Weltoffene Hochschule gegen Fremdenfeindlichkeit oder: Wer baut das schönste Flüchtlingsheim

(Symbolfoto: Durch Jacob Lund/Shutterstock
Weltoffenes Studieren (Symbolfoto: Durch Jacob Lund/Shutterstock)

Die Studenten der Fachschaft Architektur an der „Weltoffenen Hochschule gegen Fremdenfeindlichkeit“ an der TU Kaiserslautern haben eine besondere Jahresaufgabe erhalten: Sie sollen eine Wohlfühl-Asylantenunterkunft bauen! In Augenschein genommen werden soll hierfür die Unterkunft in der ehemaligen „Spinelli-Barracks“ in Mannheim-Freudenheim, wo seinerzeit die US-Armee stationiert war und jetzt „Flüchtlinge“ leben – allerdings unter „kaum zumutbaren Bedingungen“.

Von Verena B.

Nach dem Abzug der US-Armee ist die Bundesrepublik Deutschland Eigentümerin der Spinelli-Barracks in Mannheim-Feudenheim geworden. Das Land Baden-Württemberg ist zuständig für die Erst-Unterbringung von Flüchtlingen. Nach einer Vereinbarung zwischen dem Land BW und der Stadt Mannheim waren dafür insgesamt 12.000 Plätze in Mannheim vorgesehen.

Auf dem Spinelli-Gelände hat das Land BW Anfang Oktober 2015 eine Bedarfsorientierte Erstaufnahmeeinrichtung (BEA) eröffnet. Die Belegungszahlen bewegen sich zwischen 2.500 und 3.000 Menschen, die in mehreren Großhallen untergebracht sind. Der Weg zu den Hallen ist eingezäunt und das große Freigelände steht den Flüchtlingen nicht zur Verfügung. Zumutbar ist eine solche Not-Unterkunft allenfalls für wenige Tage oder Wochen. Zu befürchten ist, dass die Flüchtlinge je nach Verfahrensdauer drei bis sechs Monate dort leben müssen.

Nach und nach werden die Häuser zum Aubuckel bewohnbar gemacht, so dass die Flüchtlinge in die Häuser ziehen. Die Belegungszahlen belaufen sich zwischen 500 und 800 Menschen.

Die Registrierung der Menschen erfolgt entweder in der LEA in der Industriestrasse/Pyramidenstrasse in Mannheim oder im zentralen Registrierungszentrum in Patrick-Henry-Village in Heidelberg. Dort werden sie registriert, erkennungsdienstlich behandelt, ärztlich untersucht und geröntgt.

Danach können sie vor Ort ihren Asylantrag beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) stellen. Flüchtlinge erhalten übrigens erst nach ihrer Registrierung ein Taschengeld.

Bei einer „guten Bleiberechtsperspektive“ werden die Flüchtlinge auf die Land- und Stadtkreise verteilt. Bei einer „schlechten Bleiberechtsperspektive“ kommen sie zurück in die BEA bis zur Entscheidung über ihren Asylantrag und eventuell ihrer Abschiebung.

Flüchtlingsforum kümmert sich trotz aller Widrigkeiten rührend um die neuen Nachbarn

Auf der Homepage

https://www.feudenheimer-fluechtlingsforum.de/startseite/unser-engagement/

ist zu lesen:

Am 9. November 2015 ist der erste Deutschkurs gestartet. Inzwischen finden für die Erwachsenen täglich 6 Kurse unterschiedlichen Niveaus statt. Wir sind stolz, dass wir das gemeistert haben.

Englische Konversation, ein Nadelcafé, Musik und Singen, verschiedene Sprach- und Spielaktivitäten für Kinder und ein Repaircafé haben sie etabliert.

Im Jahr 2016 bauen wir die sportlichen Aktivitäten aus: Es gibt eine Tischtennis-Gruppe. Die Spinelli-Sporthalle und ein Sportplatz werden gerne genutzt.  

Das Frauencafé und eine Bibliothek mit Büchern in mehreren Sprachen sind entstanden.

Anfang April 2016 leert sich die BEA Spinelli fast und es gibt nur noch die Häuser Richtung Aubuckel zum bewohnen. Die Lagerhallen sind diese Woche vollständig geleert.

Sehr viele Menschen wurden transferiert. Das heißt, sie kamen in Asylbewerber-Unterkünfte in den Städten und Gemeinden des Landes Baden-Württemberg.

Nun geht die Zahl der Bewohner allmählich gegen Null. 

Daher haben wir unsere Kurse stark reduziert und nach einer kleinen Pause geht es mit den meisten Aktivitäten in kleinerem Ausmaß weiter.

Über den Sommer 2016 füllt sich die Erstunterkunft wieder und ab Oktober 2016 leben etwa 500 – 800 Menschen in den Häusern. Davon sind circa 100 Kinder. So laufen die Kurse und Veranstaltungen wieder kräftig an.

Mitte Februar 2017 werden es wieder weniger Menschen und Spinelli ist mit ca. 400 Menschen besetzt, davon 57 Kinder.

TU gegen Fremdenfeindlichkeit soll helfen

Nun fährt die Fachschaft Architektur der TU Kaiserslautern in zwei Wochen wieder in die ehemalige Spinelli Barracks der US-Army in Mannheim, um die Situation vor Ort zu begutachten und die Unterkunft angenehmer zu gestalten.

Internen Hinweisen zufolge sollen in den Entwürfen Moscheen und Gebetsräume enthalten sein. Wer dies in seinen Entwürfen nicht berücksichtigt, bekommt schlechte Noten, fällt bei den Prüfungen durch und besteht das Studienjahr nicht, das heißt, das Jahr muss wiederholt werden oder der Studierende muss ganz aufhören.

Fazit der deutschen Sklaven ohne Migrationshintergrund:

Bettelarm im eignen Land –

ach wär ich doch ein Asylant!

Kontakt:
Telefon 0631 / 205 2026
[email protected]

Fachschaftsrat Architektur im Netz

 

http://www.uni-kl.de/international/fluechtlinge/

 

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