Vor 100 Jahren begann der Siegeszug des Kommunismus

Foto: Durch fedir13/Shutterstock
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Die Antithese zum Anti-Amerikanismus

Torsten Mann: Russland hält nach wie vor an der Weltrevolution fest und untergräbt den Westen mit Hilfe von EU und UNO

Von Thomas Rettig

Nicht nur Westeuropa, nein fast alle westlichen Länder befinden sich seit Jahren im Krisenzustand, obwohl die Zentralbanken die Wirtschaft mit billigem Geld regelrecht geflutet haben. Zu den Ursachen des Niedergangs hat Torsten Mann 2016 zusammen mit dem Videoblogger Alexander Benesch ein Buch vorgelegt: „Am Vorabend der Weltrevolution: Moskaus Strategie für die Neue Weltordnung“. Auf 187 Seiten bieten die Autoren eine kenntnisreiche Antithese zum Anti-Amerikanismus. Das ist verdienstvoll, denn die Abneigung gegen die USA dominiert den Diskurs leider völlig, und zwar nicht nur bei den Linken, sondern auch bei vielen Konservativen. Anfang Oktober 2017 ist das wichtigste Kapitel dieser Schrift als Hörbuch (sowie als Taschenbuch mit 54 Seiten) erschienen: „Die sowjetische Langzeitstrategie: Moskau plant den Weltoktober“. Das Audiobook umfasst zwei CD’s, hat eine Gesamtlänge von 114 Minuten und ist von einem Profi gesprochen, so dass man es sich gut reinziehen kann – z.B. bei einer längeren Autofahrt.

Dass der Westen von einer Multiplen Sklerose befallen ist, dass es keinen Lebensbereich ohne Anzeichen schlimmer Degeneration gibt, das ist für den Zeithistoriker Torsten Mann zu einem guten Teil das Werk der 68-er Bewegung, die ihren ‚Marsch durch die Institutionen‘ in der ganzen westlichen Welt erfolgreich durchlaufen hat. Der Publizist hat mehrere Bücher zum sowjetischen Hintergrund linker Bewegungen im Westen geschrieben. Seiner Überzeugung nach sind nicht die Amerikaner oder der Kapitalismus, schon gar nicht die Juden, sondern die unter sowjetischem Einfluss übermächtig gewordene Gutmenschen-Religion für schlimme Fehlentwicklungen in der Nachkriegsgeschichte verantwortlich. Weil es mühselig ist, die USA zu verteidigten, geht Torsten Mann einen anderen Weg. Er erinnert an den altbekannten, aber gerne verharmlosten Störfaktor der Menschheit: die Kommunisten bzw. Sozialisten, seit der Oktoberrevolution 1917 angeführt von den Russen. Vor ziemlich genau 100 Jahren hatte eine elitäre Truppe von Klassenkämpfern unter Wladimir Iljitsch Lenin die demokratische Entwicklung Russlands zu einem jähen Ende gebracht, die mit der Revolution 1905 und dem Umbau in eine parlamentarische Monarchie begonnen hatte.

Nun weiß man, dass die Theorie nicht neu ist. Die Nationalsozialisten sprachen vom Bolschewismus, den sie nicht zu Unrecht als Schreckgespenst an die Wand malten, wie der Stalinismus gezeigt hat. Um dem Vormarsch der Sozialisten etwas entgegenzusetzen, gab es 1947 bis 1956 in den USA sogar eine antikommunistische Verfolgungswelle, die als McCarthy-Ära bezeichnet wird. Und Ronald Reagan bezeichnete die Sowjetunion in seiner Rede vom 8. März 1983 als „Reich des Bösen“. Bei dem Buch „Am Vorabend der Weltrevolution“ handelt es sich aber nicht um eine Wutrede, auch nicht um Propaganda, sondern um eine wissenschaftliche Arbeit, die sich allerdings gut lesen lässt. Alle Aussagen sind mit Quellenangaben belegt, und dennoch ist die Schrift spannend wie ein Agententhriller.

