Die Linke: Das saarländische Natterngezücht

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Linkes Gift gibt es in verschiedenen Farben (Foto: Durch cigdem/Shutterstock)

In der saarländischen Linkspartei fliegen die Fetzen, wie die Linkszeitung „taz“ weiß. Man kämpft mit harten Bandagen an der Saar, obwohl die Linkspartei gerade dort eigentlich recht zufrieden mit sich sein könnte. Bei der Bundestagswahl bekam sie im Saarland über 11 Prozent der Stimmen.

von Max Erdinger

Aufhänger des linken Bandenkriegs ist der Vorwurf von Genossen, der wiedergewählte saarländische Linken-Abgeordneten Thomas Lutze dulde Antisemtismus in seinem Umfeld. Lutzes Mitarbeiter Mekan Kolasinac, der Parteivorsitzende in Saarlouis, hatte den Bundesvorsitzenden Bernd Riexinger in einem Facebook-Eintrag als „falschen, hinterlistigen Juden“ bezeichnet. Mit dieser Äußerung reagierte Kolasinac auf Zeitungsberichte, denen zufolge Riexinger versucht haben soll, Sahra Wagenknecht aus der Partei zu mobben.

Die „taz“ – Zitat: „Nach empörten Reaktionen korrigierte sich Kolasinac: Er habe sich bloß vertippt und Riexinger lediglich als „falschen hinterlistigen Judas“ kritisieren wollen.„Das macht die Sache nicht besser“, meint der ehemalige saarländische ­Bundestagsabgeordnete Volker Schneider, der inzwischen Geschäftsführer der von Wagenknecht angeführten Linksfraktion im Bundestag ist. „Das ist die Sprache des NSDAP-Hetz­organs Der Stürmer“, so Schneider zur taz.“ – Zitatende.

„Judas“ statt „Jude“ also. Wie glaubwürdig ist das? – Nicht sehr glaubwürdig. Erstens steht „Judas“ ohnehin schon als Synonym für Falschheit und Hinterlist, so daß die Formulierung „falscher, hinterlistiger Judas“ in etwa so sinnlos wäre wie „dunkler, schwarzer Neger“ oder „feuchter, nasser Regen“ und zweitens würde es bedeuten, daß Kolasinac einen Buchstaben aus Versehen durch zwei (!) andere ersetzt hätte, von denen sich einer, das „a“ nämlich, auf seiner Tastatur zu weit weg vom „e“ befindet, als daß er danebengetippt haben könnte. „Juds“ hätte ein Tippfehler sein können, „Judas“ aber nicht. Nein, Kolasinac hat „Jude“ mit voller Absicht geschrieben. Linker Antisemitismus ist allerdings nicht ungewöhnlich, wie die Braunlinken eindrücklich zwischen ´33 und ´45 – und die Rotlinken weniger eindrücklich seit der Erfindung des „Palästinensers“ unter Beweis gestellt haben.

Daß sich Volker Schneider, Geschäftsführer der von Sahra Wagenknecht angeführten Linksfraktion im Bundestag, allerdings reflexartig auf die „Sprache des NSDAP-Hetzorgans Der Stürmer“ einschießt, ist ebenfalls unglaubwürdig. Es gibt hunderte rotlinker Publikationen der Gegenwart, die sich kaum von der Stürmersprache unterscheiden. Der Verweis auf den nationalsozialistischen Stürmer dient lediglich der alten rotlinken Strategie, sich zum extremen Gegenteil von „rechts“ zu stilisieren, indem dogmatisch zu gelten hat, daß „rechts“ nicht mit „nationalkonservativ“ zu übersetzen sei, sondern mit „nationalsozialistisch“. Nicht nur historische Tatsache ist aber, daß Rotlinke und Braunlinke die zwei Seiten ein- und derselben Medaille sind: Kollektivisten und Sozialisten sind alle Linken, ob braun oder rot.

