Deutsche Flüchtlingsdoku bewirbt sich für den Oscar

Bildschirmfoto: "Human Flow" von Ai Weiwei bewirbt sich um den Doku-Oscar 2018
Bildschirmfoto: "Human Flow" von Ai Weiwei bewirbt sich um den Doku-Oscar 2018

Los Angeles –  Der in Berlin lebende chinesische Dissident und Aktivist Ai Weiwei hat sich mit seiner Dokumentation „Human Flow“ um einen Oscar beworben. Seine Dokumentation, in der es um „Flüchtlinge“ geht, gehört damit zu den 170 Filmen, die im kommenden Jahr in der entsprechenden Kategorie um den weltweit begehrten Filmpreis „streiten“. Am Freitag gab die Oscar-Akademie in Beverly Hills die eingereichten Filme bekannt, unter denen sich mit der Ai Weiwei Doku nun auch das „beliebte“ Thema „Flüchtlinge“ seinen Platz gesichert hat.

Der Ai Weiwei Film entstand in Flüchtlingscamps in 23 Ländern der Welt. Er wurde zu den diesjährigen Filmfestspielen in Venedig uraufgeführt und soll ab Mitte November in deutschen Kinos gezeigt werden.

Ai Weiwei filmt mit seinem Smartphone, reicht Tee, will Namen und Herkunft der „Geflüchteten“ wissen. Er tue das wegen der Ehrlichkeit, erklärte er auf einer Pressekonferenz in Venedig. Er sei in sein Projekt quasi „hineingestolpert“, als er bei einem Lesbos-Urlaub mit seinem Sohn, ein Flüchtlingsboot stranden sahen.

Unter den Kandidaten für den Doku-Oscar ist auch ein Film aus Österreich. „Ein deutsches Leben“ zeigt die gebürtige Berlinerin Brunhilde Pomsel, die von 1942 bis 1945 als Sekretärin für NS-Propagandaminister Joseph Goebbels tätig war.

In einer Vorauswahl werden aus den 170 Kandidaten 15 Anwärter bestimmt, von denen dann fünf weiter in die Endrunde kommen.

Die 90. Oscar-Verleihung ist für den 4. März 2018 in Hollywood geplant, die Nominierungen für diesen Tag werden am 23. Januar bekanntgegeben.

Der Menschenrechtler, Dissident und Aktivist Ai Weiwei wurde nach regierungskritischen Äußerungen im Rahmen der Proteste in China 2011 von April bis Juni 2011 inhaftiert und hatte bis 2015 in China Reiseverbot. Ai Weiwei wurde Anfang Juni 2011 in die Akademie der Künste in Berlin aufgenommen, wo er seit 2015 als Gastprofessor tätig ist. (BH)

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