Wir leben nach Ansicht von Torsten Mann nicht in einer Zeit des Werteverfalls, sondern der bewussten Wertezerstörung. Sowohl die zunehmende Dominanz sogenannter fortschrittlicher Ideen als auch die Zunahme von Anschlägen, Straßenkämpfen und Bürgerkriegen sei das Ergebnis vielfältiger Einflussnahme vonseiten Russlands mit Hilfe von Infiltration, Subversion und durch den Aufbau sozialistischer Strukturen. Der Autor ist überzeugt, dass sich die russischen Geheimdienste KGB bzw. FSB um die Förderung und weltweite Vernetzung von bewaffneten Separatisten sowie Terrorgruppen bemühen, dass ihre Agenten Verrat und Sabotage betreiben und den Westen mittels Fake News und Propaganda in ein möglichst schlechtes Licht stellen. Die bürgerlichen Gesellschaften der marktwirtschaftlich organisierten Länder sollen übernahmereif geschossen werden, indem alles dafür getan wird, sie in Morbidität versinken zu lassen. Hierzu entwickelten die Internationalisten in den 50er Jahren eine „sowjetische Langzeitstrategie“, von der der Westen durch mehrere Überläufer wie zum Beispiel den tschechoslowakischen General Jan Sejna erfuhr, der 1982 ein Buch veröffentlichte.

Als Zeithistoriker vertritt Torsten Mann die originelle These, „dass der Kommunismus zu Beginn der 1990er Jahre nicht untergegangen ist, sondern unter Beibehaltung seiner Ziele lediglich eine planmäßige Umgestaltung seiner Methoden vorgenommen hat“. Russlands Präsident Wladimir Putin halte an der Strategie der Sowjets zur weltweiten Verbreitung des Sozialismus fest, weswegen vom Untergang des Kommunismus keine Rede sein könne. Putin ließ Lenin-Monumente wieder aufbauen und die sowjetische Hymne als russische Nationalhymne wieder einführen. Das rote Banner sowie den roten Stern machte er zum Hoheitszeichen der Armee, die (ebenso wie die chinesischen Streitkräfte) massiv aufgerüstet wurde. Die Militärparaden finden wieder unter dem Zeichen von Hammer und Sichel statt, dem bekanntesten Symbol des Kommunismus. Der russische Präsident verstaatlichte die Medienlandschaft sowie die Schlüsselindustrien Öl, Gas und Metall (Seite 29 f). Im Januar 2016 habe sich Putin erneut zu kommunistischen Ideen bekannt „und dabei betont, dass er noch immer sein Parteibuch als Mitglied der KPdSU besitzt“ (Seite 31). Ins Reich der Legenden gehöre indessen das Zerwürfnis zwischen Russland und China. Jedenfalls sei das Verhältnis der beiden Großmächte mittlerweile weit besser als noch zu Zeiten Mao Zedongs.

Auf den ersten Blick scheint die These vom globalen Siegeszug des Kommunismus etwas weit hergeholt. Gemeint ist aber kein dogmatischer Sozialismus wie unter Lenin, Stalin oder Mao. Die Schuldenvergemeinschaftung im Zuge der sogenannten Euro-Rettung, der staatliche Dirigismus im Rahmen der Energiewende und die Öffnung der Grenzen für eine ungebremste Zuwanderung aus den Armutsgebieten der Welt ist aber Kommunismus genug! Auch AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen sagte am 29.05.2017 bei einer Rede in Wolfsburg, der Sozialismus komme durch die Hintertür wieder zurück: „Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs dachten viele (ich übrigens auch, aber nur ganz kurz), der Sozialismus ist jetzt tot. Tatsächlich wissen wir: Er kehrt auf eine immer unverhohlenere Art und Weise wieder zurück, und dagegen kämpfen wir an. Wir wollen diesen Sozialismus nicht, definitiv nicht. Aber Merkel macht das, das ist der reine Sozialismus, was die Frau macht!“ (Minute 65:10). Torsten Mann setzt hier nur insofern eins obendrauf, als er sagt, dass es sich bei dem Vorgang weniger um einen bloßen Bewusstseinswandel handelt, als um eine planvolle und (zumindest ursprünglich) vom sozialistischen Ausland gesteuerte Entwicklung. Der Westen solle so lange heruntergewirtschaftet werden, bis der Einmarsch der Russen (und/oder der Chinesen) nicht mehr als Bedrohung, sondern als Befreiung empfunden werde.

