenn er sein Geld gibt?

Dieser Vorstoß von Röper ist allerdings nicht naiv, er ebnet den Weg für die Subventionierung der Systempresse.

Jouwatch und jede Menge andere Internetseiten, „Tichys Einblick“, „Compact“, „Sezession im Netz“,… im Print sowie jede Menge Buchverlage haben sich der Lücken in der Berichterstattung angenommen und sind immer erfolgreicher.

Ohne Subventionen, aber mit Stasi-Kahane im Nacken.

Das Wir und Andere jemals Staatsknete oder Stiftungsgelder bekommen?

Ausgeschlossen.

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