Gérard Depardieu: Die Franzosen sind verloren

Vive la France ! (Foto: Pixabay)

Über Gérard Depardieu zu scheiben, das macht mir Freude. Nicht nur als Obelix hat er mich zum Lachen gebracht. Als ich das noch mit mir machen ließ.
Dann hörte ich, er sei weggegangen, um sich den Steuerzahlungen zu entziehen.

Ich gebe nichts auf die Meinung des Mainstreams, nicht einmal, wenn andere dafür Zwangsgebühren bezahlen. Mir tat es leid, zu erfahren, daß Depardieu von Frankreich nach Rußland übergesiedelt war.

Nun, er ist erst kürzlich in den Schlagzeilen gewesen. Weil er den Koran mag. Na ja, der Koran besteht aus Versen und ist wohl Geschmack- und Privatsache. Ich denke nicht, daß Depardieu sich für unseren fast verzweifelten Einsatz gegen die Islamisierung Deutschlands interessiert, aber daß ihn Frankreich kalt läßt, glaube ich nicht. Auch, daß sich viele mokieren, er sei fett, tränke zu viel Wein etc. verstehe ich nicht. Kehre man doch gefälligst erst vor der eigenen Türe.

Nun heißt es, er sehe mit großer Besorgnis nach Frankreich, wo er geboren ist. Er beklage, daß die Menschen dort verloren seien. Und er wolle nicht nach draußen gehen und die Katastrophe sehen. Er sei nicht wegen der Steuern weggegangen, sondern wegen Frankreich. Frankreich habe nämlich keine Kultur mehr. Im Fernsehen und im Radio spräche man nicht mehr Französisch. Er verwies augenzwinkernd auf diese „Kultur“, die am allgegenwärtigen Moderator und Unterhalter Cyril Hanouna mit tunesischen Wurzeln festgemacht werden könne.

Hanouna sei bekannt für seine sexistischen Sprüche, Ausritte gegen Homosexuelle und dem diktatorischen Führungsstil in seinem Team – der ihm dem Namen Kim Jong Il eingebracht hätte. Doch – trotz der in politischer Korrektheit gut geschulten Franzosen – sei dieser unangreifbar.

Zur Vorstellung seines Buches schrieb Depardieu: „In einer ultramodernen Welt gibt es keinen Platz für Monster, es gibt keinen Platz für den Rand, und jeglicher Überschuß ist verboten“.

So läßt sich doch zumindest ein wenig erahnen, was Depardieu wirklich vertrieben hat. Ob es in Rußland anders ist, kann ich nicht sagen, aber ich weiß als Deutscher, wie wichtig manchmal die Entscheidung zugunsten der Freiheit ist und wie schwer diese fallen kann. (RH)

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