Ägypten: Zwischen Todesstrafe für Schmerztabletten und Vater-Tochter Ehe

Foto: Durch nito/shutterstock
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Eine britische Touristin ist in Ägypten verhaftet worden, weil sie Schmerztabletten bei sich hatte. Ihr drohen jetzt bis zu 25 Jahre Gefängnis, im schlimmsten Fall sogar die Todesstrafe.

Von Marilla Slominski

Die 33jährige Laura Plummer teilt sich ihre 4,5 Quadratmeter große Zelle im ägyptischen Gefängnis mit weiteren 25 Frauen. Die Britin war Anfang Oktober auf dem Flughafen Hurghada verhaftet worden, als die Behörden in ihrem Gepäck die Schmerzmittel Tramadol und Naproxen entdeckt hatten. Am Flughafen unterschrieb sie eine 38-seitige Aussage auf Arabisch, in dem Glauben, ihre Unterschrift sei nötig, um weiter zu reisen.

Die junge Frau reist regelmäßig zwei bis vier Mal im Jahr in das Land, um ihren ägyptischen Ehemann zu besuchen. Ihr Ehemann leidet seit einem Unfall an Rückenschmerzen und so packte sie für ihn 29 Tramadol Blister mit jeweils 10 Tabletten und einige Naproxen ein. Das brachte ihr eine Anklage wegen „Drogenschmuggels“ ein.

„Sie sieht aus wie ein Zombie, ihr fallen die Haare aus“

Die Familie der Britin ist in großer Sorge um ihre Gesundheit: „Das ist alles schrecklich für sie. Ich glaube nicht, dass sie stark genug ist, um das zu überstehen. Sie sieht aus wie ein Zombie, vor lauter Stress fallen ihr die Haare aus“, erzählt ihr Bruder.

Das britische Außenministerium hat bestätigt, dass ihm der Fall der Britin bekannt ist. Man unterstütze sie und ihre Familie, heißt es von dort.

Viele verschreibungspflichtige Medikamente gehören in Ägypten zu den illegalen Substanzen und dürfen ohne Genehmigung der Behörden und die nötigen Dokumenten nicht in das Land eingeführt werden, warnt das Ministerium.

„Der Besitz, Gebrauch oder Schmuggel – auch kleinster Mengen –  illegaler Drogen ist ein ernsthaftes Vergehen, dass mit Haftstrafen bis zu 25 Jahren, lebenslang oder sogar mit der Todesstrafe geahndet wird“, so der Reisehinweis der britischen Regierung an sonnenhungrige Touristen. „Diejenigen, die wegen Drogenbesitzes zu lebenslanger Haft verurteilt wurden, verbringen in der Regel ihr ganzes restliches Leben hinter Gittern, ohne die Aussicht auf vorzeitige Entlassung oder Begnadigung.“

Und noch eine Horrormeldung:

Vater darf uneheliche Tochter heiraten

Ein ägyptischer Islam-Prediger sieht überhaupt kein Problem darin, dass Väter ihre Töchter heiraten. Sind sie unehelich geboren, kann man sie im eigentlichen Sinne nicht als Töchter betrachten und deshalb spreche aus islamischer Sicht auch nichts gegen eine Ehe zwischen Vater und Tochter, erklärte der prominente ägyptische muslimische Gelehrte Mazen Al-Sersawi in einer jetzt aufgetauchten Videobotschaft.

Al-Sersawi unterrichtet auch an der „renommierten“ und von deutschen Politikern hofierten Al-Azhar Universität.

Das Video stammt zwar aus dem Jahr 2012, macht aber im Augenblick die Runde im Netz und sorgt für gespaltenen Reaktionen.

Schon im September hatte der islamische Prediger Muftah Mohammad Maarouf alias Abu Yahya sagte während einer Fernsehsendung für Aufsehen gesorgt, als er verkündete, dass Heiratsfähige Alter von Mädchen sollte so niedrig angesetzt werden, dass sogar Neugeborene Ehefrauen werden könnten.

Er hatte erklärt, solange dem Kind „kein Leid“ zugefügt werde, gäbe es keinen Grund kleine Mädchen vor der Heirat zu bewahren (JouWatch berichtete).

 

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