Ali Baba und die Dämlichkeit der deutschen Journalisten

Foto: Screenshot/Facebook
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Als JouWatch am 29.Oktober einen Bericht über einen Islam-Spielplatz in Neukölln veröffentlichte, hatte niemand ernsthaft mit so viel Aufregung gerechnet. Im Netz wurde zwar wie immer bei diesen sensiblen Themen viel und heftig diskutiert, aber dass so ein Spielplatz die dauerschlafenden Journalisten in den Mainstream-Medien aus der ideologischen Kältestarre rausholen würde, hätte niemand gedacht.

Zuerst war es die „Bild“, die sich für den Islam ins Zeug legte, jetzt musste die „Welt“ auch noch mal nachlegen. In einem Kommentar versucht ein gewisser Peter Huth, die ganze Sache ins Lächerliche zu ziehen:

…Eine der Kitas heißt „Ali Baba“, und so wird beschlossen, den Spielplatz nach Motiven dieses Märchens zu gestalten. Ein kleiner Holz-Ali steht da herum, es gibt einen Basar-Laden und eine Burg mit Kuppeldach und darauf einen Halbmond. Alles so, wie es Kinder, denen die Märchen aus „Tausendundeiner Nacht“ in Europa seit der Mitte des 19. Jahrhunderts vorgelesen wurde, kennen.

In dem Moment aber, in dem ein Foto des Spielplatzes im Internet auftauchte, ertrank die nette Idee in einer Welle aus absurdem Hass. „Noch Fragen, Deutschland?“, „Ich fühle mich fremd im eigenen Land“, „War ja klar, die erste Moschee steht auf einem Kinderspielplatz“ sind bei Facebook noch die zivilisiertesten Kommentare.

Ein Märchenspielplatz wird als Symbol für (von den Behörden geduldete, wenn nicht gar gewollte, so die Verschwörungstheorie) Islamisierung gesehen. Kinder sollen, so wird salbadert, schon im Vorschulalter an den Moschee-Besuch herangeführt werden.

Man weiß gar nicht, wo man anfangen möchte, hier mit Vernunft zu argumentieren. Dass so gut wie jeder Freizeitpark ein orientalisches Motivdorf hat, dass das „Ali Baba“-Motiv ein Dutzend Mal verfilmt wurde, auch vom erzreaktionären Disney?

Dass das Kindersingspiel „Ali Baba“ (auf Deutsch und Türkisch!) an der Komischen Oper ein Klassiker ist? Dass nicht jeder Halbmond Islamismus predigt oder dem IS huldigt? Dass selbst Michel Houellebecq, der große Mahner einer Unterwerfung, hier wohl schallend lachen würde?

Nein. Zu viel Information. Spielplatz – Kuppel – Untergang des Abendlandes. Ende. Vereinfachung aber ist die größte Gedankensünde, und man beobachtet einen erschreckenden Mechanismus: Die Wut gegen Political Correctness, die Thilo Sarrazin (brachial, aber nicht nur falsch) vor einigen Jahren angefacht hat, führt zu einer Political Incorrectness um jeden Preis. Hauptsache, vermeintlichen Klartext reden.

Tatsächlich nur törichter Trotz mit Wohlfühlgarantie, der am Ende, und das ist die Ironie, wiederum in einer neuen Political Correctness der Undifferenziertheit mündet. Zeit, dem ganz politically incorrect entgegenzutreten. Ich fange gern an, mit voller Klartext-Breitseite. Die Aufregung über den Spielplatz in Neukölln ist einfach nur: dämlich.

Der einzige, der hier „dämlich“ ist, ist der Autor selber. Denn anders, als er behauptet, ist diese „Burg“ eine Moschee mit Minaretten, die in der westlichen Verwertung dieses Märchen gar nicht vorkommt und wer die Geschichte aus „Tausend und eine Nacht“ kennt, weiß, dass der Spruch „Sesam öffne dich“ nicht dazu benutzt wurde, um zum Freitagsgebet in eine Moschee zu gelangen, sondern um eine Räuberhöhle betreten zu können.

Allerdings ist in diesem Märchen des Öfteren vom heute so verehrten „Allah“ die Rede, man kann also durchaus davon ausgehen, dass es sich bei dieser schönen Geschichte aus Tausend und eine Nacht um ein islamisches Märchen handelt.

Hier die Belege:

Als Ali Baba alles gesehen hatte, sprach er zu Allah: „Oh Allerhöchster, erleuchte mein verwirrtes Herz. Ich habe in meinem ganzen Leben nicht das kleinste Kupferstückchen gestohlen, nicht einmal ein Steinchen. Aber ist es Diebstahl, wenn man etwas stiehlt, das schon gestohlen worden ist?