Apropos Meuthen: Wer sich als Transatlantiker einstuft, muss noch lange nicht der am Tag nach der Bundestagswahl zurückgetretenen AfD-Co-Sprecherin Frauke Petry nachfolgen. Petry und ihr Ehemann Marcus Pretzell wollten die AfD auf den Weg der politischen Korrektheit bringen – ähnlich wie Bern Lucke 2015. Ich bin in vielen Fragen anderer Meinung als Björn Höcke, doch ich hielt das von Petry initiierte Parteiausschlussverfahren gegen ihn von Anfang an für einen Fehler, der der AfD einen dramatischen Einbruch bei den Meinungsumfragen eingebracht hatte. Höcke ist nicht rechtsradikal, wie landauf landab kolportiert wird. Allerdings sollte die AfD darauf achten, dass er und manche seiner Unterstützer die Partei nicht eines Tages so stark dominieren, dass Wirtschaftsliberale untergebuttert werden.

Die Putinversteher in der AfD sieht Torsten Mann übrigens in der Rolle der „nützlichen Idioten“ für die sowjetische Langzeitstrategie. Leider sind auch viele Konservative von der antikapitalistischen Propaganda beeinflusst. Da bekommt man zu hören, dass hinter der Zerstörung der westlichen Gesellschaften maßgeblich die Hochfinanz stünde. Das mag in Einzelfällen zutreffen, wenn man zum Beispiel an den Finanzmagnaten George Soros denkt, der seit Beginn der 80er Jahre mit beträchtlichen Mitteln linke Nichtregierungsorganisationen fördert. Insgesamt ist die These vom destruktiven Kapitalismus aber nicht plausibel, denn Industrielle und Banker können kein Interesse am Niedergang der westlichen Welt haben, an Straßenkämpfen oder gar Bürgerkriegen. Sie wollen Stabilität, damit die Wirtschaft rund läuft und sie weiterhin gute Geschäfte machen! Schlimm genug ist Folgendes: Viele Großkonzerne machen gemeinsame Sache mit dem bürokratischen Apparat der Zentralbanken und profitieren von der willkürlichen Null-Zinspolitik der EZB und dem Aufkauf von Staats- und Unternehmensanleihen. Die EZB-nahe Finanzindustrie gehört zu den wenigen Gewinnern der sogenannten Euro-Rettungspolitik, mit der die Netto-Steuerzahler der Nordländer ausgenommen werden wie die Weihnachtsgänse. Die Lage ist so verfahren, dass nur noch ein Austritt Deutschlands aus dem Euro hilft und eine Wiedereinführung der nationalen Währungen. Statt Pleitestaaten wie Griechenland auf Hartz-IV zu setzen, sollten wir uns auf die freie Marktwirtschaft zurückbesinnen, gerade auch auf Zentralbank-Ebene! Zinsen, Preise und Löhne sollten nicht mehr von oben aufoktroyiert werden, sie müssen sich spontan von unten bilden: durch Nachfrage und Angebot der einzelnen Wirtschaftssubjekte.

Die nachhaltigste Zerstörung erreichten die Sowjets mit dem Angriff auf Ehe und Familie, der maßgeblich von dem vorgeblichen Dissidenten Andrei Sacharow ausging. Im Zuge der Perestroika (der dritten von vier Phasen der sowjetischen Langzeitstrategie) holte 1986 Parteichef Michail Gorbatschow den ‚Regimekritiker‘ aus seiner ‚Verbannung‘: „Genau wie Golitsyn vorhergesagt hatte“, schreibt Torsten Mann auf Seite 25, „wurde Andrei Sacharow mit Beginn der »Perestroika« nicht nur ins Zentrum des politischen Geschehens gerückt, sondern er übte auch einen entscheidenden Einfluss auf die westliche Politik aus“. In einem weltweit verbreiteten Manifest forderte Sacharow vom Westen unter anderem eine dirigistische Umweltpolitik unter Führung der UNO, einseitige Abrüstung sowie das Eintreten gegen ‚Militarismus‘, ‚Nationalismus‘, ‚Rassismus‘ und ‚Faschismus‘. Den Widerhall seiner Ideen in der Weltöffentlichkeit könne man „unschwer als den inzwischen allgegenwärtigen »Kampf gegen Rechts« erkennen, der nicht etwa auf rechtsextreme Positionen beschränkt bleibt, sondern wie Sacharow ausdrücklich betonte auch die »feige und egoistische kleinbürgerliche Ideologie« miteinschließt“ (Seite 26).

