Man könnte wissen, wenn man wollte und dies dann auch dem Leser sagen

Pick-Ups sind in den USA sehr beliebt (Foto: Pixabay)

Manchmal begeben sich Blogger, die ungern die niederen Instinkte bedienen, auf dünnes Eis, aber das wissen sie und schreiben das dann auch. Zum einen, weil die Quelle vielleicht ein wenig unergiebig oder fragwürdig ist, zum anderen, weil die Meldung vielleicht weniger Interesse findet, als erhofft. Ein dritter Aspekt umfaßt die beiden erstgenannten. Es geht um Glaubwürdigkeit, Wahrhaftigkeit und journalistischen Ehrgeiz.

Die FAZ mit ihren enormen finanziellen Möglichkeiten, die ich heute einmal nicht als Journaille betiteln möchte, weil es durchaus sichtbare Bestrebungen gibt, diesen Ruf zu zerstreuen, versucht, auf einfache und nachvollziehbare Weise zu erklären, was es zu dem aktuellen Anschlag in New York zu berichten gibt. Sie unterteilt die Meldung zu dieser Gewalttat in drei Abschnitte.

Was wir wissen.

Was wir nicht sicher wissen.

Was wir nicht wissen.

Dies wäre durchaus ein guter Ansatz, wenn dem auch konsequent gefolgt würde.

Die Zeitung schreibt, der Fahrer des Wagens, (also der Täter,) sei nach Angaben der Polizei 29 Jahre alt, hieße Sayfullo S., stamme nicht aus New York sondern aus Usbekistan. Dies wisse man sicher.

Was man nicht sicher wisse, daß der Attentäter 2010 ins Land gekommen sei und legal mit einer Green Card in den Vereinigten Staaten gelebt habe. Sein Motiv wäre zunächst noch nicht geklärt. In der Nähe seines gemieteten Pick-up-Trucks sollen Ermittler Notizen auf Arabisch gefunden haben, die eine Verbindung mit der Terrormiliz „Islamischer Staat“ nahelegen würden. Eine offizielle Bestätigung dafür gäbe es nicht.(?)

Was man nicht wisse, und jetzt folgt wieder etwas Seltsames.

Es heißt, warum genau der Täter das Attentat beging, sei nicht bekannt. Amerikanischen Medienberichten zufolge soll der Mann „Allahu Akbar“ gerufen haben, als er nach dem Mordanschlag aus dem Auto stieg. Dies könne auf einen radikal-islamischen Hintergrund deuten. Es wird erwähnt, daß die Polizei diesen Ausruf zunächst nicht bestätigen wolle. Was er gesagt habe, hätte aber mit der Art und Weise des Anschlags übereingestimmt und dann dazu geführt, daß das Verbrechen als Terrorakt eingestuft wurde.

Der Versuch also, den Leser mit deutlich gekennzeichneten Nachrichten oder Vermutungen zu überzeugen, kann somit klar als gescheitert betrachtet werden. Was versucht das noch große überregionale Blatt eigentlich zu erzählen? Guckt man doch besser gleich bei JouWatch, auch wenn es dort finanziell eher schlicht zugeht und man auf Spenden angewiesen ist. (RH)

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.