Seine Frau war entsetzt. „Ali Baba, was in Allahs Namen hast du getan?“ rief sie. „Du stehst hier und lachst, wie ein Irrer. Bist du jetzt völlig verrückt geworden? Bist du unter die Räuber gegangen?“

Und diese Passage könnte direkt aus dem Koran stammen:

In dem Moment, wo ein weiterer Räuber auf ihn zusprang, stürzte er an der Reihe der Banditen vorbei ins Freie. Der Plan war gut, doch Allah wollte es anders mit seinem Schicksal. Vielleicht lag es daran, dass Ali Babas Frau ihm am Morgen zuvor gewünscht hatte, er solle mit dem Schwerte erschlagen werden. Denn ein großer Räuber trat mit dem Schwert auf ihn zu und schlug ihm mit einem Streich den Kopf ab.

Von daher also ist auch dieser Moscheen-Spielplatz unter dem islamischen Halbmond ein islamischer Spielplatz. Die süße, kleine Moschee auf diesem Spielplatz dient einzig allein dem Zweck, die „Multikulti-Gören“ von klein an, auf ihr Leben im Schatten der Minarette und den allgegenwärtigen Islam zu gewöhnen.

Es sind Journalisten wie Peter Huth, die sich in vorauseilendem untertänigstem Gehorsam zum Gehilfen der voranschreitenden Islamisierung in unserem Land machen, die sie selbst angesichts einer Moschee mit Halbmond auf einem Kinderspielplatz immer noch vehement bestreiten.

Doch nicht bei allen Lesern verfängt das Märchen vom „guten Islam“, wie diese Kommentare beweisen:

„Ali Baba und die 40 Räuber ist doch eine perfekte Metapher auf die Umgebung. Finde ich in Anbetracht der Neuköllner Verhältnisse noch recht viel Sinn für Humor“

„Wir leben in seltsamen Zeiten. Unternehmen, die in einer Werbeaktion eine Kombination der Zahl „18“ verwendet wird Nähe zum Nationalsozialismus unterstellt – vom sofortigen Eintritt der Schnappatmung beim Anblick der Buchstaben „AH“ ganz zu schweigen.“

„Aber eine „Burg“ mit 4 Minaretten und einem Halbmond ist natürlich keine Moschee und ein Symbol für gar nix und hat auch auf einem öffentlichen Kinderspielplatz vollkommen akzeptabel zu sein.“

„So viele Knoten muss man erst mal ins Gehirn kriegen, um das zu Verstehen.“

„Wir können ja mal den Gegentest machen: Einen Spielplatz z.B. nach Motiven des Heiligen Franz von Assisi gestalten, wie er mit den Vögeln redet z.B. Ist doch ein schönes Moriv. Mit Mönchskutte und Rosenkranz mit Kreuz. Mal gespannt, ob es dann immer noch so absurd erscheint, sich hierüber aufzuregen.“

„Es geht doch nicht um das Motiv an sich, sondern den Kontext (auch wunderbar, dass das natürlich in Neukölln passiert). Vor 20-30 Jahren hätte sich darüber niemand aufgeregt. Zu Recht. Heute regt man sich – ebenfalls zu Recht – darüber auf.“

„Noch vor einigen Jahren wäre auch mir persönlich nichts an einem solchen Spielplatz aufgefallen. Und beim Anblick einer Mondsichel hätte ich eher an etwas Gutes gedacht, und zwar an den Roten Halbmond, einer international tätigen Hilfsorganisation, also an so etwas ähnliches wie das Deutsche Rote Kreuz. Aber inzwischen laufen auch bei mir andere Assoziationen ab. Denn der Islam ist in die Schlagzeilen geraten. Und das hat seine Gründe: In Fernsehtalkshows kommen bei Debatten zum Thema Islam in schwarze Gewänder vermummte Frauen zu Wort, deren Gesicht nur noch durch einen Sehschlitz die Augen erkennen lässt. Und männliche Eiferer reden ganz unverblümt schon mal der Todesstrafe das Wort und vertreten allen Ernstes die Ansicht, die Steinigung sei für Ehebrecherinnen in der Scharia vorgesehen und falle daher unter das Grundrecht der Religionsfreiheit. Wir sollten daher mehr Verständnis für Mitbürger aufbringen, die langsam Angst bekommen. Und stellen wir uns doch einfach mal vor, auf der Kuppel wäre statt der Mondsichel ein Kreuz oder ein Davidstern angebracht. Wir können doch ziemlich sicher annehmen, dass dann in den Medien und Internetforen bestimmt nicht weniger los wäre, oder?“

„!Es ist nicht richtig in Zeiten von angeblicher politischer Korrektheit, solche Motive noch auf Spielplätzen zu bauen und sich anzubiedern. Derweil werden die Kreuze aus Klassenzimmern und sogar von Produkten entfernt (z. B. Aldi, Lidl).“

Wandere aus, solange es noch geht!
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