Wie bereits Marx und Engels propagiert hatten, gelte es, die christliche Ehe und die bürgerliche Familie zu diskreditieren: „Sacharow ging sogar so weit, »gewisse Änderungen« in den »Ansichten und Traditionen« und der »Propaganda« bezüglich der Familienpolitik sowie der Heiratsgesetzgebung zu fordern, was konkret bedeutet, das bislang als erstrebenswert geltende Ideal der kleinbürgerlichen Familie abzuschaffen und sinngemäß durch eine Art internationaler Solidarität zu ersetzen, bei der sich die Menschheit selbst »in demographischem Sinne als eine Einheit betrachtet, als eine Familie, mit nur geschichtlichen und traditionellen Unterschieden«. Daran wird deutlich, dass der in der westlichen Welt inzwischen vorherrschende Trend, keine eigenen Kinder mehr zu bekommen und das dadurch entstehende demografische Problem durch die Öffnung der Grenzen und eine unbegrenzte Zuwanderung lösen zu wollen, eine direkte Manifestation jener gesellschaftlichen Umgestaltung ist, welche die sowjetische Langzeitstrategie für die westlichen Staaten vorsah.“ (Seite 26).

Gemeinsam mit anderen linken Theoretikern gelang es Sacharow, die bürgerlichen Gesellschaftssysteme als angeblich unterdrückerisch, weil patriarchalisch hinzustellen. Damit beschleunigte sich die Unterwanderung und Destabilisierung der westlichen Gesellschaften, die trotz zweier verheerender Weltkriege, trotz Kommunismus und Nationalsozialismus im Grunde noch intakt waren mit ihren funktionierenden Marktwirtschaften, und ihren historisch gewachsenen Solidarsystemen wie die Ehe, die Kleinfamilie, die Verwandtschaft. Es trat eine Rückwärtsentwicklung ein: in Richtung einer frauenzentrierten, matriarchalischen Gesellschaft.

Wem nützt dieses Zerstörungswerk? Etwa den USA? Kann der Pseudofeminismus, wie er sich aus der Kombination des Feminismus mit dem Wohlfahrtsstaat ergibt, den Westen im Sinne freier Märkte und offener Gesellschaften nach vorne bringen? Eben nicht, denn die Frauenbewegung ist über ihr Ziel hinausgeschossen. Sie leistet dem Sozialismus Vorschub, weswegen sie von den Salonkommunisten immer weiter vorangetrieben wird. Der übertriebene Sozialstaat mit seinen erzwungenen Unterhaltspflichten zugunsten geschiedener Frauen und seinen umfangreichen Leistungen für Single Moms, untergräbt Ehe und Familie und zerrüttet die zwischenmenschliche Solidarität. Er unterminiert generell die gesellschaftlichen Beziehungsgeflechte, zu denen auch Sippe, Nachbarschaft, Dorfgemeinschaft, Gemeinden und Vereine gehören. Wer sie zerstört, der bereitet den Boden für den Sozialismus. Oder für einen allgegenwärtigen Rundum-Sorglos-Staat, was im Zweifel noch schlimmer ist. Ehe und Familie sind die wichtigsten naturrechtlich gewachsenen Solidargemeinschaften, auf die offene Gesellschaften mit freien Märkten immer angewiesen waren.

Betrieben wird die Infiltration und Eroberung des Westens zunächst nicht von der Roten Armee, sondern von Salonkommunisten wie Angela Merkel. „Kohls Mädchen“ war keine Widerstandskämpferin, sondern eine hochrangige FDJ-Funktionärin, die über den Umweg des von der CDU geschluckten ‚Demokratischen Aufbruch‘ (einer staatlich gelenkten Scheinopposition) in das Machtzentrum der BRD eingeschleust wurde (linksfaschisten.com: Die Stasi lebt). Die heutige  Bundeskanzlerin kam durch den DDR-Staatssicherheitsdienst zu Amt und Ehren, weswegen sie gelegentlich als „Honeckers Rache“ bezeichnet wird. Das passt angesichts des linken „Modernisierungskurses“, den sie der CDU verordnete, das passt auch auf ihr Durchregieren ohne Rücksicht auf Grundgesetz und europäische Verträge.

