Aktenzeichen XY…so weiß, weißer geht’s nicht

Foto: Collage
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Aktenzeichen XY… ungelöst, seit 1967 auf dem Schirm, ist ein Klassiker der deutschen TV-Landschaft. Das so viele Verbrecher Ausländer seien, führte bereits zu Ede Zimmermanns Zeiten zu Kritik. Die hat man sich zu Herzen genommen.

Von Volker Kleinophorst

In der politisch korrekten deutschen Medienwelt haben besonders Polizeireporter mittlerweile Probleme. Zuviel „falsche Täter“ und „falsche Opfer“. Denn schon die Benennung von Hautfarbe oder Herkunft eines Straftäters ist ja Rassismus. Außer er ist weiß, am besten ein Deutscher ohne Migrationshintergrund.

So ein Magazin wie Aktenzeichen XY hat da natürlich noch ein viel größeres Problem. Wie soll man die Straftaten in den kleinen Einspielfilmen denn darstellen?

Ganz einfach: Die Täter werden weiß gewaschen. In der gestrigen Sendung wurden zum Beispiel die Preisträger des XY…Preises (für Zivilcourage) 2017 vorgestellt und ihre Geschichten gewürdigt. Auch dabei Saskia Jürgens. Von der XY-Webseite:

„Saskia Jürgens hat mit bemerkenswerter Courage und Unerschrockenheit zwei jungen Menschen das Leben gerettet. Die 17- Jährige war nachts auf dem Weg zur Bahn, als sie auf die Gruppe von zehn offensichtlich aggressiven Jugendlichen stieß. Die unter anderem mit Elektroschockern und Messern bewaffneten jungen Männer fielen kurz darauf über zwei etwa Gleichaltrige am Bahnsteig her, schlugen mit einem Golfschläger auf sie ein, traktierten sie mit einem Messer und verletzten sie lebensgefährlich.“

Wer jetzt nicht voll vor den Schrubber gerannt ist, merkt es ja schon hier. Denn deutsche Jugendliche fallen eigentlich eher selten als Messerstecher auf und in 10köpfigen Gruppen bewaffnet mit Elektroschockern und Golfschlägern sind unsere Schneeflöckchen auch nicht unbedingt unterwegs. In solcher Überzahl mit klarer Tötungsabsicht auf zwei Menschen loszugehen, ist doch nicht unser Stil (außer bei der Antifa vielleicht). Das sind natürlich nur Vermutungen, die von den Ruhrnachrichten allerdings bestätigt werden.

So war der Haupttäter Marokkaner. Der habe sich dann 10 Jugendliche „Unterstützer“ geholt, so der Tenor des Berichts. Da das wohl alles keine Deutschen waren, musste man wohl nicht genauer spezifizieren. Dass die Opfer Deutsch-Russen waren, erfährt man allerdings dann doch.

Nun ist das ja alles hinlänglich bekannt, ist ja bereits im Februar dieses Jahres passiert, doch weder im Gespräch mit Saskia Jürgens noch in dem Beitrag kommt das auch nur andeutungsweise vor.

Nein, eine Horde deutscher Jugendlicher fällt über zwei deutsche Jungs her. So wird es im Einspielfilm dargestellt. Das ist ja schon ziemlich übel. Doch als keiner hilft, kommt doch ernsthaft als einziger ein „Mann mit südländischen Aussehen“ dazu. Er hilft.

Schon ziemlich schäbig, aber nichts Neues bei Aktenzeichen XY.

So wollte man bereits Sorge vor Flüchtlingshetze im August 2015 (also noch vor der illegalen Grenzöffnung) einen Beitrag verschieben, weil der Tatverdächtige schwarz war.

Dass die dunkle Hautfarbe des Tatverdächtigen ein Grund für den Sendestopp sei, begründet Aktenzeichen XY-Chefredakteurin Ina-Maria Reize-Wildemann gegenüber den Ruhrnachrichten: „Wir wollen kein Öl ins Feuer gießen und keine schlechte Stimmung befördern. Das haben diese Menschen nicht verdient.“ Nach Protesten hat man dann allerdings eine Rolle rückwärts eingelegt und den Beitrag doch ausgestrahlt.

Es gingen auch viele Hinweise ein. Gefasst ist der Täter allerdings bis heute nicht.

Während man bei XY noch froh ist, das Fahnder des österreichischen BKA einen pakistanischen Profikiller, dem 70 Morde zur Last gelegt werden, bereits in Ungarn festsetzen konnten, plant die Unterhaltungsredaktion schon den nächsten Schlag.

Aus dem Pressetext des Weihnachtszweiteilers: Der Frieden Allahs (Achtung: Satire)

Ein pakistanischer Christ (Sky Dumont) ist nach dem Tod von Frau und Kindern, die von einem übermüdeten, alleinerziehenden, muslimischen Busfahrer überfahren wurden, als sie einem humpelnden Lämmchen das Leben retten wollten, von Sinnen. Voller Hass auf den Islam ist er zum islamophoben Profikiller geworden. Seine muslimische Haushälterin (Christine Neubauer) zeigt ihm den inneren Frieden des Islam und bringt ihn mit Hilfe ihres Imam (Til Schweiger) zurück auf den rechten Weg. Als dieser stirbt, weil er sich bei einem Attentatsversuch in die Schussbahn von Sky wirft, erfasst Sky die Größe Allahs. Er geht mit Christine nach Deutschland, wo sie ein muslimisches Kinderheim gründen, für die Opfer von Hass und Verfolgung. Sie adoptieren ein Rohingya-Baby.

Christine Neubauer ist für ihre Rolle zwei Monate zum Islam übergetreten und hat am Hadsch in Mekka teilgenommen. Sky Dumont hat drei Wochen in einen Bootcamp verbracht, um sich zu einer Kampfmaschine ausbilden zu lassen. Til Schweiger hat sich einen Bart wachsen lassen.

Die Schauspieler betonen, wie sehr ihnen die Rollen geholfen haben, den tiefen, spirituellen Frieden des Islam zu spüren. Sky Dumont: „Als Moslem hätte mich meine Frau nie verlassen.“ Christine Neubauer: „Ein Kopftuch kann ein Schutz sein. Es kann ja auch von Hermes sein.“ Til Schweiger: „Endlich mal weg vom Bad-Boy Image.“

Übrigens: Auch bei den anderen Trägern XY…Preises 2017 des Abends findet man über die Täter wenig Konkretes. Im Gegensatz zum „Fall Saskia Jürgens“ hilft einem das Internet auch nicht weiter. Alle Berichte politisch korrekt.

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