t-online: Zwitschern mit Erziehungsauftrag

Mit einem Tweet zeigt der Journalistendarsteller Jonas Schaible von t-online, warum es völlig unnötig ist, seine Texte zu lesen. Weil sein Gezwitscher schon alles sagt

Im Blog von Hadmut Danish fand ich diesen journalistischen Offenbarungseid:

Jonas Schaible, laut seinem Twitter-Account „Parlamentsreporter t-online.de // gelernt @nannenschule // Politikwissenschaftler mit Herz, Journalist auch mit Herz // Stimmt das wirklich?“, hatte dort sein Interview mit Birgit Kelle zu #metoo beworben. Damit seine politisch-korrekten Twitter-Fans wissen, wie hart es war, macht der Jonas das so: „Habe Birgit Kelle zu #metoo interviewt. Anders gesagt: ich ihr so gut es ging widersprochen.“

Da ging Hadmut Danish, der die deutsche Presse eh gefressen hat, dann doch leicht der Hut hoch und er hat (ohne das Interview zu lesen) spontan geantwortet: „Entweder interviewen oder widersprechen. Beides zusammen geht nicht in einer Person. Soll das @nannenschule sein?“

Hadmut Danish weiter: „Wieder das übliche Problem, dass Journalisten den Unterschied zwischen Berichterstattung und eigener Meinung nicht kapieren, auch nicht, wenn sie an der Nannen-Schule gelernt haben.“ Seit er sich auf Journalistenkonferenzen rumtreibe, frage er sich eh, ob man da überhaupt was lernt. (Früher schon, möchte ich das aus eigener Anschauung kurz einflechten. Wolf Schneider hätte man damit nicht kommen können.)

Es habe dann ein bisschen Ping-Pong gegeben, so Danish. Er habe zum Beispiel auf den ja nun sehr bekannten Satz von Journalistenlegende Hajo Friederichs „Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache – auch nicht mit einer guten Sache; das er überall dabei ist, aber nirgendwo zugehört“ hingewiesen.

„Er (Der Jonas) kam dann mit so einem sehr unangenehmen Tonfall an, er versuche doch nur, mich zu verstehen und so, so der typische Tonfall, den Journalisten neuerdings so trainieren und favorisieren um mit „Rechten” umzugehen. Im Tonfall so dämlich wie wohl seine Interviewtechnik. So tun, als hört man zu, dabei nur selbst reden und die Inhalte vorgeben wollen.“

Was Danish erstaunt:

„Der Mann will von mir, dass ich rechtfertige und erkläre, warum mir sein Interview nicht gefällt, und ich es dazu natürlich erst mal lesen müsste, und ihm dann noch Vergleichsinterviews liefere, um zu belegen, was ich auszusetzen haben. Der hat überhaupt nicht verstanden, dass nicht ich ihm irgendwas erklären muss oder mich rechtfertigen müsste, warum mir sein Stil nicht gefällt, sondern dass er als Journalist (oder einer, der sich dafür hält) Hersteller eines Produktes ist. Es wäre doch … seine ureigenste Aufgabe, die Qualität herauszustellen und zu erklären, warum man es kaufen/lesen/unter Werbeeinwirkung konsumieren solle.“

Hadmut Danish Text endet mit einem frommen Wunsch: „Wann gehen da endlich mal ein paar pleite?“

Birgit Kelle hat nur ladylike ein „Sehr süß J“ für den Journalistendarsteller.

Der Jonas träumt dabei schon von höheren Weihen: „Eine Doktorarbeit über den Gebrauch von Lach-Smileys als Marker für Überlegenheit in Social-Media-Postings der Ultrarechten.“

Wenn man sich seine Twitter-Thread mal so durchscrollt, ist zu befürchten, das er das ernst meint. Statt Dummkopf dann demnächst wohl Dr. Dummkopf.

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