Als Plattformen dienen den Edelkommunisten neben den staatlichen Stellen supranationale Organisationen wie die Europäische Union und die Europäische Zentralbank, die nur höchst unzureichend demokratisch legitimiert sind. Die EU-Außenbeauftragte, Federica Mogherini, war und ist Mitglied diverser kommunistischen Parteien in Italien. Der beste Hebel für die Weltrevolution ist allerdings die UNO, die von den islamischen Ländern, von der Dritten Welt, vor allem aber von der Bionade-Bourgeoisie beherrscht wird. Die Misere fängt beim UN-Generalsekretär António Guterres an, der von 1999 bis 2005 Präsident der Sozialistischen Internationale war. Die linkslastige Lückenpresse hat den Vereinten Nationen den Nimbus der Unfehlbarkeit verliehen, so dass sie an der Weltbevölkerung vorbei schalten und walten können wie sie wollen. Wir müssen dieser privilegierten Polit-Kaste genau auf die Finger schauen, weil sie unter anderem Feminismus, Gender Mainstreaming sowie die Massenmigration in den Westen propagiert (Resettlement-Programme).

Welt-Redakteur Clemens Wergin vergleicht die UNO mit der Fifa, wo ebenfalls das Prinzip „ein Land, eine Stimme“ zu einem „Fluch der großen Zahl“ geworden sei: „Einmal in der Minderheit, gelingt es den westlichen Nationen nicht mehr, ihre Standards zur Leitlinie zu machen. In globalen Organisationen ist es oft genug eine Mehrheit aus autokratischen Staaten und korrupten Demokratien, die die hehren Ziele hintertreiben.“ Der Westen solle sich aus beiden Organisationen zurückziehen und einen „Klub der liberalen, gefestigten Demokratien“ gründen: „Das würde sicherstellen, dass diese neue Organisation nicht wieder von korrupten und autokratischen Regimen manipuliert wird und dass sie Legitimation nur denen verleiht, die sie auch verdienen“ (Welt vom 03.06.15).

Ein wichtiger Etappensieg für eine sozialistische Weltregierung war laut Torsten Mann der „Erdgipfel von Rio de Janeiro“ im Jahr 1992: „Dort wurde der sogenannte Rio-Prozess in Gestalt der Klimarahmenkonvention, der Biodiversitätskonvention und der Agenda 21 eingeleitet, der den Umweltschutz und die Entwicklungshilfe in den Mittelpunkt einer zunehmenden internationalen Zusammenarbeit auf UNO-Ebene stellte und durch den die Erdatmosphäre quasi verweltstaatlicht wurde. Bei diesem Prozess wird die politische Entscheidungsfindung der früher souveränen Nationalstaaten immer stärker auf internationale Räte und Kommissionen übertragen, so dass die UNO immer mehr die Aufgaben einer globalisierten Sowjetregierung übernimmt.“ (Seite 25). Torsten Mann weiter auf Seite 27: „Seit dem »Erdgipfel« von 1992 findet unter dem Deckmantel des Emissionsrechtehandels und anderer »Klimaschutzinstrumente« nicht nur eine immer stärkere planwirtschaftliche Regulierung des zuvor freien westlichen Unternehmertums statt, sondern auch eine erhebliche globalsozialistische Umverteilung in die Zweite und Dritte Welt zu Lasten der westlichen Bürger und Steuerzahler, die diesen zumeist nicht bewusst ist und der sie sich auch nicht entziehen können.“ Der Demokrat Barack Obama hatte als Präsident der USA bei diesem Spiel mitgemacht, während sein Nachfolger im Mai 2017 dem Pariser Klima-Abkommen eine Absage erteilte (Basler Zeitung vom 04.06.17: Donald Trump hat recht).

