29-jähriger IS-Kämpfer wegen Vergewaltigung von Ehefrau „Nr.3“ verurteilt

Hochsicherheitsgefängnis Stammheim: Thilo Parg [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Hochsicherheitsgefängnis Stammheim: Thilo Parg [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Marbach am Neckar – Ein Syrer vergewaltigte seine Ehefrau Nummer drei und wurde jetzt vom Amtsgericht Marbach zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. In das Urteil floss auch gefährliche Körperverletzung mit ein, die dem Islamisten vorgeworfen wurde.

Die Gerichtsakte des Mannes aus Syrien, der mit seinem Harem in Deutschland wohnt, wird jedoch noch nicht geschlossen, da ein weiteres Gerichtsverfahren auf ihn wartet. In Kürze hat er sich auch wegen in Syrien begangenen Kriegsverbrechen im Namen des IS zu verwantworten. Der Angeklagte gilt als Terrorist, daher fand der jetzige Prozess im Hochsicherheitsgebäude des Oberlandesgerichts Stuttgart statt.

Die Vergewaltigung seiner „Lieblingsfrau“ soll in Deutschland stattgefunden haben, in einer Wohnung in Bietigheim-Bissingen. „Wenn Sie so mit Ihrer Lieblingsfrau umgehen, möchten wir nicht wissen, wie Sie ihre anderen zwei Frauen behandeln“, so die Vorsitzende Richterin Ursula Ziegler-Göller zum Angeklagten.

Der 29-Jährige ist laut islamischem Recht mit drei Frauen gleichzeitig verheiratet. Er lebte mit Frau „Nr.1“, den gemeinsamen zwei Kindern und mehreren Schwestern in einer Zweizimmerwohnung in Bietigheim-Bissingen. Zeitweise war hier auch Ehefrau „Nr.2“ einquartiert, die sonst bei ihren Eltern untergebracht ist.

Der 29-jährige Muslim soll „Lieblings-Ehefrau Nr.3“ im Februar, März und April dieses Jahres misshandelt haben.Dabei habe er sie so auch zusammengetreten, dass sie mit Nierenverletzungen in eine Klinik eingeliefert werden musste. Kurz darauf soll er sie bewusstlos geschlagen haben, wodurch sie ein Schädel-Hirn-Trauma erlitt. Ende April hat der 29-Jährige seine „Lieblingsfrau Nr.3“ dann mit einer gesplitterten Glasscheibe verletzt und sie vergewaltigt.

Sein Verteidiger plädierte auf „Aussage gegen Aussage“ da Ehefrau „Nr.3“ dem Alkohol zugetan sei und der mutmaßliche IS-Kämpfer die Vergewaltigung bestreitet. Das habe er nicht nötig, dafür habe er schließlich drei Frauen, gab er bei der Polizeivernehmung an. Auch sein Schwager verteidigte ihn: In einer Ehe könne es keine Vergewaltigung geben, argumentierte der korangläubige Verwandte, der auch unter Eid aussagte, er habe damals keine Hilfeschreie aus dem Nebenzimmer gehört.

Für das Gericht war klar, dass der syrische Angeklagte seinen „Harem“ wie Leibeigene behandelte. Die Richterin wies daher darauf hin, dass wir „hier in Deutschland sind und nicht in Syrien“ und schickte den Straftäter für drei Jahre und neun Monate ins Gefängnis.

Der Termin für seinen nächsten Gerichtstermin, bei dem es um sein Mitwirken bei Verbrechen des islamischen Staats in Syrien geht, ist noch nicht bekannt. Klar ist bisher nur, dass der Prozess in Stammheim stattfinden wird.

In dem kommenden Prozess wird es darum gehen, dass sich der Syrer 2013 der Terrorgruppe Jabhat Al-Nusra angeschlossen hatte, ehe er im Sommer 2014 zum IS wechselte. In Gefängnis habe er IS-Gefangene misshandelt. Er soll öffentlich einen Mann wegen Gotteslästerung erschossen haben, dessen Leichnam dann drei Tage lang zur Abschreckung auf dem Dorfplatz zur Schau gestellt wurde. (BH)

 

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