Wenn die Kindheit unter einem Schleier verschwindet

Wenn Leben unter einem Schleier verschwindet

Im vergangenen Jahr ging das Bild der Frauen von Manbij um die Welt, die nach der Befreiung vom IS in der nordsyrischen Stadt ihre Schleier verbrannten. Während die einen glücklich ihre Schleier verbrennen, ziehen immer mehr Frauen in Europa ihn an. Burkas und Hijabs bevölkern das Straßenbild, sogar kleine Mädchen und Babys werden unter das Kopftuch gezwungen.

Von Bianca Hoe

Die Frauen von Manbij haben mit dem Verbrennen ihrer Niqabs nicht nur ein Symbol zerstört, sondern sie haben damit auch die meisten Argumente verbrannt, die behaupten, dass Muslimas die Niqabs freiwillig tragen würden.

Der Niqab ist nicht nur ein Symbol der Unterdrückung und Ungleichheit zwischen den Geschlechtern, sondern wird auch gezielt von Islamisten eingesetzt, um ihre fundamentalistischen, ideologischen und politischen Vorstellungen durchzusetzen. Verschleierte Frauen sind in deren Weltbild immer auch Ausdruck des islamistischen Einflusses auf die staatliche Macht und ihre Kontrolle der politischen, sozialen und individuellen Freiheit.

De facto stehen im Koran in Bezug auf die Kleidung von Frauen drei Verse.

In Sure 24:31 steht: „Sage den gläubigen Frauen, sie sollen den Blick niederschlagen und ihre Blöße wahren und ihre Zierde (arabisch = ziynet) nicht zeigen, außer dem, was äußerlich sichtbar ist, und ihre Brüste mit Stoffen bedecken (arabisch = hmar). Sie sollen ihre Zierde niemandem zeigen außer ihren Ehemännern, ihren Vätern, Schwiegervätern, ihren Söhnen, Stiefsöhnen, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder und Schwestern oder ihre Frauen oder männlichen Bediensteten (die nicht an Frauen interessiert sind), sowie Kindern, die noch kein sexuelles Verlangen haben. Sie sollen nicht auffallend mit den Füßen schlagen, um verdeckten Schmuck sichtbar zu machen.“

Im Koran ist keine Kopfbedeckung für Frauen erwähnt.

Das arabische Wort ‚hmar‘ steht übersetzt für ‚Bedeckung‘ und hat mehrere Bedeutungen. Gemeint kann jede Art von Bedeckung sein – ebenso eine Tischserviette.
‚hmar‘ im Zusammenhang mit der Bedeckung des Kopfes wird von Muslimen als Kopftuch frei ausgelegt. Wäre der Kopf jedoch das Ziel gewesen, hätte der Ausdruck ‚hmar-ur-ras‘ lauten müssen, was in etwa ‚Bedeckung des Kopfes‘ bedeutet.
Ein anderer wichtiger Aspekt, der in diesem Vers erwähnt wird, ist das arabische Wort ziynet = Zierde, was eine Anspielung auf die weibliche Brust darstellt. ‚Die Brust soll bedeckt sein‘, sagt dieser Vers.
Weiter wird gesagt, dass „Frauen nicht mit den Füßen schlagen sollen, um verdeckten Schmuck sichtbar zu machen“. Hiermit ist lediglich gemeint, dass Schmuck überall getragen werden darf, auch während des Gebets und dass er nicht versteckt werden muss.

Das Wort ‚tasattur‘, was ‚Verschleierung einer Frau‘ bedeutet, ist im Koran nicht zu finden.

In Sure 33:59 heißt es: „Sag deinen Frauen und Töchtern und den gläubigen Frauen, dass sie sich bedecken. So werden sie als Gläubige erkannt und vermeiden Belästigungen.“

In dieser Sure wird das arabische Wort ‚Dschilbab‘ genutzt, was irgendeine Kleidung meint und sowohl ‚Kleid‘ als auch ‚Hemd‘ bedeutet. Es steht in keiner Weise für die Abdeckung eines bestimmten Körperteils. Radikale Muslime haben diesem Wort die Bedeutung zugeschrieben, dass eine vollständige Ganzkörperverhüllung gemeint ist. Wäre es die Absicht gewesen, Frauen von Kopf bis Fuß verhüllt zu sehen, hätte es allerdings anders im Koran stehen müssen und es wäre ausdrücklich erwähnt, was nicht der Fall ist.

In der dritten Sure 24:60 finden wir den folgenden Hinweis:
„Was ältere Frauen betrifft, die keine Kinder mehr bekommen können und die nicht mehr heiraten werden, ist es nicht falsch, wenn sie ihre Kleider (= siyab) ablegen, dabei jedoch ihre Zierde (= Brust) nicht zur Schau stellen.“

Das Kopftuch als „freiwillig getragenes modisches Accessoire“

Die ‚Mode im Islam‘, die heute immer wieder in den Medien auftaucht und das Tragen des Kopftuchs als einen Teil des Islams darzustellen versucht, verschweigt, dass die Schleier und das Tragen von Kopftüchern und Tschartschafs (= Übergewänden) wie Burkas, nicht im Koran beschrieben werden. Die Schleier sind das Ergebnis von Bräuchen und Traditionen, die über Jahrhunderte hinweg im Islam entstanden sind. Je radikalisierter sich der Islam präsentiert, desto mehr wird die Verhüllung zur Pflicht.

 

Jouwatch Collage
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Es heißt, dass in der Zeit des Propheten Männer und Frauen ihre Köpfe bedeckt hielten. In Sure 16:91 ist die Rede von Kleidern, die Menschen vor der Hitze schützen. Das Bedecken der Köpfe, besonders bei heißem Klima, ist lediglich eine zweckmäßige Maßnahme, um sich gegen Hitze zu schützen, die in Wüstenstaaten üblich ist. Für Frauen wurde der religiöse Charakter jedoch zu einer verbindlichen Pflicht. Bezeichnend ist, dass das Tragen des Schleiers ein Ausdruck religiöser Ansichten ist, der dazu dient, Gläubige von Ungläubigen zu unterscheiden.

Ausgehend davon, dass der Koran nicht vorschreibt, dass Frauen sich zu verhüllen haben, ist es daher unverständlich, dass in westlichen Gesellschaften heute über Kopftücher oder Burkas gesprochen wird. Muslime können sich hier nicht auf den Koran berufen.

Die zivilisierten Staaten müssen sich bewusst werden, dass die offensichtliche Trennung in Gläubige und Ungläubige auf religiösem Fanatismus beruht.

Es ist daher nicht nachzuvollziehen, dass westliche Gesellschaften es zulassen, dass bereits kleinste Mädchen unter dem Schleier verschwinden. Diese Mädchen wachsen mit einem religiösen Rassismus auf, da sie von Anfang an lernen, dass es gute (Gläubige) und böse (Ungläubige) Menschen gibt. Die Mädchen, die im frühesten Alter an das Kopftuch und ihre zukünftige Rolle gewöhnt werden, sehen jede frei lebende Frau als nicht-wertvoll an. Die zunehmende Zahl der Angriffe auf westlich gekleidete Frauen bestätigt diese Aussage.

Schafft der Westen es nicht, dem Vormarsch des Islam und seiner Symbolik Einhalt zu gebieten, wird sich die Kopftuch-Frage bald nicht mehr stellen. Denn dann ist der Schleier Pflicht.

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