Linksjugend verbreitet Fake News: „Naziangriff“ auf Asylbewerber wohl frei erfunden

Linksjugend bei einer AfD Veranstaltung / Photo by opposition24.de https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/
Linksjugend bei einer AfD Veranstaltung / Photo by opposition24.de https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

Mainz: Ein angeblicher Naziangriff auf einen Asylbewerber hat sich doch etwas anders abgespielt, als die „Linksjugend“ im Netz behauptet. Die Polizei widerspricht dem geschilderten Sachverhalt, auch habe zunächst keine Strafanzeige vorgelegen. Entgegen der Darstellung in den sozialen Netzwerken hat der Afghane den Überfall dreier Nazis mit einem Baseballschläger frei erfunden.

Von Wolfgang van de Rydt

Polizei Mainz klärt widersprüchliche Darstellung einer Körperverletzung

Am Donnerstag, den 19.10.2017 gegen 19:00 Uhr, wird auf der Facebook-Seite der „Linksjugend Solid Mainz“ ein Beitrag über einen verletzten jungen Mann mit Migrationshintergrund veröffentlicht. Laut dem Beitrag sei der junge Mann durch 3 „Nazis“ angegriffen und mittels eines Baseballschlägers verletzt worden. Die Täter seien anschließend geflüchtet und bei der Polizei eine Anzeige erstattet worden.

Am Freitag, den 20.10.2017, ist durch die Allgemeine Zeitung Mainz ein entsprechender Artikel dazu veröffentlicht worden. Die Zeitung gibt an, dass sie sich mit dem jungen Mann getroffen hat und dieser den Sachverhalt bestätigte.

Der Polizei lag zu diesem Zeitpunkt keine entsprechende Strafanzeige vor.

Der Kriminalpolizei Mainz ist es am Montag, den 23.10.2017, gelungen, den jungen Mann zu ermitteln. Es handelt sich dabei um einen 16-jährigen Flüchtling aus Afghanistan.

Der Jugendliche gibt der Polizei gegenüber an, dass er den Sachverhalt der Linksjugend sowie der Zeitung nicht ganz korrekt dargestellt habe. Er sei demnach am Donnerstag, den 12.10.2017, mit der Straßenbahn, aus Richtung Innenstadt kommend, gefahren. Vor ihm haben 2 junge Männer im Alter von ca. 18 Jahren gesessen. Einer der Männer habe sich abwertend gegenüber Ausländern geäußert. Der junge Afghane habe sich daraufhin in das Gespräch eingemischt und mit den beiden Männern eine Diskussion angefangen.

An der Haltestelle Marienborner Straße, Ecke Wilhelm-Quetsch-Straße habe der junge Afghane aussteigen wollen. Hierbei habe er die beiden Männer gebeten, ebenfalls mit auszusteigen, um die Diskussion weiterzuführen. Die beiden jungen Männer folgten der Bitte.

An der Haltstelle sei das Gespräch immer hitziger geworden. Aufgrund einiger Aussagen einer der jungen Männer habe sich der junge Afghane provoziert gefühlt. Er habe den Mann dann leicht geschubst. Der junge Mann habe ihm daraufhin auf den Kopf geschlagen. Hierbei sei eine ältere Verletzung aufgeplatzt, was zu einer Blutung führte. Die beiden Männer seien dann, in Richtung Haifaallee weggerannt.

Der junge Afghane sei anschließend nach Hause gegangen, wo er von seiner Mutter erstversorgt worden ist. In der Schule habe er dann einem Klassenkameraden das Foto mit seinen Verletzungen gezeigt. Da er, aufgrund der Länge, nicht den ganzen Sachverhalt erzählen wollte, habe er die Geschichte mit den 3 Nazis und dem Baseballschläger erfunden.

Ob die bei der Polizei gemachten Angaben des jungen Afghanen der Richtigkeit entsprechen, wird derzeit geprüft.

Bezüglich der Schlägerei an der Straßenbahnhaltestelle bittet die Polizei, dass sich eventuelle Zeugen melden. Laut dem jungen Afghanen sind mit ihm und den 2 anderen Männer auch 2 Frauen ausgestiegen.

Offzielle Meldung der Polizei vom 20.10.2017: http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/117708/3766816

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