Jürgen „Labermas“ im Spiegel

Foto: Imago
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Ich gebe es zu. Ich habe Jürgen Habermas schon im Studium für einen Spinner gehalten, der keinen Satz schreiben kann, den man auf Anhieb versteht. So braucht man länger, um zu merken, wie dünn und schlicht sein Geschreibe ist. Daran hat sich nichts geändert.

Von Volker Kleinophorst

Der „große Jürgen Habermas“, auch gerne „“Labermas genannt, hat für den aktuellen Spiegel ein Essay verfasst, in dem er sich mit der Globalisten-Marionette Macron befasst. Als „Linker“ sei er natürlich kein „Macronist“ aber der Mann sei ein „Neuerer für den Gedanken Europa.“ Er „ragt wie nur wenige andere aus der chronisch überforderten, opportunistisch angepassten und perspektivlos von Tag zu Tag reagierenden Schicht politischer Funktionäre heraus.“

Macron lehne sich mutig auf gegen das „fatalistische Bewusstsein von Fellachen“, „die sich den vermeintlich zwingenden systemischen Imperativen einer in abgehobenen internationalen Organisationen verkörperten Weltwirtschaftsordnung gedankenlos beugen?“

Macron der Kämpfer gegen die globalistischen Eliten, für ein starkes Europa? So ist das ja kurz zusammengefasst gemeint. Ha, Ha. Nun ist Habermas schon 88, da  muss man nicht wissen, was Macron für ein dubioses Kerlchen ist und dass der jetzt ja den Taktstock schlägt für einen europäischen Superstaat, nachdem Merkel doch irgendwie verbraucht scheint. Dann soll man aber auch seinen Ruhestand genießen.

Ich hatte während meines Studiums mehrfach das Vergnügen mit Habermas Texten. Muss man ja grundsätzlich ins Deutsche übersetzen, was der Mann schreibt. Ich fand immer, wenn man das gemacht hat, merkt man, bei Habermas steht wenig Interessantes drin, allein seine verschwurbelte Schreibe sorgt dafür, dass es nicht gleich ins Auge springt. War jetzt nicht das, was die Professoren hören wollten, aber auch nicht so, dass ich der Einzige war, der das so sah. Auch in diesem „Ich bin ein Macron Fan Boy“-Text ist das so. Eigentlich steht da nichts drin, was nicht schon Andere geschrieben haben, nur nicht so langatmig und schwer verständlich.

Wieso Habermas realitätsfremde Elaborate, besonders seine Hauptwerke „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ und „Theorie des kommunikativen Handels“ irgendeine Relevanz haben soll, kann ich mir nur mit „Frankfurter Schule“ erklären. War irgendwie gesetzt, dass die „kritische Theorie“ quasi der Heilige Gral war, auch wenn Habermas Theorien empirisch eigentlich nie belegt waren.

Zwei Beispiele:

Nach Habermas liegen die normativen (vorgegebenen) Grundlagen der Gesellschaft in der Sprache, die als zwischenmenschliches Verständigungsmittel soziale Interaktion (Austausch) erst ermöglicht.

Also Sprache erleichtert die Kommunikation. Haut einen um, oder? Wär man ja nie drauf gekommen. Ein Titan, oder?

Habermas weiß, dass es die ideale Sprechaktsituation in der Realität nicht gibt. Jedoch vertritt er, dass wir diese Idealisierung vor jedem Diskurs zumindest implizit (indirekt) vornehmen müssen. Nur so kann es zu dem „eigentümlich zwanglosen Zwang des besseren Argumentes“ kommen. Aus dieser kommunikativen Vernunft und Organisation von Handlungen heraus ergibt sich dann kommunikatives Handeln.

Auch wenn es eine ideale Gesprächssituation (was immer das ein soll) nicht gibt, muss man sie ihm Hinterkopf mitdenken. Durch diese Vernunft werden die Gespräche besser und die daraus resultieren Handlungen auch.

Ist doch unfassbar banal. Der Kaiser ist nackt und hüllt sich in Wortakrobatik. Wer keine klaren Gedanken hat, kann sich auch nicht klar äußern.

Habermas bekanntester Satz (hab ihn ins Deutsche übersetzt) zur Kritik an seinem „Stil“: „Wenn ich einen Text nicht verstehe, habe ich das nie dem Autor angekreidet, sondern meinen mangelhaften Kenntnissen.“

Wunderte mich schon als Student nicht, dass er das so sieht. Wenn man nicht schreiben kann, ist der Leser schuld.

Die Soziologie hat da mehr zu bieten. Kognitive Dissonanz, findet eben auch in unserer Social Engineering Welt zwischen plumpster Propaganda und hinterfotzigem Nudging weit mehr praktische Anwendung als Habermas „Theorien“ einer idealen Kommunikation. Und seine Aussagen zu Macron im Spiegel zeigen deutlich, wie sehr er den Kontakt zur Wirklichkeit verloren hat, so er ihn je hatte.

 

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