Der Hass der Rotlinken auf die Nation als solche z.B.  ist keine aus Einsicht geborene Haltung, sondern eine strategische Notwendigkeit, um nicht selbst mit den Braunlinken in einen Topf geworfen zu werden. Das wäre das Schlimmste, was Rotlinken passieren könnte: Daß ihr doktrinär verteidigtes Links/Rechts-Schema kollabiert, nachdem sie so viel Mühe darauf verwendet haben, es in Jahrzehnten immer weiter auszubauen. Egal, ob braunlinks oder rotlinks, – eine Gemeinsamkeit haben alle Linken: Sie sind diejenigen, die bei allen wohlfeilen Lippenbekenntnissen ihrer Gegnerschaft zur „gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ die geringsten Probleme damit haben, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit an den Tag zu legen. Die „richtigen“ Gruppen müssen es halt sein. „Rechte“ Islamkritiker und „rechte“ Freunde Israels sind Gruppen, denen Linke oft in großer Menschenfeindlichkeit gegenüber stehen. „Die Reichen“ zum Beispiel, „die Chauvinisten“, „Rassisten“, „Sexisten“ oder auch nur „die Kapitalisten“ sind nach rotlinkem Verständnis in etwa das, was dem Braunlinken „die Untermenschen“ gewesen sind. Der Rotlinke ist seinem Selbstverständnis nach „der Bessere“. Wie allerdings „Rechte“ – nach rotlinker Definition also „Braunlinke“ – Islamkritiker sein können, bleibt das Geheimnis der Rotlinken. Die Nationalsozialisten waren alles andere als Islamkritiker.

Nebenbei bemerkt: Ich spreche mich schon lange dagegen aus, gedankenlos den verharmlosenden Rotlinksbegriff „Nazi“ zu verwenden. Man sollte sich wirklich immer die Mühe machen, das Wort auszuschreiben. „Nationalsozialisten“ zeigt den Sozialisten im Wort. Bei „Nazi“ verschwindet er. Deswegen reden Rotlinke immer vom „Nazi“ und nie vom „Nationalsozialisten“.

Was derzeit im Saarland bei den Rotlinken abläuft, ist ein linksinterner Streit, der mit den unlauteren Begrifflichkeiten geführt wird, die allein zum Zwecke linker Selbstexkulpation unter Ausschluß jeder aufrichtigen Selbstreflexion verwendet werden. Ob Mekan Kolasinac tatsächlich „Judas“ statt „Jude“ gemeint hat, als er sich „vertippt“ hat, spielt so gesehen keine Rolle. Für die Millionen von Mordopfern der Gesamtlinken – von den Bauernkriegen über die frz. Revolution bis hin zu Stalin, Mao, Hitler oder PolPot – spielt es keine Rolle mehr, ob ihre Mörder Braunlinke oder Rotlinke gewesen sind. Mörder ist Mörder und tot ist tot.

Insofern ist es müßig, sich mit dem „Antisemitismus“ eines Rotlinken auseinanderzusetzen oder ihn gar als einen schockierenden Einzelfall begreifen zu wollen. Linke tun nur das, was sie immer tun: Sie basteln sich einen linksinternen Gegner, der im Grundsatz gar keiner ist – und externalisieren ihn dann. Als Konservativer darf man mit Fug und Recht behaupten, daß man mit den linken Spinnereien und Vorlieben nichts zu tun hat. Man kann als Außenstehender gelassen beobachten, eine Tüte Chips und ein Bier aufmachen und sich ansonsten in seinen Ansichten über die Gesamtlinke bestätigt sehen.

Die „taz“ – Zitat: „Der Landesvorstand der saarländischen Linken beantragte am 17. Oktober Kolasinac’ Parteiausschluss: „Derlei Gedankengut hat nichts in unserer Partei verloren“, so die Begründung.“ – Zitatende.

Großer Irrtum! Derlei Gedankengut ist in seinen verschiedensten Varianten die spärliche intellektuelle Grundausstattung aller Linken. Ob rot oder braun spielt überhaupt keine Rolle. Der Rest dieser saarländischen Geschichte, – wer stellt sich hinter wen?, – wer fordert was? – usw.usf., ist daher auch völlig uninteressant. Es handelt sich um unsubstantiiertes Politentertainment. Eine reine Showveranstaltung.

 

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