Brüssel Babylon: Juncker – „Macht macht sexy“

"Juncker hat kein Problem mit Alkohol, nur ohne."

Der #metoo-Sexskandal hat Europa erfasst. Doch wie konnte so eine Kultur des Missbrauchs solange in der Spitze der EU gedeihen? Wenn man sich die Vorgeschichte von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker ansieht, ist es eigentlich kein Wunder.

Jean-Claude Juncker (€395.000 Euro Bezüge im Jahr) fällt schon länger mit peinlichen Auftritten und Aussetzern auf. 2016 schien er beim Empfang der Staatsoberhäupte in Lettland betrunken zu sein, dann äußerte er sich nach privaten Abendessen immer wieder abfällig über die britische Premierministerin Theresa May.

2013 musste Juncker über einen Geldwäscheskandal seinen Job als Premier von Luxemburg räumen. In Luxemburg hatte er sich schon einen Ruf als Trunkenbold und Weiberheld erarbeitet. Reporter des Luxemburger Boulvardblattes Privat berichteten immer wieder ausführlich über Junckers Affären und sogar außereheliche Kinder.

Juncker ist seit 1979 mit Christiane Frising verheiratet. Das hat ihn jedoch nie davon abgehalten, seine Position für sexuelle Ausschweifungen zu missbrauchen. „Macht macht sexy“, zitierte ihn Privat am 30.8.2013. Juncker soll u.a. mit der Berliner Hoteldirektorin und ex-Stasi-Agentin Uta Anni Felgner eine „enge Freundschaft“ gehabt haben, die Juncker jedoch dementiert.

Juncker soll mit einer ungenannten Frau eine uneheliche Tochter namens Sophie haben, die jetzt 14 wäre. „Die Mutter der Kleinen war über viele Jahre bei fast jeder Auslandsreise an der Seite von Juncker… Auffallend, dass nach der Geburt des Kindes die Frau in einen anderen Dienst im Auswärtigen Amt wechselte“, so Privat.

Der Luxemburger Grüne Jup Weber berichtete außerdem von einer Affäre Junckers mit einer Freundin seiner Frau, deren Identität er jedoch schützen wollte. Außerdem gebe es Gerüchte um Beziehungen Junckers zu Politikerinnen wie der französischen Sozialistin Martine Aubry und der heutigen IWF-Chefin Christine Lagarde, die Privat aber nicht bestätigen konnte.

Die Lagarde-Gerüchte rühren von einem Foto, bei dem Juncker 2012 die IWF-Chefin scheinbar auf den Mund küsst. „Dass Juncker gerne flirtet, gerne eine Tick länger als eigentlich vertretbar die Hand einer Frau hält, den Arm um ihre Schulter legt oder sie einfach anfasst, ist bekannt und sogar fotografisch dokumentiert,“ so Privat.

Junckers Hang zum Alkohol ist ebenso bekannt und wurde auch jahrelang stillschweigend akzeptiert. Teilnehmer der Euro-Gruppe erinnern sich an Sitzungen, die Juncker „erratisch“ geleitet habe, schrieb der Spiegel 2014, andere haben eine Alkoholfahne gerochen. In Luxemburg zuckten politische Weggefährten Junckers bei dem Thema nur die Achseln – die Trinkfreude ihres fast zwei Dekaden lang amtierenden Regierungschefs sei „ein offenes Geheimnis“. „Der Journalist Pascal Steinwachs schrieb im „Lëtzebuerger Journal“, schelmische Zungen behaupteten, Juncker habe tatsächlich kein Problem mit Alkohol, nur ohne“, so der Spiegel.

Warum hält sich einer so lange im höchsten Amt der Europäischen Union? In einer Bundesregierung, oder auch nur einem Bürgermeisteramt, würde ein Juncker sehr bald als unhaltbar weggelobt werden – vermutlich nach Brüssel. Theoretisch wurde Juncker von einer Mehrheit der Abgeordneten im Europaparlament gewählt – doch in Wahrheit stehen diese Stimmen nur für 9,7% aller Wähler in der EU. Nach einer Umfrage der Europäischen Konservativen und Reformer konnten nur 8,2% aller EU-Bürger 2014 Juncker als Kandidaten für den EU-Vorsitz identifizieren.

Die EU-Bürger werden de facto nie gefragt, wer ihr „Präsident“ sein soll. Wie viel Prozent ein Kandidat wie Jean-Claude Juncker in einer direkten demokratischen Wahl vom EU-Wahlvolk einfahren würde, kann sich jeder an einer Hand ausrechnen. Viele Finger braucht man dafür nicht.

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