Afrika im „Vampir“-Fieber: Schwere Unruhen in Mosambik

Symbolbild: Ein Mob aus Menschen greift an
Symbolbild: Ein Mob aus Menschen greift an

In der Stadt Gile in Mosambik, im Südosten von Afrika, kam es jetzt zu schweren Ausschreitungen, da sich das Gerücht verbreitete, dass blutsaugende Vampire mit Hilfe von Regierungsbeamten in der Region unterwegs sind.

Von Bianca Hoe

Die Einwohner plagen in den letzten Monaten schwere Ängste vor Vampiren, nachdem ein Mob einen lokalen Unternehmer angegriffen hatte, der als blutsaugender Vampir sein Unwesen treiben soll.

Nachdem die Menschenmenge das Geschäft des Mannes geplündert hatte, zog sie weiter und zerstörte die Häuser lokaler Politiker, darunter vom Leiter der Verwaltungsstelle Muiane und des örtlichen Sekretärs der regierenden Frelimo-Partei.

Bildschirmfoto: Gile in Mosambik
Bildschirmfoto: Gile in Mosambik

Seit diesem Vorfall sind Aufstände in der Stadt Gile so gewalttätig geworden, dass Giles Landrat in den Nachbarbezirk Alto Molocue fliehen musste.

Der Sprecher der lokalen Strafverfolgungsbehörden, Miguel Caetano, bestätigte in einer Pressekonferenz am Montag, „dass fünf Personen verhaftet wurden, weil sie Ängste über Vampire verbreiteten und öffentliche Unruhen anstachelten“. Caetano fügte hinzu, „dass das Gerücht eher eine Gelegenheit für Kriminelle sei, Menschen zu erschrecken und so deren Eigentum zu stehlen“.

Doch seine Rede stieß bei den „Vampir-Gläubigen“ auf taube Ohren und so randalierten sie weiter. Am Mittwoch zerstörten sie Bezirksverwaltungsbüros und griffen Beamte an, von denen sie glauben, dass sie mit den Vampiren gemeinsame Sache machen.

Am Donnerstag sagte Caetano, dass die Stadt im Zustand des „völligen Chaos“ sei und zahlreiche lokale Beamte aus der Gegend fliehen, während die Polizei versucht, die Ordnung wiederherzustellen.

Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich letzte Woche im ländlichen Marawi, nachdem ein weiterer „Vampir-Vorfall“ zu einem Menschenauflauf geführt hatte, bei dem fünf Menschen ums Leben kamen. Die Vereinten Nationen beschlossen daraufhin, ihr Personal aus zwei der betroffenen Distrikte abzuziehen.

„Diese Bezirke werden stark durch fortlaufende Geschichten über Blutsauger und der möglichen Existenz von Vampiren beeinflusst“, sagte das US-Sicherheitsministerium (UNDSS) in einem Sicherheitsbericht. „UNDSS überwacht die Situation weiterhin genau, um sicherzustellen, dass alle betroffenen U.N.-Mitarbeiter so schnell wie möglich wieder vor Ort sein können, wenn sich die Unruhen gelegt haben.“

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