Als Einfallstor hatten die Sowjets die Entspannung zwischen den Machtblöcken in den 60er und 70er Jahren benutzt. Lassen wir dazu Torsten Mann direkt zu Wort kommen. Er schreibt auf Seite 15: „Die Politik der Entspannung ermöglichte den Sowjets die massenhafte Unterwanderung der Kirchen und Religionsgemeinschaften, der Parteien, der Bildungseinrichtungen, der Medien und der Gewerkschaften durch kommunistische Einflussagenten in aller Welt. Aufbauend auf der Frankfurter Schule, die in den 1920er Jahren als Ableger des Moskauer Marx-Engels-Instituts gegründet worden war, gelang den Sowjets anschließend die Entfachung der Studentenrevolte von 1968, aus der später die »Neuen Sozialen Bewegungen« hervorgingen, zu denen unter anderem die Frauen- und Schwulenbewegung, die Friedens- und Ökobewegung sowie die Dritte-Welt-Bewegung zählen. Aus den Reihen dieser Bewegungen rekrutierten sich zu Beginn der 1980er Jahre schließlich auch die grünen Parteien.“

Der Autor weiter: „Das heißt, dass die zahlreichen gesellschaftlichen Verfallserscheinungen, die allzu häufig zu Unrecht dem »amerikanischen Liberalismus« angelastet werden, ihre wahre Ursache in der von Moskau ausgehenden kommunistischen Subversion haben, der alle westlichen Staaten seit den 1960er Jahren gleichermaßen ausgesetzt sind. Unterstützt wurde die Zersetzung der öffentlichen Moral durch die Desinformationsabteilungen der kommunistischen Geheimdienste, die seit der Gründung der KGB-Abteilung D im Jahr 1959 massenhaft Lügengeschichten fabrizierten und diese international verbreiteten um damit über die Jahrzehnte hinweg nicht nur die NATO in Verruf zu bringen, sondern allgemein eine antikapitalistische, anti-westliche und insbesondere anti-amerikanische Stimmung zu schüren.“ (Seite 16).

Dass Amerika an allem schuld sein soll, wird von vielen Leuten kritiklos nachgebetet. Zwar wird überall fündig, wer dagegen halten will. Doch mir jedenfalls ist zuvor noch keine Schrift vor die Augen gekommen, welche die Mär von den bösen Amerikanern so umfassend in Frage stellt, ohne die Amis direkt zu verteidigen. In Facebook kursieren immer wieder Auflistungen von Kriegen, die angeblich die USA angezettelt haben. Auch in Wikipedia findet man eine „Liste der Militäroperationen der Vereinigten Staaten“ mit dem unausgesprochenen Vorwurf, dass die USA der Aggressor waren und ihre jeweiligen Gegner die Opfer. Die Liste beginnt mit dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1775 bis 1783 gegen das Britische Empire. Wer sich mit der Geschichte der amerikanischen Revolution auskennt und den Film ‚Der Patriot‘ aus dem Jahr 2000 mit Mel Gibson gesehen hat, der weiß, dass die Yankees hier auf jeden Fall nicht die Bösen waren.

Neben dem Islam waren die schlimmsten Menschenfeinde, die dieser Planet zu Gesicht bekam, keine Kapitalisten und keine Christen, sondern Sozialisten, die im vergangenen Jahrhundert wüteten: Mao, Stalin und Hitler. Doch wenn sich der Konflikt zwischen Nordkorea und den USA zu einem Krieg entwickeln sollte, dann werden mit großer Wahrscheinlich wieder die USA verantwortlich gemacht. Dabei stecken hinter den Langstreckenraketen Nordkoreas die Russen, wie ein Raketenexperte das in einem Zeitungsinterview sagte. Die Raketen würden auf russischen Triebwerken basieren und „das gesamte Raketenprogramm der Nordkoreaner konnte doch nur mit russischer Hilfe entstehen“, so Markus Schiller in der Wirtschaftswoche vom 10.08.2017 („Plötzlich taucht wieder russische Technik auf“). Präsident Trump muss nun die Appeasement-Politik seines Vorgängers Obama ausbaden, und die Gutmenschenpresse entblödet sich nicht, ihm auch dies zum Vorwurf zu machen.

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