Die Helden von Texas – die bei uns verteufelt würden!

Held von Texas“ und „Dieser Mann jagte den Amokschützen“ lauten die Titel einer Heldengeschichte aus dem fernen Texas.

Von Pastor Jakob Tscharntke

Der Anlaß des Heldentums entsetzlich. Aus bisher unbekannten Gründen stürmte den Berichten zufolge der Ex-Militär Devin Patrick Kelley mit Kampfanzug, schußsicherer Weste und Sturmgewehr ausgerüstet eine Baptistenkirche. Er tötete den Berichten zufolge 26 Menschen und verletzte 20 weitere.

Ein Anwohner – Held Nummer 1 – hörte dem Bericht im Tagesspiegel zufolge ( ) die Schüsse, schnappte sich seine Waffe und nahm den Täter unter Beschuß. Ein weiterer Bewaffneter – Held Nummer 2 – kam hinzu. Beide verfolgten den Täter, der auf der Flucht verunfallte und von den Verfolgern tot aufgefunden wurde.

Unklar ist seine Todesursache. In t-online wird behauptet, der Täter hätte sich nach derzeitigem Kenntnisstand selbst getötet. Im Tagesspiegel wird berichtet, es sei unklar, ob er sich selbst tötete, oder an den Folgen der Schüsse des Anwohners starb. Auf mich macht es den Eindruck, daß man die Heldentat von Texas nun doch noch so gut wie möglich beschneiden will. All zu viel Heldentum durch Helden mit Schußwaffen, die diese auch noch legal in der Öffentlichkeit tragen durften, will man in Deutschland dann doch nicht haben.

Denn einen extrem faden Beigeschmack hat diese Jubelgeschichte über die Helden von Texas schon. Solche Helden wären in Deutschland nämlich extrem unerwünscht, dank überzogenen Waffenrechts praktisch auch unmöglich, und würden im Normalfall strafrechtlich wohl schärfstens verfolgt, z.B. wegen unerlaubten Führens von Waffen und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr bei der Verfolgungsjagd. Denn in Deutschland will man doch von Politik und Medien weithin keine Helden, sondern wehrlose Opfer!

Unsere Medien können es ja sonst kaum unterlassen, über das angeblich zu liberale und gefährliche Waffenrecht in den USA zu lästern und es zu einem der größten Übel der Welt schlechthin hochzustilisieren. Nur: ohne dieses liberale Waffenrecht hätte es die Helden von Texas und ihre nun so hoch bejubelte Heldentat nie gegeben!

Was lernen wir draus? Wir brauchen in Deutschland ebenfalls ein sehr viel liberaleres Waffenrecht. Es gibt zahlreiche Untersuchungen, die bestätigen, wie wenig Gefahr von Waffen in legalem Besitz tatsächlich ausgeht. Deutsche Kritiker werden sofort zetermordio schreien: „Aber Winnenden“! Ja, wenn die Ereignisse so waren, wie offiziell dargestellt, dann war das einer der seltenen Einzelfälle. Aber Einzelfälle zu verallgemeinern, davor warnen und Politiker und Medienleute doch seit Jahren was das Zeug hält. Also sollten wir auch den Einzelfall von Winnenden nicht verallgemeinern. Das wäre sonst doch nicht wahrhaftig!

Ein liberales Waffenrecht senkt nach meinen Informationen die Kriminalitätsrate in der Regel signifikant. Denn „Täter suchen Opfer und keine Gegner“, wie ein Sicherheitsexperte sagte. Und jemand anderes brachte die Schizophrenie des Verhaltens von Politik und Medien im Blick auf die ständig geforderten Verschärfungen des Waffenrechts trefflich mit folgendem Beispiel auf den Punkt. Er sagte: „Man nimmt den Leuten die Waffen weg und sagt: wenn nötig, ruft die Polizei. Das ist doch ebenso, wie wenn man den Besitz von Feuerlöschern verbietet und sagt den Leuten: wenn’s brennt, dann ruft die Feuerwehr.“

Dabei dürfte die Feuerwehr im Brandfall zumeist erheblich schneller da sein als die völlig unterbesetzte und überforderte Polizei im kriminellen Notfall. In vielen Städten landen die Anrufer der 110 doch mittlerweile beim Anrufbeantworter! Oder habe ich da was falsch mitbekommen?

Also: Damit es solche Helden wie die von Texas auch bei uns geben kann, brauchen wir schleunigstens ein freizügigeres Waffenrecht in Deutschland.

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